Mannheim/Stuttgart - Eine schnelle Zigarettenpause am Bahnsteig endete für eine Mutter am frühen Mittwochmorgen mit einem großen Schreck: Ihr ICE fuhr in Mannheim plötzlich ohne sie weiter. Im Zug saßen noch ihre beiden Kinder, darunter ein erst acht Monate altes Baby.
Wie die Bundespolizei mitteilte, spielte sich der Vorfall in der Nacht auf Mittwoch ab. Der ICE 617 hatte auf seinem Weg nach Stuttgart am Mannheimer Hauptbahnhof einen planmäßigen Stopp eingelegt. Diese kurze Pause wollte die Frau nutzen, um auf dem Bahnsteig eine Zigarette zu rauchen.
Dabei überschätzte die Mutter offenbar die Standzeit. Bevor sie wieder in den Waggon einsteigen konnte, schlossen sich die Türen und der ICE setzte seine Fahrt fort.
Gegen 1.54 Uhr wandte sich die Frau an die Bundespolizei am Mannheimer Bahnhof und meldete, dass ihre beiden acht Monate und 13 Jahre alten Kinder ganz allein in dem Schnellzug säßen.
Die Beamten nahmen Kontakt zum Zugchef des betroffenen ICE sowie zum Bundespolizeirevier in Stuttgart auf, wo der Zug seinen nächsten planmäßigen Halt hatte. Dort warteten die Einsatzkräfte dann bereits am Bahnsteig.
Gegen 2.30 Uhr nahmen die Polizisten am Stuttgarter Hauptbahnhof die Geschwister unversehrt in Obhut. Kurze Zeit später traf eine Familienangehörige am Bahnhof ein, um die beiden Kinder abzuholen.