Neues Jagdgesetz! Landkreise machen Jagd auf Wölfe, Kritik von Naturschützern
Von Ulf Vogler
Marktoberdorf/Bad Reichenhall - Etwa 100 Jahre lang war er in Deutschland ausgerottet, doch seit der Jahrtausendwende ist er wieder da – der Wolf. Seitdem wird heftig darüber gestritten, ob der Verwandte unseres Haustiers Hund bleiben soll oder nicht.
Auch bei anderen Raubtieren wie Luchs oder Bär gibt es diese Diskussionen, doch beim Wolf wird es oft sehr emotional.
Dies dürfte auch an dessen Märchen-Karriere als böser Wolf liegen.
Im März machte der Bundestag den Weg für einen erleichterten Abschuss von Wölfen frei. Der Wolf wurde ins Jagdrecht aufgenommen, auch der Bayerische Jagdverband hatte dies verlangt. Weiterhin fordert die Jägervereinigung "die Festlegung einer verträglichen Obergrenze der Wolfspopulation in Bayern".
Um die Gemüter bei den besorgten Bauern und Schäfern zu beruhigen.
Der Bund Naturschutz in Bayern (BN) hat für die Anordnung überhaupt kein Verständnis. In dem Grenzgebiet zu Österreich sei seit acht Jahren ein Wolf sesshaft, der dort noch nie Schafe oder Rinder gerissen habe.
Ob nun tatsächlich bis Ende Oktober in den Jagdgebieten ein oder sogar mehrere Wölfe erlegt werden, bleibt abzuwarten. Der BN glaubt jedenfalls, dass die alten Schauerbilder vom Wolf aus den Märchen immer noch in den Köpfen umherspuken: "Rotkäppchenphantasien beim Wolf sind einfach nicht mehr zeitgemäß."
Titelfoto: Armin Weigel/dpa
