Tokio (Japan) - Sie hatte davon gehört, aber nicht wirklich daran geglaubt. Dennoch gingen Sedef Demir und ihr Mann auf Spurensuche, als sie im vergangenen Monat ihr Hotelzimmer in Tokio bezogen hatten. Das Paar aus Österreich wurde stutzig, als es unter dem Fernseher etwas entdeckte, das wie eine Linse aussah. Kurz darauf traf beide der Schlag.
"Ich hatte schon von Vorfällen gehört, bei denen heimlich Kameras in Hotelzimmern installiert wurden", erzählte Demir jetzt in einem Interview mit Newsweek.
Dass sie und ihr Partner im "Hotel Aperto" aber wirklich eine Geheimkamera inklusive SD-Karte gefunden hatten, konnten beide noch nicht einmal glauben, als sie das Gerät bereits in den Händen hielten.
"Zuerst waren wir uns unsicher, was wir da gefunden hatten. Gehörte es zum Fernseher oder war es tatsächlich eine versteckte Kamera? Wir wandten uns an den Hotelmanager, um den Sachverhalt zu klären", sagte sie gegenüber dem US-Magazin.
"Er bestätigte, dass es sich tatsächlich um eine versteckte Kamera handelte, und entschuldigte sich", fügte sie hinzu. Dann wurde die Polizei eingeschaltet.
Sedef Demir teilt Geschichte auf TikTok - und geht viral
"Die Polizei traf in Begleitung zweier weiterer Personen ein, die die SD-Karte untersuchten", sagte Demir. "Sie erklärten uns, dass die Karte leer sei und sie daher auf Grundlage der vorliegenden Erkenntnisse keine strafrechtlichen Schritte einleiten könnten. Sie suchten den Raum auch nach weiteren Kameras ab, fanden aber nichts."
Im Hotel gab man sich unschuldig, wollte mit dem Vorfall nichts zu tun haben. Dennoch bekamen Demir und ihr Mann eine Gratis-Zusatznacht angeboten, lehnten aber dankend ab.
"Wir wissen immer noch nicht, wer die Kamera installiert hat, wie lange sie schon dort war oder ob sie bereits Aufnahmen gemacht hat, bevor wir sie entdeckten", so Demir.
Mittlerweile hat sich das Paar an die Japanese Hotel Association (JHA) - einen der führenden Branchenverbände in Japan - gewandt, um den Vorfall zu melden. Bislang gab es jedoch keine Antwort.
Fakten hat Demir dafür auf TikTok geschaffen und den Vorfall dort im vergangenen Monat geteilt. Eine entsprechende Bildershow hat inzwischen fünf Millionen Klicks erhalten.