Sieben weit verbreitete Irrtümer über Katzen

Deutschland – Rund um die Katze gibt es viele Mythen. Zum Beispiel, dass unsere Stubentiger gern Milch trinken. Dabei ist das purer Unsinn. Wir haben uns sieben Katzen-Mythen angeschaut und präsentieren hier die tierische Wahrheit.

1) Dürfen Katzen Milch trinken?

Junge Katzen können Milchzucker verarbeiten.
Junge Katzen können Milchzucker verarbeiten.  © Amy Chen on Unsplash

Während die Muttermilch bei Katzen speziell auf die Bedürfnisse der kleinen Minitiger abgestimmt ist, hat Kuhmilch eine vollkommen andere Nährstoff-Zusammensetzung. Vor allem der Milchzucker in der Kuhmilch kann zu Verdauungsproblemen wie Durchfall, Übelkeit und Erbrechen führen.

Während Katzen-Junge ein Enzym bilden, mit dessen Hilfe sie in der Lage sind, den Milchzucker aufzuspalten, wird diese Funktion mit fortschreitendem Alter komplett gestoppt.

Der Mensch hat sich über Jahrhunderte an Milch gewöhnt. Auch hier gibt es heute viele Leute, die unter einer sogenannten Laktoseintoleranz leiden. Diese ist sehr ähnlich zu der generellen Unverträglichkeit von Milch bei erwachsenen Säugetieren.

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Katzen Ohne Worte! Drei Kitten nachts in Karton ausgesetzt: Wie sollen die Kleinen heißen?

Auch Katzen können sich an Milch gewöhnen, wenn sie von klein auf mit selbiger zugefüttert werden. Da aber die wenigsten jungen Katzen mit Milch gefüttert werden, sollte man zunächst davon ausgehen, dass Milch zu Problemen bei der Katze führt.

Kann ich meine Katze dann mit laktosefreier Milch füttern?

Zwar würden Katzen laktosefreie Milch besser vertragen als normale Kuhmilch, allerdings ist Kuhmilch sehr fett- und eiweißreich. Vor allem bei regelmäßiger Fütterung kann Kuhmilch zu Übergewicht bei Katzen führen.

Und was ist mit Katzenmilch?

Im Fachhandel werden verschiedene Katzenmilch-Produkte verkauft. Hierbei handelt es sich um laktosereduzierte, mit Nährstoffen versetzte Kuhmilch. Diese kann gelegentlich an Katzen verfüttert werden.

Kann man Käse füttern?

Käse enthält in der Regel kaum Laktose, wodurch er in Maßen verfüttert werden kann. Man sollte als Halter aber bedenken, dass Käse viel Salz und andere Gewürze enthalten kann, die bei Katzen zu Nierenproblemen führen können.

2) Mythos: Katzen haben 7 oder 9 Leben

Katzen haben natürlich nur ein Leben, welches sie perfekt meistern.
Katzen haben natürlich nur ein Leben, welches sie perfekt meistern.  © Marko Blažević on Unsplash

Während in Deutschland die Redewendung existiert, dass eine Katze 7 Leben hat, wird in England sogar von 9 Leben gesprochen.

Woher dieser Aberglaube kommt, kann heute niemand mehr so genau sagen. Während einige von den Ägyptern schreiben und andere von reinen Dorfgeschichten ausgehen, kann niemand eine Quelle für diese Redewendung festmachen.

Fakt ist: Natürlich haben Katzen nur ein Leben, aber sie sind Profis darin, dieses Leben perfekt zu meistern.

3) Mythos: Katzen landen immer auf ihren Pfoten

Katzen landen fast immer auf ihren Pfoten dank des Stellreflexes.
Katzen landen fast immer auf ihren Pfoten dank des Stellreflexes.  © Guillaume de Germain on Unsplash

Katzen besitzen einen sehr flexiblen Körper. Durch den sogenannten Stellreflex sind die Katzen in der Lage, bei einem Sturz ihren Körper in der Luft zu drehen.

Diesen Stellreflex lernen kleine Katzen übrigens schon in der 3. Woche ihres Lebens.

Auch wenn das Richtigstellen in der Luft fast immer klappt, kommt es auf die Höhe an, von der die Katze fällt.

Katzen landen also fast immer auf den Pfoten, wenn die Höhe stimmt.

4) Mythos: Schwarze Katzen bringen Pech

Auch heute leiden schwarzen Katzen unter dem zugeschriebenen Stigma als Unglücksbringer.
Auch heute leiden schwarzen Katzen unter dem zugeschriebenen Stigma als Unglücksbringer.  © Eduardo Mallmann on Unsplash

Vor allem durch mystische Sagen der Kelten wurde der Glaube an schwarze Katzen als Unglücksbringer in der Welt verbreitet. Im Mittelalter wurden schwarze Katzen dann mit Hexerei in Verbindung gebracht, da der Glaube existierte, dass sich Hexen nachts in schwarze Katzen verwandeln.

In Japan und England soll es stattdessen Glück bringen, wenn eine schwarze Katze den Weg kreuzt. Statistiken zeigen aber, dass es schwarze Katzen in Tierheimen schwerer als farbige Katzen haben, adoptiert zu werden.

Natürlich bringen schwarze Katzen kein Unglück, im Gegensatz zu farbigen Katzen wurden ihnen aber entsprechende negative Eigenschaften zugesprochen, die sich bis heute in der Gesellschaft verankert haben.

5) Mythos: Katzen denken, Menschen sind ihre Sklaven

Ein menschlicher Katzen-Sklave. Oder doch nicht?
Ein menschlicher Katzen-Sklave. Oder doch nicht?  © Eduardo Mallmann on Unsplash

Darüber, was Katzen über uns Menschen denken, gibt es viele Mythen. Am weitesten verbreitet ist die Annahme, dass Katzen über Menschen denken würden, dass sie nur ihre Sklaven seien.

Der Katzen-Verhaltens-Experte John Bradshaw von der Universität Bristol sagte im Interview mit National Geographics, dass sich das Verhalten von Katzen dem Menschen gegenüber nicht von dem anderer Katzen gegenüber unterscheidet.

Im Gegensatz zu echten Katzen sind wir Menschen in ihren Augen aber ungeschickte Katzen, die über die Stubentiger stolpern.

Katzen würden untergeordneten Tieren keine Zuneigung zeigen. Daher ist also davon auszugehen, dass Katzen nicht denken, dass wir schlechte Katzen bzw. Menschen, geschweige denn ihre Sklaven sind.

6) Mythos: Katzen brauchen weniger Pflege als Hunde

Auch Katzen brauchen viel Aufmerksamkeit und Pflege.
Auch Katzen brauchen viel Aufmerksamkeit und Pflege.  © Paul Hanaoka on Unsplash

Informiert man sich über die Katzenhaltung, findet man oft den Hinweis, dass Katzen weniger Pflege benötigen als Hunde. Natürlich stimmt das im Bezug auf das tägliche Ausführen, aber auch eine Katze möchte beschäftigt werden und benötigt einiges an Pflege.

Neben der regelmäßigen Fellpflege benötigen Katzen täglich frisches Futter und Wasser. Zusätzlich dazu muss auch das Katzenklo am besten jeden Tag gereinigt werden. Neben täglichen Spieleinheiten muss man mit einer Katze auch regelmäßig zum Tierarzt, um etwaige Wurmkuren und Impfungen auffrischen zu lassen.

So gehen schnell auch mal einige Stunden pro Tag für die Katze drauf.

7) Mythos: Katzen sind nachtaktiv

Katzen sind dämmerungsaktive Tiere.
Katzen sind dämmerungsaktive Tiere.  © Raphael Schaller on Unsplash

Katzen sind zwar deutlich besser an das Leben in der Dunkelheit angepasst, aber sie können weder in kompletter Dunkelheit sehen, noch sind Katzen nachtaktiv. Katzen sind vor allem dämmerungsaktiv.

Dies hängt mit ihrem natürlichen Jagdinstinkt zusammen und verschafft ihnen durch die gute Sicht in der Dämmerung einen Vorteil gegenüber anderen Räubern. Auch Wohnungskatzen folgen mitunter dieser genetischen Bestimmung und sie werden erst in der Dämmerung und Nacht aktiv.

Man sieht: Über Katzen existieren zahlreiche Mythen. Viele lassen sich schnell widerlegen, andere sind eher mythischen Ursprungs und haben sich über viele Jahrzehnte in unserer Gesellschaft gehalten.

Die Sphinx Katze gehört zu den Nacktkatzen.
Die Sphinx Katze gehört zu den Nacktkatzen.  © Photo by Fausto García on Unsplash

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