Maricao (Puerto Rico) - Dramatische Szenen im Dschungel von Puerto Rico! Eine riesige Würgeschlange hatte sich um einen jungen Papagei gewickelt und drohte, ihn zu ersticken - doch die verzweifelten Schreie seiner Artgenossen alarmierten einen Retter.
Es war ein Kampf um Leben und Tod, der sich im Staatswald von Maricao auf Puerto Rico abspielte. Eine Rotschwanzboa hatte einen jungen Puerto-Rico-Papagei gepackt und hielt ihn mit ihrem kräftigen Körper fest umschlungen, wie People berichtet.
Hoch oben an einem Bambushalm saß der wehrlose Vogel in der tödlichen Falle. Doch seine Artgenossen ließen ihn nicht im Stich.
Der Wildtierbiologe Raúl Correa von der US-Naturschutzbehörde Fish and Wildlife Service war gerade im Wald unterwegs, als er die aufgeregten Schreie eines Papageienschwarms hörte.
Er folgte den Rufen und entdeckte die dramatische Szene: Eine Boa hatte sich um den Jungvogel gewickelt und ließ ihn nicht mehr los.
Jetzt musste es schnell gehen! Correa zögerte nicht lange und durchtrennte kurzerhand den Bambushalm, an dem sich die Schlange mit ihrer Beute befand.
Die ungewöhnliche Rettungsaktion zeigte Wirkung: Die Boa lockerte ihren Würgegriff und gab den kleinen Papagei frei.
Nach einer Nacht durfte der Papagei zurück in die Freiheit
Zunächst war unklar, ob der junge Vogel den Angriff unbeschadet überstanden hatte. Deshalb wurde er über Nacht beobachtet, um mögliche Verletzungen auszuschließen.
Dann folgte die erlösende Nachricht: Der kleine Überlebenskünstler hatte die Attacke überstanden und konnte wieder in die Freiheit entlassen werden.
Wie die US-Naturschutzbehörde mitteilte, war der Papagei erst etwa einen Monat zuvor flügge geworden. Nach seiner Rettung flog er bereits wieder gemeinsam mit seinem Schwarm durch den Wald.
Hinter dem dramatischen Zwischenfall steckt allerdings ein größeres Problem. Die Rotschwanzboa stammt ursprünglich aus Südamerika und gilt auf Puerto Rico als invasive Art.
Würgeschlange kann bis zu 34 Kilo wiegen
Vermutlich waren die Schlangen durch den illegalen Handel mit exotischen Haustieren auf die Karibikinsel gelangt. Dort konnten sie sich nahezu ungehindert ausbreiten, weil natürliche Feinde fehlen.
Die ungiftigen Würgeschlangen können mehr als drei Meter lang und bis zu 34 Kilogramm schwer werden. Für die heimische Tierwelt stellen sie eine erhebliche Bedrohung dar.