Gefährliche Krankheiten! Behörde warnt vor Welpenkauf in Osteuropa
Von Andreas Hummel
Chemnitz - Die Landesuntersuchungsanstalt warnt nachdrücklich vor dem Kauf von Hundewelpen aus Osteuropa. Untersuchungen hätten in den vergangenen Jahren gezeigt, dass die Tiere oft Krankheitserreger in sich tragen, heißt es in einem Bericht der Behörde. Dazu gehören Salmonellen, Parvoviren, Parasiten und Bandwürmer. Auch Tollwut sei nicht ausgeschlossen, wie ein Fall Ende 2025 in Rheinland-Pfalz gezeigt habe.
Betroffen sei ein Hund gewesen, der über eine Tierschutzorganisation aus Russland dorthin gebracht worden war. Deutschland gilt als frei von der klassischen Tollwut.
Der Fall hatte Wellen auch nach Sachsen geschlagen. Denn zu dem Sammeltransport gehörten weitere Hunde, von denen drei im Freistaat ein neues Zuhause fanden.
Sie seien amtstierärztlich überprüft und unter behördliche Beobachtung gestellt worden, teilt das Gesundheitsministerium auf dpa-Anfrage mit.
Doch hätten Laboruntersuchungen bei diesen Tieren einen ausreichenden Schutz ergeben, so dass die Maßnahmen wieder aufgehoben werden konnten.
Behörde: Hundeschmuggel verursacht viel Tierleid
Nach Behördenangaben sind kommerzielle Welpenzuchten in Osteuropa seit Jahren ein wachsendes Problem. Dort würden die Hunde oft unter hygienisch katastrophalen Umständen gehalten, die viel Tierleid verursachten.
Durch die Grenze zu Polen und Tschechien würden hierzulande immer wieder Hunde aus illegalen Transporten aufgegriffen, heißt es. Betroffen seien vor allem die Landkreise Görlitz und Sächsische Schweiz-Osterzgebirge.
"Häufig handelt es sich um junge Tiere von kleineren, zurzeit gefragten Hunderassen." Dazu zählten etwa Chihuahua, Spitz- und Zwergspitz-Mischlinge sowie Malteser.
Zahlen, wie viele Schmuggelhunde in den vergangenen Jahren bei Kontrollen aufgegriffen wurden, konnten Innenministerium und Landesuntersuchungsanstalt (LUA) nicht nennen. Das werde nicht statistisch erfasst, heißt es beim Innenministerium.
Die LUA teilt mit, dass dort nur in Einzelfällen und anlassbezogen solche Tiere untersucht würden – etwa wenn sie verendet seien. In den Jahren 2020 bis 2025 seien 23 geschmuggelte Tiere obduziert worden.
Titelfoto: David Ebener/dpa

