Streik-Hammer vor dem Wochenende: Ver.di legt schon wieder SWEG-Busse lahm
Von Oliver Schmale, Maximilian von Klenze
Stuttgart - Zum Ende der Woche müssen Pendler und Schüler in mehreren Ortschaften mit massiven Behinderungen auf ihrem Weg zum Arbeitsplatz oder zur Schule rechnen.
Die Gewerkschaft ver.di rief erneut zum Warnstreik bei einigen Busbetrieben der SWEG (Südwestdeutschen Landesverkehrs GmbH) auf.
Betroffen sind die Standorte in Lahr und Offenburg sowie in Schutterwald, Kehl, Weil am Rhein, Müllheim, Dörzbach, Lauda und Gammertingen.
Anders als beim vorigen Warnstreik gebe es dieses Mal keine Auswirkungen auf den Schienenverkehr, hatte SWEG-Sprecher Christoph Meichsner vorab erklärt. Auch folgende Busstandorte seien nicht betroffen: Endingen am Kaiserstuhl, Emmendingen, Wiesloch und Sinsheim.
Bei den bestreikten Linien sei mit einem weitgehenden Ausfall des Fahrdiensts der SWEG zu rechnen.
"Wir bitten deswegen die Fahrgäste, auf andere Verkehrsunternehmen oder Verkehrsmittel auszuweichen oder den Fahrtwunsch zu verschieben, wenn möglich", sagte Meichsner.
Tarifgespräche stocken
Ver.di nannte als Grund für den inzwischen vierten Warnstreik die "Weigerung des Arbeitgebers, über einen Schutz bei betriebsbedingten Kündigungen wegen Neuausschreibungen zu verhandeln".
Zudem stockten die Tarifverhandlungen. Bundesweit werde über höhere Entgelte im Eisenbahntarifvertrag verhandelt.
Ver.di-Verhandlungsführerin Friederike DeCoite, sagte: "Wenn die SWEG ernsthaft glaubt, sie könne den Streikwillen der Beschäftigten durch Aussitzen und Ignorieren brechen, täuscht sie sich. Es geht um die Arbeitsplätze der Fahrerinnen und Fahrer, es geht um ihre berufliche Zukunft."
Die SWEG ist ein landeseigenes Verkehrsunternehmen mit Sitz in Lahr im Schwarzwald, das 1971 aus dem Zusammenschluss mehrerer südwestdeutscher Nebenbahn- und Busgesellschaften hervorging.
Heute betreibt die mehrheitlich im Eigentum des Landes Baden-Württemberg stehende SWEG sowohl Schienen- als auch Busverkehr.
Titelfoto: Bildmontage: Bernd Weißbrod/dpa, Tom Weller/dpa

