Abgetrennter Fuß, schreiende Schweine: Tierschützer zeigen Horror-Aufnahmen aus Tönnies-Schlachterei

❤️️
😂️
😱️
🔥️
😥️
👏️

Kellinghusen - Die Tierschutzorganisation Animal Rights Watch (ARIWA) hat Aufnahmen aus einer Tönnies-Schlachterei veröffentlicht, die nichts für schwache Nerven sind. Das Unternehmen nimmt die Bilder "sehr ernst".

Als ein Schwein sich verhakt, schneidet ein Mitarbeiter kurzerhand den Fuß ab und lässt das lebende Tier zu Boden stürzen.
Als ein Schwein sich verhakt, schneidet ein Mitarbeiter kurzerhand den Fuß ab und lässt das lebende Tier zu Boden stürzen.  © Animal Rights Watch (ARIWA)

Die heimlich aufgenommenen Bilder und Videos aus der Großschlachterei R. Thomsen in Kellinghusen (Schleswig-Holstein) wurden der Tierrechtsorganisation nach eigenen Angaben zugespielt und stammen aus dem März und April.

Die Aufnahmen zeigen den gesamten Ablauf in der Schlachterei, von der Ankunft bis zur Schlachtung. Es ist zu sehen, wie ein Mitarbeiter den Tieren mit einem Treibpaddel ins Gesicht schlägt und Hiebe mit der spitzen Rückseite verteilt.

Einige Tiere werden von hydraulischen Trenngittern eingeklemmt und schreien. Dann werden sie zu sechst in Käfige getrieben und es geht runter in einen mit CO2 gefüllten Schacht.

Schafe nutzen Schlupfloch und gehen an Bahngleisen auf Erkundungstour
Tiere Schafe nutzen Schlupfloch und gehen an Bahngleisen auf Erkundungstour

Die Videos zeigen, wie die Schweine sich in Panik gegen die Gitter werfen, schreien, nach Luft schnappen. "Tiere dürfen bei einer Betäubung keine Schmerzen haben. Hier sehen wir aber, wie sie Höllenqualen durchleiden. Und anstatt diese Tierquälerei zu verbieten, schauen die Behörden weg und tun einfach nichts dagegen", so ARIWA-Sprecherin Anna Schubert.

"Die CO2-Betäubung ist eine rechtlich zugelassene und wissenschaftlich intensiv untersuchte Methode. Fachleute bewerten sie als die derzeit praktikabelste und tierschutzgerechteste Methode für die Betäubung von Schweinen", hält ein Sprecher des Unternehmens auf TAG24-Nachfrage dagegen.

Mitarbeiter schneidet lebendem Schwein den Fuß ab

Die Schweine werden betäubt an ein Förderband gehängt, dann führt ein Mitarbeiter den Entblutungsschnitt durch.
Die Schweine werden betäubt an ein Förderband gehängt, dann führt ein Mitarbeiter den Entblutungsschnitt durch.  © Animal Rights Watch (ARIWA)

Durch das Gas verlieren die Tiere das Bewusstsein - allerdings nur für eine begrenzte Zeit. In der Schlachterei R. Thomsen muss der Entblutungsschnitt spätestens nach 100 Sekunden erfolgen.

Die Schweine werden nach der Betäubung kopfüber an einem Bein an ein Förderband gehängt. Dabei zeigt das Material eine weitere furchtbare Szene: Ein Tier verhakt sich, woraufhin ein Mitarbeiter dem lebenden Tier den Fuß abschneidet und es zu Boden stürzen lässt.

"Beim Absetzen der Hinterfüße infolge eines technischen Defekts handelt der Mitarbeiter eindeutig entgegen der vorgeschriebenen Abläufe. Tiefenbetäubte Tiere sind vor jedem weiteren Arbeitsschritt zu entbluten. Auch wenn die Bilder eine tiefe Narkotisierung der Tiere durch die tiefe CO2-Betäubung und damit keine Wahrnehmungsfähigkeit belegen, ist dieses Verhalten nicht zu tolerieren", kommentiert der Unternehmenssprecher die Szene.

Frau bindet Hühner mit USB-Kabeln fest: Polizei befreit Tiere und ermittelt
Tiere Frau bindet Hühner mit USB-Kabeln fest: Polizei befreit Tiere und ermittelt

In dem Video ist auch zu sehen, wie ein Schwein vor der Schlachtung in Bewegung kommt.

"Obwohl allem Anschein nach einige von ihnen nicht richtig betäubt sind, werden die Schweine mit einem Stich in die Halsschlagader getötet. Das ist ein massiver Verstoß gegen das Tierschutzgesetz. Sind die Tiere nicht komplett bewusstlos, fühlen sie die Schmerzen des Messerstichs und müssen ihren eigenen Tod miterleben", heißt es seitens ARIWA.

Tönnies kündigt Sanktionen gegen einzelne Mitarbeiter an

In einem mit CO2 gefüllten Schacht werden die Tiere betäubt. Die Aufnahmen zeigen, wie die Schweine in Panik geraten.
In einem mit CO2 gefüllten Schacht werden die Tiere betäubt. Die Aufnahmen zeigen, wie die Schweine in Panik geraten.  © Animal Rights Watch (ARIWA)

"Die gezeigten Bilder nehmen wir sehr ernst. Tierschutz ist ein zentraler Bestandteil unserer Unternehmensleitlinien und Grundlage unseres täglichen Handelns", so der Unternehmenssprecher.

Umgehend nach ersten Hinweisen auf mögliche irreguläre Verhaltensweisen habe das Unternehmen ein ausführliches Tierschutzaudit am Standort durchgeführt.

"Hier sind keine systematischen oder strukturellen Mängel zutage getreten. Es handelt sich um Fehlverhalten einzelner Mitarbeiter, die entsprechend aufgearbeitet und sanktioniert werden", erläutert der Sprecher.

Die R. Thomsen EU-Großschlachterei GmbH gehört zum Konzern Tönnies, der inzwischen unter dem Namen Premium Food Group firmiert.

ARIWA hat bei der Staatsanwaltschaft Dortmund Anzeige gegen den Konzern erstattet. Die Anzeige wurde nach Angaben der Tierrechtsorganisation an die Staatsanwaltschaft Itzehoe übergeben.

Titelfoto: Animal Rights Watch (ARIWA)

Mehr zum Thema Tiere: