Gewinn-Plus bei Mercedes: Warum in Stuttgart trotzdem keine Sektkorken knallen
Von Robin Wille
Stuttgart - Mercedes-Benz verzeichnet ein Gewinnplus im dritten Quartal. Die Sektkorken dürften in Stuttgart deshalb aber nicht knallen. Denn der Gewinn wird in diesem Jahr wohl weniger stark steigen als gedacht.
Von Juli bis September wuchs das Konzernergebnis im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 1,19 Milliarden Euro auf rund 1,52 Milliarden Euro, wie der Autobauer in Stuttgart mitteilte. Allerdings kommen die Schwaben von einem niedrigen Niveau. Im Vorjahreszeitraum beeinflussten unter anderem hohe Sonderbelastungen für einen Stellenabbau das Ergebnis.
Dennoch haben sich die Aussichten eingetrübt: Am Dienstag hatte Mercedes seine Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr gesenkt.
Neben einem zunehmend schwierigen Umfeld in China erwartet der Konzern höhere Kosten im vierten Quartal, unter anderem für Material. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern im Konzern dürfte demnach nur noch auf dem Niveau des Vorjahres liegen statt deutlich darüber.
Der Umsatz sank um 4,5 Prozent von 32,15 Milliarden Euro auf 30,7 Milliarden Euro. Vor Zinsen und Steuern erzielte Mercedes ein Ergebnis (Ebit) von 1,77 Milliarden Euro und damit mehr als doppelt so viel wie ein Jahr zuvor mit 750 Millionen Euro.
Absatzrückgang im dritten Quartal
Im dritten Quartal hatte Mercedes vor allem wegen der schlechteren Geschäfte in China erneut weniger Autos verkauft. In dem stark umkämpften Markt ging der Absatz um fast ein Drittel (31 Prozent) zurück.
Insgesamt lag der Absatz bei 407.200 Pkw, was einem Rückgang von acht Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal entsprach. Außerhalb Chinas legte der Absatz gegenüber dem Vorjahresquartal um ein Prozent zu.
Positiv entwickelten sich zuletzt die E-Auto-Verkäufe. So stieg der Absatz von batterieelektrischen Pkw im dritten Quartal um 61 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
Titelfoto: Sven Hoppe/dpa
