Dackel-Drama vorm Jawort: Drohnen-Spezialist rettet Hochzeit
Hoyerswerda - Beinahe hätte Rauhaardackel Bautz (3) einen Schatten auf den glücklichsten Tag geworfen. Denn auf der Jagd lief der Hund seinem Herrchen Jens Kirchberg (45) plötzlich davon. Erst am nächsten Tag konnte das Tier dank Drohnentechnik nahe Hoyerswerda in Sachsen wiedergefunden werden.
Heute kann Jäger Kirchberg bei seiner Hochzeit wieder aus ganzem Herzen strahlen - das sah vor Kurzem noch anders aus.
"Ich habe ein Revier bei Leippe-Torno", sagt der Jäger zu TAG24. "Ich schoss einen Keiler und wollte, dass der Hund ihn sucht." Mit einer zwölf Meter langen Schleppleine lief Bautz los, doch weil die sich ständig zwischen den Beinen verfing, ließ der Jäger sie los.
"Ich dachte, ich sehe die Leine ja immer noch." Doch der Dackel wurde schneller und schneller und war irgendwann komplett weg.
"Bis 22 Uhr habe ich gesucht", so der Jäger. "Dann habe ich meine Frau angerufen." Doch auch zu zweit war der Hund nicht zu finden.
Zwischen Mitternacht und 6 Uhr schliefen beide im Wald im Auto. In der Hoffnung, dass Bautz zurückkommt.
Dackel hatte sich mit der Leine verfangen und zusammengerollt
Nachdem Kirchberg den Dackel auch bis 8 Uhr nicht finden konnte, rief er schließlich bei der Firma OGF an. Diese ist auf Wildfindung und -zählung auch per Drohne spezialisiert: "Um 10 Uhr fingen wir an zu fliegen", sagt Drohnenpilot Robert Friedrich (39).
"Wir schauen zuerst mit der Wärmebildkamera. Wenn wir eine Wärmequelle finden, zoomen wir heran." Doch auch hier blieb die Suche über drei Stunden erfolglos. "Wir wollten schon Schluss machen", so der Pilot.
"Ich wollte noch den letzten Akku leer fliegen, da haben wir ihn plötzlich zusammengerollt entdeckt."
Kirchberg war überglücklich: "Er hatte sich mit der Leine verfangen. Er hat erst etwas verhalten reagiert, aber dann haben wir uns alle gefreut und sind heulend zurückgegangen."
Bautz hat die Nacht im Freien gut überstanden und bekam noch rechtzeitig zur Hochzeit einen neuen Haarschnitt. OGF berechnete für den Einsatz nur die Spritkosten.
"Wir kommen auch aus der Forstwirtschaft und wissen, was es bedeutet, wenn ein Hund vermisst wird", so Drohnenpilot Friedrich.
Titelfoto: Bildmontage: privat

