Neapel (Italien) - Ein 25-jähriger Schwede verbrachte wochenlang am Flughafen von Neapel - ohne Geld, ohne Papiere und offenbar ohne Erinnerung an seine Vergangenheit. Nun sind neue Details zu seinem rätselhaften Schicksal bekannt geworden.
Wie Corriere del Mezzogiorno berichtet, hielt sich der junge Schwede am Flughafen Capodichino auf. Wie er dort landete, kann er sich offenbar selbst nicht erklären.
Wie die italienische Nachrichtenagentur ANSA berichtet, nennt sich der junge Mann Daniel und gibt an, aus Schweden zu stammen.
Seit Wochen hielt er sich am Flughafen auf, wo er von Mitarbeitern und Reisenden mit Essen und Kleidung versorgt wurde. Nachts suchte er im Terminal einen Schlafplatz auf den Sitzgelegenheiten.
Mehrere Flughafenmitarbeiter wurden im Oktober auf ihn aufmerksam. Einige wollen ihn sogar schon im Sommer dort gesehen haben. "Er fällt nicht zur Last und ist ein höflicher Mensch", schilderten Mitarbeiter gegenüber italienischen Medien.
Daniel berichtet von Überfall in Rom
Im Gespräch mit dem schwedischen Honorarkonsul in Neapel, Pierluigi Petrone, berichtete Daniel von einem mutmaßlichen Überfall.
Seinen Schilderungen zufolge sei er in Rom von einer Gruppe angegriffen und ausgeraubt worden. Die Täter hätten ihm dabei sein Geld und seine Papiere abgenommen, berichtet Rai News.
Wie er anschließend nach Neapel gelangte, könne er sich nicht erklären. Auch an andere Teile seiner Vergangenheit habe er offenbar nur bruchstückhafte Erinnerungen.
Nachdem der Fall des jungen Mannes bekannt geworden war, schalteten sich auch die Stadt Neapel, die schwedische Botschaft in Rom und das Honorarkonsulat ein. Mit Erfolg: Daniel war bereits seit August als vermisst gemeldet.
Denn als seine Geschichte durch die Medien ging, erkannten seine Eltern ihren Sohn wieder und meldeten sich bei den Behörden. Mittlerweile konnte Daniel wieder Kontakt zu seiner Familie aufnehmen und sogar mit seinem Vater telefonieren.
Nun arbeiten die Stadt Neapel, das schwedische Konsulat und die Botschaft in Rom gemeinsam daran, die Heimreise des jungen Mannes zu organisieren. Nach wochenlangem Aufenthalt am Flughafen könnte Daniel damit schon bald wieder bei seiner Familie sein.