"Farbe rausgeeitert!" Dieses Tattoo bereut Zoopfleger Tobias komplett

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Dortmund - Hunderte Tattoos, zahlreiche Piercings, irre Body-Modifikationen - und noch lange nicht genug. Tobias Müller redet in der ZDF-Doku "Make me beautiful - Provokant schön" über seine extremsten Eingriffe und welche am schmerzhaftesten waren. Eines seiner fast 400 Körper-Bilder bereut der Zoopfleger übrigens bis heute.

Tobias Müller, Tierpfleger im Zoo Dortmund, trägt fast 400 Tattoos auf seinem Körper. Zudem hat er eine gespaltene Zunge und implantierte Hörner - ganz zu schweigen von seinen zahlreichen Piercings.
Tobias Müller, Tierpfleger im Zoo Dortmund, trägt fast 400 Tattoos auf seinem Körper. Zudem hat er eine gespaltene Zunge und implantierte Hörner - ganz zu schweigen von seinen zahlreichen Piercings.  © ZDF/Matthias Knebl

Im Alter von gerade einmal 17 Jahren begann für Tobi, der in der Nähe von Dortmund lebt, eine verrückte Reise: Damals wurde ihm sein erstes Piercing gestochen. Ein Jahr später ließ er sich dann zum ersten Mal tätowieren, weitere Tattoos sollten folgen.

Der Punker will seinen Körper komplett verändern und lässt dabei auch ungewöhnliche Methoden zu: Neben der bunten Haut trägt Tobias zum Beispiel auch eine gespaltene Zunge.

Ganz neu dazu kamen nun zwei seitliche Bauchnabelpiercings und ein gestricheltes Tattoo auf der Wange. Das stach ihm seine Partnerin. Das Paar verbindet mittlerweile nicht nur die Liebe zur Körper-Modifikation, sondern auch die subdermalen Implantate, die sich beide auf die Stirn setzen lassen haben.

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Als seinen extremsten Eingriff bezeichnet Tobias allerdings etwas anderes: sein Augapfel-Tattoo. Jahrelang hatte er darüber nachgedacht und abgewogen, die möglichen Folgen sind schließlich nicht ohne! Sogenannte "Eyeball-Tattoos" können zu Erblindung oder chronischen Netzhautschäden führen. Am Ende hielten die Risiken den Nordrhein-Westfalen nicht auf, mittlerweile denkt er sogar daran, sein anderes Auge ebenfalls mit permanenter Farbe versehen zu lassen.

"Ich will komplett voll sein", meint er in Bezug auf Tattoos. Nur im Gesicht will er ein paar Lücken lassen, die er allerdings schon gut mit Piercings gefüllt hat. Seinen schmerzhaftesten Körperschmuck ließ er sich aber an einer ganz anderen Stelle stechen - im Intimbereich!

Zoopfleger hat mit Vorurteilen zu kämpfen

Sein neuestes Tattoo im Gesicht ließ er sich von seiner Freundin stechen. Geplant sind noch weitere Modifikationen an seinem Körper.
Sein neuestes Tattoo im Gesicht ließ er sich von seiner Freundin stechen. Geplant sind noch weitere Modifikationen an seinem Körper.  © ZDF/Matthias Knebl

In seinem Job erregen seine vielen Tattoos, Piercings und die implantierten Hörner überraschenderweise nur wenig Aufmerksamkeit. Tobias arbeitet seit 16 Jahren im Zoo Dortmund und trifft dort hauptsächlich auf Tiere. "Die wenigsten Tiere reagieren da wirklich drauf", erklärt er. Eine Ausnahme machte vor ein paar Jahren aber ein Zwergseidenäffchen.

Der Primat war Tobi gegenüber sehr zutraulich und kletterte oft über seinen Arm. Als dieser dann mit einem neuen auffälligen Tattoo an der Stelle ins Gehege kam, schien das Tierchen tatsächlich etwas überrascht. "Er hat mit dem Finger so zwei-, dreimal das Tattoo angefasst", erinnert sich der Tierpfleger. Anschließend sei der Affe dann aber wie gewohnt auf ihn geklettert.

Während Tiere ihn einfach so nehmen, wie er ist, hat Tobi bei Menschen da schon ganz andere Erfahrungen machen müssen: "Also, die typischen Vorurteile, die ich eigentlich mitbekomme mit meinem Aussehen, sind arbeitslos, irgendwie kriminell oder gewalttätig und drogenabhängig." All das, weil er eben nicht der Norm entspricht. Er selbst ist mit seinem Körper aber zufrieden: "Ich mag einfach komplett, wie es aussieht."

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Dennoch gäbe es etwas, das er bis heute bereut: In einem verrauchten Zimmer hatte ihm eine Freundin vor Jahren ein Tattoo im Nacken gestochen - obwohl sie davon gar keine Ahnung gehabt hatte. Die Folgen waren für Tobi mehr als unangenehm, denn es entwickelte sich eine "richtig böse bakterielle Entzündung".

Abgesehen von der langen Heilungszeit sah die Körperbemalung am Ende aus wie eine Bleistiftzeichnung, da die ganze Farbe laut Tobi fast komplett "rausgeeitert" war.

Volltätowierter Tobias plant weitere Verzierungen

Diese Erfahrung hält ihn aber nicht davon ab, neue Modifikationen zu planen: In der kommenden Zeit sollen beispielsweise neue Implantate und "Cuts" folgen. Auch wenn sein Leben laut eigener Aussagen ohne seine auffällige Optik manchmal sicherlich leichter wäre, ist Tobias froh, diesen Schritt gegangen zu sein. Er wäre dadurch selbstbewusster geworden und würde sich endlich wohl in seinem Körper fühlen.

Die ganze Dokumentation kann man am Dienstag (27. Oktober 2026) um 20.15 Uhr auf ZDFinfo anschauen oder schon jetzt in der ZDF-Mediathek.

Titelfoto: Bildmontage/ ZDF/Matthias Knebl (2)

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