Ukraine-Krieg: Drohne stürzt in Litauen ab - Kiew entschuldigt sich

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Kiew - Die Ukraine hat russischen Angaben zufolge mit Dutzenden Drohnen Ziele in St. Petersburg angegriffen, darunter ein Ölterminal im Hafen und ein Rechenzentrum.

Der Hafen von St. Petersburg wurde Ziel ukrainischer Drohnen. (Archivbild)
Der Hafen von St. Petersburg wurde Ziel ukrainischer Drohnen. (Archivbild)  © Ulf Mauder/dpa

Das Militär habe in der Region 126 ukrainische Drohnen abgewehrt, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf Gouverneur Alexander Drosdenko. Es gebe keine Opfer.

In der Anlage des Ölterminals sei ein Feuer ausgebrochen, sagte demnach der Gouverneur der Stadt, Alexander Beglow. Das genaue Ausmaß der Schäden blieb zunächst unklar. Im Internet kursierten nicht unabhängig bestätigte Videos, die dort einen großen Brand zeigen sollen.

Ukrainische Medienberichte, wonach Videos einen Treffer auf einer achtspurigen Brücke in St. Petersburg zeigten, bestätigte die russische Seite zunächst nicht. Russland hatte jüngst eine Brücke in der ukrainischen Hauptstadt Kiew getroffen.

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Das getroffene Rechenzentrum gehört dem Tass-Bericht zufolge der Internetfirma VK, die ein in Russland beliebtes soziales Netzwerk betreibt. Der Flughafen St. Petersburg setzte aufgrund des ukrainischen Angriffs Tass zufolge zeitweise seinen Betrieb aus; Passagiere und Mitarbeiter wurden an sichere Orte gebracht.

Alle relevanten Informationen zum Geschehen in der Ukraine und Russland gibt es hier im TAG24-Newsticker.

18. Oktober, 18.27 Uhr: Selenskyj besorgt über US-Kurs Richtung Moskau

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) hat sich tief besorgt über eine mögliche Annäherung der USA an Russland geäußert.

"Sollten sich die USA an die Seite Russlands stellen, können wir nicht überdauern", sagte Selenskyj in einem Interview des Senders NBC zu den jüngsten Schritten von US-Präsident Donald Trump (80), wie etwa der Aussetzung von neuen Sanktionen oder dem Diesel-Deal mit dem Kreml. Ein Entzug der bisherigen US-Unterstützung für Kiew wäre "ein historischer Fehler, eine große Tragödie".

Selenskyj klagte über die jüngsten Behinderungen der ukrainischen Kriegsführung gegen Russland durch die USA. In erster Linie sei die bisherige Nutzung des Starlink-Satellitennetzes eingeschränkt worden. "Das gibt den russischen Aggressoren weitere Unterstützung", sagte Selenskyj. Die dadurch erfolgte Drosselung der Reichweite ukrainischer Gegenangriffe sehe er als beabsichtigt, als "Nachricht der US-Regierung".

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) zeigt sich besorgt über den US-Kurs in Richtung Moskau.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) zeigt sich besorgt über den US-Kurs in Richtung Moskau.  © Geert Vanden Wijngaert/AP/dpa

18. Oktober, 18.16 Uhr: Drohne stürzt in Litauen ab - Kiew entschuldigt sich

Eine Drohne ist in den Luftraum des baltischen EU- und Nato-Landes Litauen eingeflogen und abgestürzt.

Die Ukraine entschuldigte sich einige Stunden nach Bekanntwerden dafür. "Wir bedauern den Zwischenfall, der sich am Morgen im Luftraum Litauens ereignet hat, der möglicherweise auf elektronische Kriegsführung Russlands zurückzuführen ist, die Drohnen beim Einsatz gegen legitime militärische Ziele in Russland abgelenkt haben", schrieb der ukrainische Außenamtssprecher Heorhij Tychyj auf X. "Wir entschuldigen uns für mögliche Beeinträchtigungen, Risiken oder Sorgen, die dadurch aufgekommen sein mögen." Kiew sei bereit, mit Vilnius zusammenzuarbeiten, um die Sache aufzuklären. 

Der litauische Verteidigungsminister Robertas Kaunas hatte zuvor mitgeteilt, der unbemannte Flugkörper sei vermutlich aus dem benachbarten Polen kommend im Norden des Landes zu Boden gegangen. Trümmerteile hätten ein fahrendes ziviles Fahrzeug beschädigt. Verletzt worden sei niemand, sagte der Leiter des nationalen Krisenmanagementzentrums, Vilmantas Vitkauskas, im litauischen Radio. Es seien einige Trümmer und Teile des Flugobjekts gefunden worden. Noch sei aber unklar, ob die Drohne Sprengstoff enthielt.

Die Ukraine hat sich für den Absturz einer Drohne auf Nato-Gebiet in Litauen entschuldigt. (Symbolfoto)
Die Ukraine hat sich für den Absturz einer Drohne auf Nato-Gebiet in Litauen entschuldigt. (Symbolfoto)  © Mindaugas Kulbis/AP/dpa

18. Oktober, 14.33 Uhr: Rubio verteidigt Aussetzung neuer Sanktionen gegen Russland

Die umstrittene Entscheidung von US-Präsident Donald Trump (80) , ein bereits verabschiedetes Gesetzespaket mit neuen Sanktionen gegen Russland auf unbestimmte Zeit auszusetzen, hat sein Außenminister Marco Rubio (55) verteidigt.

Vor Journalisten sagte er am Samstagabend (Ortszeit) vor seinem Abflug nach Usbekistan auf Nachfrage, Trump wolle nun erst einmal analysieren lassen, welche Auswirkungen die darin vorgesehenen Zölle und Sanktionen auf die Weltwirtschaft und auch auf die US-Wirtschaft hätten. Er sprach dabei von einem Bedenkzeitraum von 60 Tagen, in denen diese Analyse jetzt erfolgen solle.

Rubio verwies auf die aktuellen Konflikte und Kriege weltweit, die negative Folgen für Welthandel und Energieversorgung hätten, "nicht nur der Iran und die Straße von Hormus, sondern auch die sich häufenden Angriffe der Huthis auf Saudi-Arabien und natürlich der Krieg zwischen Russland und der Ukraine, wo Energieanlagen angegriffen werden". All das wirke sich auch auf Energiepreise aus. Trump selbst hatte am Freitag die Aussetzung des Gesetzes damit begründet, dass dies "zum jetzigen Zeitpunkt im nationalen Interesse" der USA liege.

US-Außenminister Marco Rubio (55).
US-Außenminister Marco Rubio (55).  © Mark Schiefelbein/Pool AP/dpa

18. Oktober, 8.42 Uhr: Ukraine greift Ölhafen in St. Petersburg an

Die Ukraine hat russischen Angaben zufolge mit Dutzenden Drohnen Ziele in St. Petersburg angegriffen, darunter ein Ölterminal im Hafen und ein Rechenzentrum.

Das Militär habe in der Region 126 ukrainische Drohnen abgewehrt, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf Gouverneur Alexander Drosdenko. Es gebe keine Opfer.

17. Oktober, 19.21 Uhr: Satelliteninternet für Ukraine weiter gedrosselt

Das militärisch wichtige Satelliteninternet Starlink funktioniert nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) über der Ukraine weiterhin nur gedrosselt.

Tests in europäischen Ländern hätten überdies ergeben, dass die Drosselung nur sein Land betreffe, sagte Selenskyj nach Medienberichten in Kiew. "Das heißt, es handelt sich um eine geplante Operation", folgerte er. 

Die Satelliten der US-Firma SpaceX verfolgten nicht die Antennen auf Flugobjekten, die schneller als 161 Kilometer in der Stunde fliegen, sagte der Präsident. Dies behindert ukrainische Drohnen sowohl bei der Abwehr russischer Jetdrohnen als auch bei eigenen Angriffen auf mittlere Distanzen.

Dem ukrainischen Präsidenten zufolge ist das Starlink-Satelliteninternet des Landes weiterhin gedrosselt.
Dem ukrainischen Präsidenten zufolge ist das Starlink-Satelliteninternet des Landes weiterhin gedrosselt.  © Christoph Soeder/dpa-ENR-Pool/dpa

17. Oktober, 19.12 Uhr: Alarm im Nato-Gebiet! Kampfjets müssen Drohnen abschießen

Wieder Drohnenalarm im Nato-Gebiet! Am Samstagabend haben rumänische F-16-Kampfjets im Luftraum des Landes zwei unbemannte Flugobjekte abgeschossen.

Dem rumänischen Verteidigungsministerium zufolge starteten die zwei Maschinen um 17.43 Uhr vom Luftwaffenstützpunkt Borcea, "nachdem Radarsysteme eine Gruppe von Luftzielen etwa 120 Kilometer östlich der Schlangeninsel [ukrainisches Gebiet im Schwarzen Meer, Anm. d. Red.] entdeckt hatten. Die Ziele flogen in südwestlicher Richtung", heißt es in der Mitteilung.

Es habe sich um Drohnen gehandelt, die um 18.01 Uhr und 18.05 Uhr über rumänischen Hoheitsgewässern zerstört worden seien. Wem sie gehören, blieb zunächst unklar.

F-16-Kampfjets haben zwei Drohnen über rumänischen Hoheitsgewässern eliminiert. (Symbolfoto)
F-16-Kampfjets haben zwei Drohnen über rumänischen Hoheitsgewässern eliminiert. (Symbolfoto)  © Georg Wendt/dpa

17. Oktober, 12.27 Uhr: Selenskyj kritisiert Aussetzung von US-Sanktionen

Der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj (48) hat die Aussetzung der neuen US-Sanktionen gegen Russland durch US-Präsident Donald Trump (80) kritisiert.

Eine Lockerung des Drucks auf Russland und finanzielle Belohnungen seien für Kremlchef Wladimir Putin nur Ansporn, weiter zuzuschlagen, teilte Selenskyj in einem Beitrag bei Telegram mit. Er beklagte dabei, dass Trump sich zu dem Schritt entschlossen habe, einen Tag nachdem Moskau einen der massivsten Schläge gegen die ukrainische Energieinfrastruktur ausgeführt habe.

"Russland versucht, in der Ukraine kurz vor dem Winter einen Blackout herbeizuführen", sagte Selenskyj. Das Land wolle Millionen Menschen Strom und Heizung nehmen. "Es braucht Druck, um dies zu stoppen", forderte er. Trump könne das Sanktionsgesetz auch wieder in Kraft setzen. "Aber es muss wirklich greifen", betonte Selenskyj.

Der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj (48).
Der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj (48).  © Michael Kappeler/dpa

17. Oktober, 10.27 Uhr: Moskau erfreut über Trumps Zoll-Aussetzung

Moskau hat die Aussetzung von neuen US-Strafmaßnahmen in seinem Angriffskrieg gegen die Ukraine als "wichtigen und wahrhaft historischen Moment" gelobt.

Der Schritt fördere den Dialog und die für beide Seiten vorteilhafte Zusammenarbeit, teilte der für die internationale wirtschaftliche Zusammenarbeit zuständige Kreml-Beauftragte Kirill Dmitrijew bei Telegram mit.

17. Oktober, 8.40 Uhr: Trump legt geplante Zölle gegen Russland auf Eis

Knapp einen Monat nach der Unterzeichnung eines Sanktionspakets gegen Russland legt US-Präsident Donald Trump (80) die darin vorgesehenen Zölle kurz vor ihrem Inkrafttreten auf Eis.

Die drastischen Strafmaßnahmen ruhen damit bis auf Weiteres, wie aus einem am Freitag (Ortszeit) veröffentlichten Dekret hervorging. Trump begründete sein Vorgehen damit, dass dies "zum jetzigen Zeitpunkt im nationalen Interesse" der USA liege.

US-Präsident Donald Trump ist nach eigenen Angaben nicht für die vorübergehende Drosselung des militärisch genutzten US-amerikanischen Satelliteninternets von Starlink in der Ukraine verantwortlich gewesen. "Das habe ich nicht getan. Nein, wir haben das überhaupt nicht getan", sagte er vor Reportern in Washington. 

Trumps Aussagen stehen im Widerspruch zu jenen von Elon Musk, dem der Konzern SpaceX, der Starlink betreibt, gehört. "Jegliche Geschwindigkeits- oder Nutzungsbeschränkungen werden vom US-Militär und letztlich vom US-Präsidenten festgelegt", hatte dieser zuvor auf X gepostet. Dabei ging es explizit um Starshield, der militärischen Funktion von Starlink. Unklar bleibt damit weiter, wer tatsächlich für eine etwaige Drosselung verantwortlich war.

Trump zeigte sich unwissend und bestritt, dass das Satelliteninternet überhaupt verlangsamt worden sei. "Soweit ich weiß, ich habe es erst heute Morgen in den Nachrichten und aus den Medien erfahren, haben wir es nicht verlangsamt", sagte er weiter. Trump gab sich zuversichtlich, dass das Internet "wahrscheinlich funktioniere".

Ukrainischen Angaben zufolge war in der Nacht zu Mittwoch ohne Vorwarnung ein Tempolimit für Starlink-Terminals etabliert worden, das etwas mehr als einen Tag bestand.

Der US-Präsident Donald Trump (80).
Der US-Präsident Donald Trump (80).  © Julia Demaree Nikhinson/AP/dpa

16. Oktober, 19.24 Uhr: Selenskyj fordert weitere 70 Milliarden Euro von der EU

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj fordert von seinen Verbündeten in der Europäischen Union weitere 70 Milliarden Euro für das kommende Jahr, um im Abwehrkampf gegen die russischen Angreifer bestehen zu können.

Er brauche das Geld "für die Verteidigung, für Waffen und für unsere Widerstandsfähigkeit", sagte er beim EU-Gipfel in einer Rede vor den Staats- und Regierungschefs, die er anschließend auf der Plattform X veröffentlichte. Der Krieg werde die Ukraine im nächsten Jahr insgesamt 155 Milliarden Euro kosten.

Merz hatte bereits zu Beginn des Gipfels eine Aufstockung der Mittel für die Ukraine gefordert, aber keine Größenordnung genannt. Auf seiner Abschluss-Pressekonferenz sagte er, es gebe eine große Übereinstimmung in der EU, der Ukraine auch über den Winter und im nächsten Jahr weiterzuhelfen. Der Finanzbedarf werde jetzt von der EU-Kommission geprüft und dann werde man im November oder Dezember erneut darüber beraten. 

Titelfoto: Ulf Mauder/dpa

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