Northumberland (Großbritannien) - Am Sonntagnachmittag ist eine Gruppe von rund 40 Grindwalen vor der Küste von Northumberland in Not geraten.
Wie die British Divers Marine Life Rescue (BDMLR) berichtet, wurde die Organisation am Sonntagnachmittag über die Grindwale vor der Küste von Northumberland informiert. Nach Angaben der Tierschutzorganisation zeigten die Tiere Verhaltensweisen, die häufig im Vorfeld einer Strandung zu beobachten sind.
Lokale Boote versuchten deshalb, die Grindwale vom Ufer weg und zurück ins offene Meer zu führen.
Doch die Tiere ließen sich nicht von ihrem Kurs abbringen. Stattdessen hielten sich zahlreiche Grindwale dicht gedrängt um eines der größten Tiere der Gruppe auf, das regungslos auf der Seite im Wasser lag.
Mit Einbruch der Dunkelheit musste der Rettungsversuch schließlich abgebrochen werden.
Rettung nicht möglich
Am nächsten Morgen begann die Suche entlang der Küste erneut. Kurz darauf meldeten Mitarbeiter der Royal Society for the Protection of Birds (britische Naturschutzorganisation) auf Coquet Island, dass möglicherweise bis zu zwölf Grindwale in einem schwer zugänglichen Bereich zwischen den Felsen gestrandet waren.
Bei der Überprüfung wurden sechs Tiere entdeckt. Fünf lagen an Land, eines befand sich noch im Wasser. Zwei der gestrandeten Grindwale waren zu diesem Zeitpunkt bereits tot.
Die Rettungskräfte versuchten, die überlebenden Tiere wieder ins Wasser zu bringen. Aufgrund des schwierigen Geländes sowie der enormen Größe und Kraft der Wale war die Aktion jedoch mit erheblichen Risiken verbunden.
Gleichzeitig fiel der Wasserstand, sodass sich die Helfer schließlich zurückziehen mussten. Eine Rettung war nicht möglich.
Verbliebende Tiere sind verendet
Am Dienstag folgte die traurige Nachricht: Als das Rettungsteam gemeinsam mit einem Tierarzt erneut zur Insel zurückkehrte, waren auch die verbliebenen vier Grindwale verendet.
Nach Angaben der BDMLR handelte es sich offenbar ausschließlich um Weibchen - sowohl ausgewachsene Tiere als auch Jungtiere.
Warum die Grindwal-Gruppe in Not geraten ist, bleibt bislang unklar. Die Suche nach weiteren Tieren läuft unterdessen weiter. Entlang der Küste sind Beobachter im Einsatz, zudem unterstützen Drohnen die Suche.
Die verendeten Tiere sollen, sofern es die Bedingungen zulassen, geborgen und anschließend obduziert werden, um mehr über ihren Gesundheitszustand und mögliche Ursachen für die Notlage herauszufinden.