Görlitz - Welche Überraschungen hält wohl ein Genitalien-Kabinett bereit? Und was passiert in einer tierischen Peep-Show? Antworten liefert die neue interaktive Entdeckerwelt "Wild Love Stories" im Naturschutz-Tierpark Görlitz. An den drei kindgerecht gestalteten Stationen können auch Erwachsene noch so einiges lernen.
Zum Beispiel, warum das Koala-Männchen zwei Penisse hat. "Ganz einfach", sagt Zoo-Pädagogin Kati Sommer (37), "weil die Koala-Vagina zwei Eingänge hat".
So unverkrampft wie sie über das Liebesleben von Ameisenigeln, Fledermäusen oder Katzen spricht, so bunt sind die gezeichneten Illustrationen der "Wild Love Stories". In den drei Indoor-Ausstellungsbereichen Verführung, Paarung und Nachwuchs erfahren Kinder und Erwachsene, wie unterschiedlich die Tiere leben, lieben und ihre Jungen großziehen.
Die Blaupause für die neue Attraktion lieferte der Bestseller "Das Liebesleben der Tiere" von Katharina von der Gathen und illustriert von Anke Kuhl. Die Idee, das Buch in Erlebnisstationen für Kinder umzusetzen, hatte Tierparkdirektor Sven Hammer (57).
Das gibt es nirgendwo sonst in Deutschland.
"Wild Love Stories" im Tierpark Görlitz: Löwen stehen auf Privatsphäre
Die analogen, interaktiven und multimedialen Stationen vermitteln dabei nicht nur allgemein Wissenswertes, sondern bieten auch einen emotionalen Zugang zum Thema Artenschutz, dem sich der Zoo verschrieben hat, so Kati Sommer.
Ein Beispiel?
"Löwen brauchen für Sex Ruhe", sagt die gelernte Tierpflegerin und verweist auf den Begleittext.
Der erläutert, dass die Tiere in freier Wildbahn dabei oft von Safaris nicht nur gestört, sondern häufig auch verfolgt und sogar eingekesselt werden.
Besucher begeistert - nur eine Mutti nicht
Selbstverständlich sind alle Illustrationen jugendfrei. Stationen wie die "Peep-Show" oder das "Genitalien-Kabinett" sind abgetrennt. Eltern können selbst entscheiden, ob sie die Station mit ihren Kindern ansehen möchten oder nicht.
Seit drei Monaten lassen sich die tierischen Liebesgeschichten im Görlitzer Naturschutz-Tierpark inzwischen entdecken.
"Das neue Angebot kommt zu 99 Prozent gut bei den Besuchern an", berichtet Kati Sommer. Nur eine Mutti habe gemeint, das sei nichts für ihr Kind.