Seoul (Südkorea) - Hier müssen sich schrecklich qualvolle Szenen abgespielt haben: Auf einer Hundefleisch-Farm, ganz im Süden Südkoreas, wurden jährlich rund 1000 arme Vierbeiner nur wegen ihres Fleisches gezüchtet. Kurz bevor in dem asiatischen Land Hundefleisch als "Delikatesse" endlich offiziell verboten wird, konnten Tierschützer eine letzte Schlachtung verhindern.
Das vom südkoreanischen Parlament beschlossene Hundefleisch-Verbot tritt im Februar 2027 in Kraft. Diesen freudigen Tag hätten die über 70 Fellnasen in der Region Gangjin wohl nicht mehr erlebt - wären da nicht die Retter von "Humane World for Animals" gewesen.
"Auf der Hundefleisch-Farm stehen Reihen von rostigen, leeren Käfigen, die einst voller Hunde waren. Der Boden ist übersät von Halsbändern und den skelettierten Kieferknochen längst verstorbener Hunde", schrieb die Tierschutzorganisation über die gruseligen Zustände vor Ort in einer Mitteilung am Mittwoch.
Aus diesen unwürdigen Verhältnissen konnten im Zuge einer letzten großen Rettungsaktion vor Inkrafttreten des Hundefleisch-Verbots im Verlauf der Woche noch einmal über 70 Hunde vor einem grausigen Tod bewahrt werden. Es sind wohl die "letzten Überlebenden" dieses Schlachthauses, schrieb "Humane World for Animals".
Unter den geretteten Tieren befanden sich mehrere einheimische Jindos, ein deutscher Schäferhund und mehrere Mischlingshunde: "Diese 70 Hunde gehören zu den allerletzten, die in dieser sterbenden Industrie leiden mussten", erklärte Sangkyung Lee, Kampagnenleiter von "Humane World for Animals Korea".
Verzehr von Hundefleisch bald verboten: "Südkorea schlägt neues Kapitel auf"
Auf die Hunde wartet unterdessen ein völlig neues Leben. Sie sollen in Kanada und den USA an liebevollen Familien vermittelt werden.
Für Lee das "perfekte Schlusskapitel" einer zehnjährigen Mission, in deren Verlauf seine Tierschutzorganisation nach eigenen Angaben rund 3000 Hundeleben retten konnte: "Südkorea schlägt hingegen ein neues Kapitel auf, in dem Hunde als unsere Freunde und nicht als Essen betrachtet werden."
Ab dem 7. Februar ist es per Gesetz verboten, in Südkorea Hunde für den menschlichen Verzehr zu züchten, sie zu töten, zu schlachten und zu verkaufen.
Bei Missachtung drohen Gefängnis und Geldstrafen. Laut Zahlen des Landwirtschaftsministeriums sind aktuell noch 272 Hundefleisch-Farmen in Betrieb. Vor Verabschiedung des Verbotsgesetzes waren es fast 1300 Farmen, auf denen über die Jahre schätzungsweise mehr als 380.000 Vierbeiner geschlachtet wurden.
In diesem Fall konnte der Besitzer (80) der Hundefleisch-Farm von den Tierschützern dazu bewegt werden, die todgeweihten Hunde an die Organisation zu übergeben. Mit seiner Unterschrift soll er zudem eingewilligt haben, sich auch in Zukunft nicht mehr an der Qual-Industrie zu beteiligen.
Für "Humane World for Animals" richtet sich der Blick unterdessen auf weitere asiatische Länder, in denen das Schlachten und Essen von Hunden leider weiterhin gängige Praxis ist, etwa in China, Indien oder Vietnam.