Mit Unterstützung von TV-Experte Martin Rütter: NRW-Landtag debattiert über Führerschein zur Hundehaltung

Von Oliver Auster

Düsseldorf - Tierschützer fordern es schon seit vielen Jahren, jetzt könnte es in NRW endlich Realität werden: Die SPD fordert im Landtag einen "Hundeführerschein" für alle Menschen, die sich einen Vierbeiner anschaffen wollen.

Ein "Hundeführerschein" soll laut Experten für die nötige Expertise bei der Haltung der Vierbeiner sorgen. (Symbolfoto)  © Focke Strangmann/dpa

Zu einem entsprechenden Antrag werden kommende Woche Fachleute im Landtag gehört. Einer von ihnen ist der prominente Hundeexperte Martin Rütter (56), der die Forderung der Sozialdemokraten unterstützt.

Die Oppositionsfraktion argumentiert, dass man in Deutschland ohne jeden Nachweis von Sachkenntnis einen Hund kaufen könne. Im Nachhinein fühlten sich viele Menschen überfordert oder seien von den laufenden Kosten für das Tier überrascht.

SPD-Fraktionschef Jochen Ott (52) sagte, er wolle Tierheime zu Partnern machen - die dann Hunde-Unterricht anbieten könnten. Ott schwebt eine Gebühr von 100 bis 150 Euro vor, die komplett an die Tierheime gehen würde.

Hunde Tierisches Happy End: Besorgte Besitzerin schließt ausgebüxten Schäferhund-Opa wieder in die Arme

Fraktionschef Ott - selbst Hundehalter - berichtete am Dienstag, dass er durch den privaten Besuch einer Show von Martin Rütter in Köln auf das Thema "Hundeführerschein" gekommen sei. Rütter betonte in einem gemeinsamen Pressegespräch mit Ott: "Wir sind weit weg von kompetenten Hundehaltern in Deutschland." Aus seiner Sicht sollten Besitzer zumindest ein Basiswissen über Hunde haben - "haben sie aber nicht".

Der Hundeexperte stellt sich ein Wochenend-Seminar für Menschen vor, die einen Hund kaufen wollen. Dort solle man lernen, wie man einen seriösen Verkäufer erkennt, wie man einen Hund ernährt und wie man mit ihm umgeht.

Anzeige
SPD-Fraktionschef Jochen Ott (52) ist selbst Hundehalter und von der Idee eines Sachkundenachweises überzeugt.  © Rolf Vennenbernd/dpa
TV-Hundeexperte Martin Rütter (56) schlägt Wochenend-Seminare in Tierheimen für potenzielle Hundehalter vor.  © Sina Schuldt/dpa

Jura-Professorin Susanne Benöhr-Laqueur hat rechtliche Bedenken

Die Jura-Professorin Susanne Benöhr-Laqueur, die ebenfalls als Sachverständige zu dem Thema im Landtag gehört werden soll, nennt den Vorstoß in ihrer schriftlichen Stellungnahme zwar "ein absolut nachvollziehbares Anliegen", sieht aber schwerwiegende rechtliche Probleme.

Benöhr-Laqueur empfiehlt, "den Fokus rein auf die Prävention von Beißvorfällen (Gefahrenabwehr) zu legen" und "ein rechtssicheres Gesetz zu formulieren, das alle qualifizierten Stellen (Tierärzte, zertifizierte Hundeschulen etc.) einbindet und geordnete Übergangsfristen vorsieht".

Mehr zum Thema Hunde: