Mehr Fälle von Cybergrooming! Kinderschutzbund schlägt Alarm
Von Christian Schultz
Mainz - Der Kinderschutzbund Rheinland-Pfalz warnt vor einer steigenden Zahl an Fällen von Cybergrooming.
Von sexuellen Übergriffen im Internet betroffene Kinder oder Jugendliche schwiegen häufig, sagte Vorstandsmitglied Joachim Türk in Mainz. Einige glaubten nicht, dass ihnen Eltern helfen könnten, andere hätten Angst, ihr Smartphone zu verlieren.
Neben den sozialen Netzwerken seien etwa Computerspiele "Einfallstore" für Cybergrooming. Dort nähmen Täter über Chats den ersten Kontakt zu Kindern oder Jugendlichen auf, es würden Dinge versprochen oder sogar geschenkt, später werde eine Gegenleistung dafür verlangt, erklärte Türk.
Bandenmäßig organisierte Gruppen sprächen Kinder an, setzen sie anschließend unter Druck. "Die Kinder sind wirklich in einer Notlage."
Mithilfe von künstlicher Intelligenz (KI) seien Opfer inzwischen noch leichter erpressbar, sagte Türk - etwa durch Deepfakes, also künstlich erstellte oder technisch veränderte Bilder und Videos mit Darstellungen von Kindern und Jugendlichen.
Angesichts der Entwicklung sei es wichtig, schon im frühkindlichen Bereich das Thema anzugehen. Im Grunde müsse, wie von der von Familienministerin Karin Prien (61, CDU) eingesetzten Expertenkommission "Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt" empfohlen, von Geburt an mit Eltern gearbeitet und klargemacht werden, "was da abgeht".
Titelfoto: Elisa Schu/dpa
