Erster KI-Angriff Deutschlands? Hacker nehmen Rathaus in Sachsen-Anhalt ins Visier
Tangerhütte - Ein Hackerangriff auf das "Digitale Rathaus" von Tangerhütte (Sachsen-Anhalt) sorgt noch Wochen später für Aufsehen. Offenbar kam dabei künstliche Intelligenz zum Einsatz.
Bereits im September war die Stadt Ziel eines Cyberangriffs gewesen. Das digitale Rathaus wurde daraufhin vom Netz genommen und war über Wochen nicht erreichbar.
Wie MDR Aktuell berichtet, haben Experten den Angriff inzwischen genauer untersucht. Dabei sind sie zu einem ungewöhnlichen Ergebnis gekommen.
Nach Angaben des Softwareentwicklers Hagen Woecht (54) nutzten die Angreifer eine bis dahin unbekannte Sicherheitslücke. Auffällig sei vor allem die Geschwindigkeit gewesen, mit der Befehle im angegriffenen System ausgeführt wurden.
So schnell hätte ein Mensch selbst mit Kopieren und Einfügen nicht arbeiten können, erklärte der Geschäftsführer der zuständigen Softwarefirma Innocon. Zudem soll sich der Angriff während des laufenden Zugriffs selbst weiterentwickelt haben.
Für Woecht steht deshalb fest: Bei der Attacke war KI am Werk. Auch weitere IT-Experten halten diese Einschätzung laut dem Medienbericht für plausibel.
LKA kann KI-Einsatz bislang nicht bestätigen
Sollte sich der Verdacht bestätigen, wäre die Stadt im Landkreis Stendal damit Schauplatz des ersten bekannt gewordenen KI-Angriffs auf eine deutsche Kommune.
Das Landeskriminalamt ermittelt inzwischen wegen des Verdachts auf Ausspähen von Daten. Ob tatsächlich KI eingesetzt wurde, können die Ermittler derzeit weder bestätigen noch ausschließen.
Immerhin scheint Tangerhütte glimpflich davongekommen zu sein. Laut dem Softwareentwickler konnten die Angreifer lediglich auf Testkonten zugreifen. Echte Daten sollen nicht erbeutet worden sein.
Titelfoto: Bildmontage: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa, Philip Dulian/dpa
