Junge buddelt auf Gelände seiner Kita: Was er ausgräbt, sorgt für richtig große Gesichter
Echzell - Auf Spielplätzen in ganz Deutschland wird sicher so einiges ausgebuddelt, womit man nicht gerechnet haben dürfte. Der Fund eines sechs Jahre alten Jungen im Echzeller Stadtteil Bingenheim ist jedoch etwas ganz Besonders.
Auf dem Gelände der Kindertagesstätte Lilliput hat das Kind eine Münze entdeckt, die rund 1694 Jahre älter ist als es. Es handelt sich bei dem Objekt laut der Kreisarchäologie des Wetteraukreises um einen Follis - eine römische Münze, geprägt in den Jahren nach 337 nach Christus unter dem Kaiser Constans.
Die Münze stammt aus einer Zeit, als die römische Herrschaft in der Wetterau bereits zu Ende war.
"Germanen kamen, gründeten neue Dörfer und besiedelten das Gebiet dichter. Sie standen mit dem in dieser Zeit linksrheinisch noch bestehenden römischen Reich in Kontakt und handelten offenbar miteinander", erklärten die Archäologen.
Das sei nicht zuletzt durch einige Münzfunde in germanischen Siedlungen der Wetterau belegt.
Kinder der Kindertagesstätte Lilliput freuen sich über "Archäologievormittag"
Die Bedeutung des Fundes ist dabei groß, wie Kreisarchäologe Dr. Jörg Lindenthal ausführte. "Da bisher im direkten Umfeld der Kita in Bingenheim noch keine Fundstelle aus der Spätantike bekannt war, ist die Meldung dieses Neufundes wichtig."
Es handele sich zwar zunächst noch um einen Einzelfund, der auf vielen Wegen dorthin gelangt sein könne: "Aber vielleicht ist er auch ein erstes Indiz für eine neue spätantike Fundstelle am Rande der Horloff." Vielleicht gebe es vor Ort noch mehr.
Für die Kinder der Kita Lilliput hatte der Fund von Mitte Juli jedenfalls bereits spannende Folgen. Die Entdeckung der Münze bescherte den Kleinen laut der Kreisverwaltung einen "Archäologievormittag".
Bedeutet: Die Stelle des Fundes und das Umfeld wurden abgesucht - unter aufmerksamer Begleitung der Kinder.
Bei der Nachsuche konnten zwar drei weitere historische Münzen gefunden werden, diese seien jedoch allesamt nicht so alt wie der Follis. "Zum Vorschein kamen nur ein Zehn- und zwei Fünfpfennigstücke aus D-Mark-Zeiten", hieß es.
Titelfoto: Montage: Kreisverwaltung Wetteraukreis, 123RF/bd54bd54

