Hubschrauber holt Passagierin von Kreuzfahrtschiff: Jetzt spricht sie über den Einsatz

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Hamburg - Dramatischer Rettungseinsatz auf hoher See! Am 25. August musste eine Frau von der "Mein Schiff 2" der TUI-Cruises-Flotte per Hubschrauber ausgeflogen werden. Jetzt erzählt die 47-jährige Betroffene aus Bayern im Gespräch mit TAG24, was tatsächlich hinter dem Einsatz steckte.

Zu diesem Zeitpunkt war für Dorothea Fading an Bord der "Mein Schiff 2" noch alles in Ordnung.
Zu diesem Zeitpunkt war für Dorothea Fading an Bord der "Mein Schiff 2" noch alles in Ordnung.  © privat

Zunächst war lediglich bekannt, dass es einer Passagierin während der Kreuzfahrt nicht gut ging und sie deshalb mit einem Rettungshubschrauber ausgeflogen werden musste. Eine Sprecherin von TUI Cruises bestätigte den Einsatz auf TAG24-Anfrage.

Erst jetzt wird klar, wie dramatisch die Situation tatsächlich war. Die betroffene Dorothea Fading meldete sich bei TAG24 und schilderte, was passiert ist: "Tatsächlich war alles für mich insofern dramatisch, da es sich nicht um Grippe, sondern um einen lebensbedrohlichen Blinddarmdurchbruch, der umgehend im Krankenhaus operiert wurde, handelte."

Die Gymnasiallehrerin und vierfache Mutter aus Bayern war gemeinsam mit ihren elfjährigen Zwillingssöhnen auf der Kreuzfahrt, die es in sich hatte.

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Dorothea hatte nach eigenen Angaben ein besonders belastendes Jahr hinter sich. Nach einer schweren Fuß-OP stand bereits die nächste Operation an. Auf Anraten und Ermutigung aus ihrem Freundes- und Therapeutenkreis entschieden sie und ihre Familie sich für die Reise - auch, um ihr emotionales Wohlbefinden in dieser belastenden Zeit zu stärken.

Doch bereits an Bord gab es Grund zur Sorge: Dorotheas elfjährige Zwillingssöhne leiden an Typ-1-Diabetes. Abgeknickte Katheter ihrer Insulinpumpen führten laut der Mutter zu einer gefährlichen Übersäuerung des Blutes. "Sie befanden sich in ständiger potenzieller Lebensgefahr", erzählt sie.

Nach einigen Tagen stabilisierte sich der Zustand der Zwillinge. Dorothea allerdings war zu diesem Zeitpunkt bereits völlig erschöpft. "Ich dachte, dass meine Übelkeit vom Schlafmangel und Dauerstress kommt", so die 47-Jährige.

Die "Mein Schiff 2" war am 14. August gestartet und bis zum 26. August unterwegs.
Die "Mein Schiff 2" war am 14. August gestartet und bis zum 26. August unterwegs.  © privat

Dorothea wurde per Rettungshubschrauber ins Krankenhaus gebracht

Dorothea Fading wurde mit einem Hubschrauber in die WKK Klinik nach Hamburg gebracht.
Dorothea Fading wurde mit einem Hubschrauber in die WKK Klinik nach Hamburg gebracht.  © Kimstädt/WKK.

Auch im Bordhospital sei zuerst eine andere Ursache vermutet worden. Die hohen Entzündungswerte seien zunächst ihrem ohnehin schwer belasteten Fuß zugeschrieben worden.

Doch dann verschlechterte sich Dorotheas Zustand dramatisch. "Erst als die CRP-Werte (Entzündungsreaktion im Körper) ins Unermessliche stiegen und ich mich vor lauter Schmerzen nicht mehr bewegen konnte und nur noch qualvoll stöhnte, wurde die ganze Ernsthaftigkeit klar", berichtet Dorothea.

Für einen Abtransport per Boot war ihr Zustand offenbar zu kritisch. Schließlich wurde der Rettungshubschrauber angefordert.

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Dorothea leidet nach eigenen Angaben unter extremer Höhen- und Flugangst. Trotz hoher Morphiumgabe habe sie den Einsatz vollständig miterlebt.

"Ich wurde zusammen über ein Seil mit dem Notfallmediziner in den Rettungshubschrauber gezogen. Ein unbeschreiblich entsetzliches Gefühl, an einem dünnen Seil völlig ausgeliefert über dem Meer zu baumeln", erzählt die 47-Jährige.

Dorothea Fading hat einen Dankesbrief an das Rettungsteam verfasst.
Dorothea Fading hat einen Dankesbrief an das Rettungsteam verfasst.  © privat

Dorothea erlitt einen Blinddarmdurchbruch

Prof. Dr. med. Schlöricke operierte Dorothea Fading und kümmert sich auch im Anschluss weiterhin um ihre medizinische Betreuung.
Prof. Dr. med. Schlöricke operierte Dorothea Fading und kümmert sich auch im Anschluss weiterhin um ihre medizinische Betreuung.  © Wyrwa/WKK

Gleichzeitig ist Dorothea voller Dankbarkeit für das Rettungsteam. Besonders der Notarzt ist ihr in Erinnerung geblieben. Während des etwa 40-minütigen Fluges habe er ihr trotz ihrer massiven Angst Sicherheit gegeben.

Nach der Ankunft im Westküstenklinikum Heide stand die Diagnose fest: Blinddarmdurchbruch. Dorothea wurde umgehend von Prof. Dr. med. Schlöricke operiert. Bis vor Kurzem litt sie dennoch unter heftigen Schmerzkrämpfen. "Ich bin wirklich schmerzerprobt, aber die teils über 40 Minuten anhaltenden Schmerzkrämpfe, die sich wie Wehen in der Austreibungsphase bei einer Geburt anfühlen [...] waren teilweise wirklich nicht mehr aushaltbar", erzählt sie.

Inzwischen sinken Dorotheas Entzündungswerte, und die Ärzte sind zuversichtlich.

Dankbar ist Dorothea auch der Familie Stein aus der Nähe von Aschaffenburg, die sich während ihrer Behandlung rührend um ihre Kinder kümmerte. "Ich bin allen drei so wahnsinnig dankbar, dass sie dermaßen empathisch und kompetent gehandelt haben", sagt die Mutter.

Eine Atlantik-Kreuzfahrt kommt für sie jedoch vorerst nicht mehr infrage. Zu tief sitzt die Erinnerung an die dramatische Rettung. Wann genau sie entlassen wird, weiß sie noch nicht. Sie hofft jedoch, dass es schon bald so weit ist.

TAG24 wünscht Dorothea Fading von Herzen gute Besserung und eine schnelle Genesung.

Titelfoto: Bildmontage: privat, Kimstädt/WKK

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