Von Oliver Schmale
Stuttgart - Mercedes-Benz will nach einem "Handelsblatt"-Bericht im Zuge seines Sparprogramms die Zahl der Leiharbeiter in Deutschland reduzieren. Es gehe um "einige Tausend" Leiharbeiter. Eine Mercedes-Sprecherin äußerte sich in Stuttgart nicht zu den konkreten Plänen.
Sie betonte aber, Zeitarbeitnehmer ergänzten die Stammbelegschaft und ersetzten sie nicht. In den Fahrzeugwerken Sindelfingen bei Stuttgart, Bremen und dem badischen Rastatt arbeiten dem "Handelsblatt"-Bericht zufolge etwa 3000 Zeitarbeiter.
Arbeitsverträge von Leiharbeitern sind immer befristet. Diese Beschäftigten leiden bei einer Wirtschaftskrise immer als Erstes mit, wenn Kosten gesenkt werden müssen. Dann werden in der Regel ihre Arbeitsverträge nicht verlängert und sie stehen auf der Straße. In guten Zeiten übernehmen viele Unternehmen sie auch, wenn Personal gebraucht wird.
Zuletzt hatte Mercedes-Benz seinen Sparkurs verschärft und eine "Produktivitätsoffensive für Deutschland" angekündigt. Damit trat der Stuttgarter Autobauer auch eine öffentliche Diskussion über Arbeitskosten los.
Denn in einem Schreiben an die Beschäftigten in Deutschland schlug der Vorstand unter anderem vor, für das gleiche Geld mehr zu arbeiten. Betriebsrat und Gewerkschaft IG Metall wehren sich gegen die Einschnitte.
Management will jährlich 800 Millionen Euro einsparen
Mercedes-Benz legt außerdem sein Abfindungsprogramm für Beschäftigte in Deutschland neu auf. Das Programm starte voraussichtlich im Dezember, teilte der Autobauer Ende September mit.
Ein Abbau der Stammbelegschaft wird aktuell nicht vom Management erwogen. Es gilt außerdem eine Beschäftigungssicherung in Deutschland bis Ende 2034.
Das Management will in Deutschland mit der Produktivitätsoffensive nach "Handelsblatt-Informationen" jährlich 800 Millionen Euro einsparen.