Mutmaßliche Mitglieder von Eritrea-Terrorgruppe festgenommen
Von Jacqueline Melcher, Kristin Palitza
Karlsruhe - Die Bundesanwaltschaft hat zwei mutmaßliche Mitglieder einer in Deutschland aktiven eritreischen Terrorgruppe in der Nähe von Saarbrücken und in Stuttgart festnehmen lassen.
Die Karlsruher Behörde wirft den Männern die Mitgliedschaft in einer inländischen terroristischen Vereinigung vor. Sie werden nun dem Ermittlungsrichter am Bundesgerichtshof in Karlsruhe vorgeführt, der über die Untersuchungshaft entscheidet.
Das erklärte Ziel der international vernetzten Vereinigung "Brigade N'Hamedu Deutschland" ist es laut Bundesanwaltschaft, die Regierung in Eritrea zu stürzen. Dieses Ziel habe sie in Deutschland durch Gewalt bei Veranstaltungen von Anhängern der eritreischen Regierung verfolgt.
"Dabei erachteten die Mitglieder der Vereinigung Gewalt gegen deutsche staatliche Institutionen und Repräsentanten der Staatsgewalt - beispielsweise Polizeikräfte, die zum Schutz der Veranstaltungen eingesetzt wurden - als legitimes Mittel", so die Behörde.
Festgenommene maßgeblich an Aufbau beteiligt
Die beiden festgenommenen Männer - ein eritreischer und ein deutscher Staatsangehöriger - sollen maßgeblich an dem Aufbau der Strukturen der "Brigade N'Hamedu Deutschland" sowie an der Organisation der gewaltsamen Aktionen beteiligt gewesen sein. Der Eritreer war demnach zeitweise Generalsekretär, der Deutsche Erster Vorsitzender der Gruppe.
Im Zusammenhang mit den Ermittlungen gegen die Gruppe hatte die Bundesanwaltschaft im März 2025 19 Objekte in Hessen, Nordrhein-Westfalen, Bayern, Baden-Württemberg, Mecklenburg-Vorpommern und Rheinland-Pfalz durchsuchen lassen. Auch in Dänemark fand eine Durchsuchung statt.
Nach damaligen Angaben waren 200 Beamte des Bundeskriminalamts und Polizeikräfte der Länder im Einsatz. Festgenommen wurde damals keiner.
Titelfoto: Marius Becker/dpa