Neues Virus breitet sich unter Rindern aus: Auch NRW betroffen
Von Carsten Linnhoff
Düsseldorf - In Nordrhein-Westfalen gibt es bei Rindern mehrere Nachweise des sogenannten Shamonda-Virus.
Das teilt das zuständige Landwirtschaftsministerium auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Da es für diese Tierseuche aber keine Meldepflicht gebe, liegen dem Ministerium nur begrenzt Informationen über lokale Fälle vor, so ein Sprecher.
In Deutschland gibt es bislang in mehreren Bundesländern, darunter Baden-Württemberg und Niedersachsen, Nachweise. Dort zeigen sich die Behörden bislang gelassen.
Das Virus stammt aus Asien und Afrika, wird durch Stechmücken (Gnitzen) übertragen und ist jetzt mit den Varianten "SHAV-EU1" und "SHAV-EU2" auch in Deutschland nachgewiesen.
In Deutschland ist seit 2011 das "Schmallenberg-Virus" bekannt, das bei Rindern ähnliche Symptome hervorruft. Eine direkte Tier-zu-Tier-Übertragung ist nach Informationen des Landesamts für Gesundheit in Bayern nicht belegt.
Das Virus löst bei Rindern Fieber oder Durchfall aus und führt zu einer verminderten Milchbildung. Die betroffenen Tiere erholen sich innerhalb weniger Tage wieder, Todesfälle sind bislang nicht bekannt. Für Menschen ist es nach aktuellem Kenntnisstand nicht gefährlich.
Viren aus der betreffenden Gruppe gelten in der Regel nicht als Erreger, die von Tieren auf Menschen übertragen werden. Es gebe bisher keine Hinweise auf Infektionen oder Erkrankungen beim Menschen, teilte auch das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) mit.
Titelfoto: Boris Roessler/dpa
