Zollbeamte können ihren Augen nicht trauen: Uraltes Buch und kurioses Zeremoniengewand entdeckt

Hamburg - Das erleben die Zollbeamten am Hamburger Flughafen auch nicht alle Tage! Bei Kontrollen tauchten ein uraltes Buch und ein Zeremoniengewand auf.

Das Zeremoniengewand wurde beschlagnahmt.  © Hauptzollamt Itzehoe

Im September haben Zollbeamte am Hamburger Flughafen einen 46-Jährigen aus Ghana kontrolliert, der durch den grünen Kanal für anmeldefreie Waren spaziert ist.

Bei der Untersuchung des Reisegepäcks machten die Beamten dann große Augen. Darin habe sich ein ungewöhnliches Kleidungsstück mit tierischen Bestandteilen befunden, teilte der Zoll am Freitag mit.

"Bei dem Umhang handelt es sich nach Angabe des Reisenden um ein zeremonielles Gewand aus Ghana. Das Kleidungsstück war mit Bruchstücken aus Tierhörnern, Pelzteilen und Büscheln von Tierhaaren versehen", so Melanie Roschlaub, Pressesprecherin des Hauptzollamtes Itzehoe.

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Besonders auffällig sei ein aufgebrachter Schildkrötenpanzer gewesen, dessen Außenseite schwarz gefärbt war. "Auf der Innenseite waren Teile der Wirbelsäule erkennbar", erzählt Roschlaub.

Das Gutachten ergab, dass es sich dabei um eine Stachelrand-Gelenkschildkröte handelte. Eine Art, die dem Washingtoner Artenschutzübereinkommen unterliegt. Eine Einfuhrgenehmigung konnte der 46-Jährige nicht vorlegen.

Aufgrund des Verdachts eines Verstoßes gegen den Artenschutz wurde gegen ihn ein Strafverfahren eingeleitet und das Zeremoniengewand beschlagnahmt.

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Zollbeamte dürfen Blick in das Buch werfen

Das Buch stammt aus dem Jahr 1472.  © Hauptzollamt Itzehoe

Auch ein außergewöhnliches, historisches Buch sorgte beim Zoll für Aufsehen. Das Werk stammt aus dem Jahr 1472 und enthält unter anderem eine früh gedruckte Weltkarte.

Der Besitzer konnte eine ausgestellte Erklärung für Kulturgüter vorlegen und zeigte sich offen für die Neugierde der Beamten.

"Das war schon sehr speziell. Die Kollegen durften sich das Buch angucken und sogar einen Blick hineinwerfen", so Roschlaub.

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Den Wert des Buches konnten weder Roschlaub noch von TAG24 angefragte Experten benennen. Eine Bewertung ohne genaue Begutachtung sei unseriös, hieß es.

Die beiden Fälle liegen bereits rund einen Monat zurück. Die fachtechnischen Untersuchungen des Zeremoniengewandes habe Zeit in Anspruch genommen, so die Sprecherin.

Berichten wollte man seitens Hauptzollamt mit Verweis auf die Bedeutung des Artenschutzes dennoch auch zu einem so späten Zeitpunkt noch.

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