Wissenschaftler schlagen Alarm: Rückgang der Spermienzahl ist eine Gefahr für die Gesundheit

Jerusalem - Laut einer neuen Studie ist die Spermienzahl bei Männern weltweit um 62 Prozent gesunken – das hat auch gesundheitliche Auswirkungen!

Die Anzahl der Samenzellen ist innerhalb von 50 Jahren besorgniserregend gesunken.
Die Anzahl der Samenzellen ist innerhalb von 50 Jahren besorgniserregend gesunken.  © 123rf/dokurose

Eine Studie unter der Leitung der hebräischen Universität Jerusalem hat besorgniserregende Erkenntnis über die Fertilität von Männern ans Licht gebracht.

Innerhalb eines Zeitraums von 50 Jahren ist die Spermienzahl in einer Ejakulation bei Männern um 62 Prozent zurückgegangen.

Für diese Erkenntnisse nutzen die Wissenschaftler Daten aus verschiedenen Studien, berichtet The Times of Israel.

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Dass eine einzelne Ejakulation bei Männern im Durchschnitt weniger fruchtbar ist, ist nicht nur eine schlechte Nachricht für die Familienplanung.

Geringere Fertilität bringt meist auch ein erhöhtes Risiko für Hodenkrebs, chronische Krankheiten und eine niedrigere Lebenserwartung mit sich.

"Dies ist eine bemerkenswerte Erkenntnis, und ich fühle mich dafür verantwortlich, sie der Welt zu übermitteln. Der Rückgang ist sehr real und scheint sich auch zu beschleunigen", sagte der Professor Hagai Levine gegenüber The Times of Israel.

Levine hat maßgeblich zu der Entdeckung dieser Umstände beigetragen und in der Vergangenheit schon eine Studie über die Fruchtbarkeit von Männern in westlichen Ländern veröffentlicht.

Die Grafik links oben zeigt den Unterschied der Konzentration an Spermien pro Milliliter zwischen 1973 und 2018. Die Graphen links unten visualisieren, inwiefern die Anzahl der Samenzellen jährlich bis 1973 sowie zwischen 1973 und 2000 gesunken sind. Die rechte Grafik zeigt, aus welchen Kontinenten 2017 und 2022 Daten erhoben wurden.
Die Grafik links oben zeigt den Unterschied der Konzentration an Spermien pro Milliliter zwischen 1973 und 2018. Die Graphen links unten visualisieren, inwiefern die Anzahl der Samenzellen jährlich bis 1973 sowie zwischen 1973 und 2000 gesunken sind. Die rechte Grafik zeigt, aus welchen Kontinenten 2017 und 2022 Daten erhoben wurden.  © Human Reproduction Update

Schon eine Studie von 2017 warnte vor Unfruchtbarkeit bei westlichen Männern

Der Abwärtstrend in der Konzentration der Spermien ist schon länger bekannt.
Der Abwärtstrend in der Konzentration der Spermien ist schon länger bekannt.  © 123rf/stanslavov

Bei seiner ersten Studie zu dem Thema konzentrierte sich Levine auf die USA, Neuseeland, Australien und europäische Länder.

Für die Studie zogen er und seine Kollegen Daten aus 53 Ländern weltweit mit ein.

Durchschnittlich ist die Anhäufung der Samenzellen pro Ejakulation um 62 Prozent gesunken.

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Um die Fertilität einschätzen zu können, muss man sich aber die Konzentration pro Milliliter anschauen. Auch bei diesen Zahlen sieht es nicht rosig aus. Dort ist die Anzahl der kleinen Schwimmer pro Milliliter um 52 Prozent gesunken.

Das ist immer noch über der von der WHO gesetzten Grenze von 15 Millionen Samenzellen pro Milliliter, ab denen man von einer geringen Fruchtbarkeit spricht. Die Ergebnisse zeigen aber trotzdem einen gefährlichen Abwärtstrend.

"Außerdem betrachten wir Durchschnittswerte, und wenn Männer heute durchschnittlich 50 Millionen Spermien pro Milliliter haben, gibt es viele Männer, die heute weniger als 40 Millionen Spermien pro Milliliter haben – mit anderen Worten, eine Fruchtbarkeit, die eigentlich suboptimal ist", kommentiert der Wissenschaftler den Befund gegenüber der Zeitung.

Eine sinkende Samenzellenzahl ist nicht nur schlecht für Zeugungsfähigkeit von Männern und Frauen, sondern kann auch beachtliche negative gesundheitliche Folgen haben. Deshalb möchte der Wissenschaftler mehr Aufmerksamkeit auf das Thema lenken.

Titelfoto: 123rf/dokurose

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