Ukraine-Krieg: Fünf stärkste europäische Nato-Mitglieder wollen Kiew vor Winter militärisch stärken

Woronesch - Bei massiven ukrainischen Drohnenangriffen sind nach Angaben russischer Behörden im Gebiet Woronesch mindestens zwei Menschen getötet und viele weitere verletzt worden. Zudem sei auch ein Zug getroffen worden. Insgesamt gebe es 17 Verletzte, die meisten in dem Zug, teilte Gouverneur Alexander Gussew bei Telegram mit.

Kiew setzt im Kampf gegen Moskaus Angriffskrieg weiter auf Gegenschläge im russischen Hinterland. Im Gebiet Woronesch hatte das nun schwere Folgen.  © Ara Kilanyants/Kommersant Publishing House/AP/dpa

In Woronesch selbst und in der Region seien insgesamt 113 Drohnen abgeschossen worden. Die Angaben sind von unabhängiger Seite nicht unmittelbar überprüfbar.

Der Zug sei in einem Vorort von Woronesch unterwegs gewesen, als Trümmerteile einer abgeschossenen Drohne auf ihn gefallen seien, sagte Gussew. Beschädigt worden sei ein Waggon des Zugs Nummer 11 auf dem Weg von Anapa am Schwarzen Meer nach Moskau, teilte die russische Eisenbahngesellschaft RZD mit. Wegen der Angriffe sei der Zugverkehr vorübergehend eingestellt worden in der Region.

Nach Darstellung von Gouverneur Gussew geriet bei den Angriffen in Woronesch auch ein Geschäftszentrum in Brand. Schäden gebe es unter anderem auch an Industrieanlagen, einem Wohnhaus und einer Schulsport-Anlage. Fast in allen Teilen der Stadt gebe es Schäden an Fassaden und Fenstern. Aus der Ukraine gab es zunächst keine Angaben zu dem Angriff.

Ukraine Ukraine-Krieg: Selenskyj meldet Erfolg - "Mehr Gebiet befreit, als die Russen erobern konnten"

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26. Oktober, 20.57 Uhr: Hilfsaktion für Frontstadt Oleschky läuft an

Die Streitkräfte Russlands und der Ukraine lassen ab Montag die Waffen schweigen für eine Hilfsaktion für die Frontstadt Oleschky in dem von russischen Truppen kontrollierten Teil des ukrainischen Gebiets Cherson.

Nach dem russischen Generalstab bestätigte auch der Generalstab in Kiew, dass ab 3 Uhr rund um den Ort für die Dauer einer humanitären Operation eine Feuerpause gelte. Dabei sollen Lebensmittel und Medikamente an die notleidenden Bewohner der Stadt geliefert werden, zudem sollen Vorbereitungen zur Herstellung der Bewegungsfreiheit der Bewohner getroffen werden.

Die Stadt ist aktuell vollständig vermint. Die ukrainischen Streitkräfte setzten zeitweise Drohnen ein, um Hilfsgüter in die Stadt zu schaffen. Viele der unbemannten Fluggeräte wurden jedoch von russischen Truppen abgeschossen. Nunmehr sollen nach der Vereinbarung Minen geräumt werden, um einen sicheren Korridor zu schaffen. Unklar ist, ob die rund 2.000 verbliebenen Bewohner ihre Stadt verlassen dürfen. 

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Auf diesem undatierten Bild aus einem Video, das am 22. September 2026 von der ukrainischen 34. eigenständigen Marinebrigade „Borysfen“ zur Verfügung gestellt wurde, steigt Rauch aus einem Wohngebiet in der von Russland besetzten Stadt Olesshky in der Region Cherson auf.  © Ukrainian 34th Separate Marine B/Ukrainian 34th Separate Marine Brigade "Borysfen"/dpa

26. Oktober, 19.25 Uhr: Fünf stärkste europäische Nato-Mitglieder wollen Kiew vor Winter militärisch stärken

Die fünf militärisch stärksten europäischen Nato-Mitglieder wollen die Ukraine vor dem bevorstehenden Winter mit Luftabwehrsystemen und weiterer Ausrüstung militärisch stärken.

"Wir haben im Rahmen unserer Ukraine-Unterstützung Winterpakete geschnürt", sagte Verteidigungsminister Boris Pistorius (66, SPD) nach einem Treffen mit seinen Amtskollegen aus Frankreich, Polen, Großbritannien und Italien in Paris. "Wir werden darüber hinaus alles dafür tun, dass auch die USA die Ukraine mit ihren Lieferungen unterstützen oder eben vor allem auch mit nachrichtlichen Informationen und Satellitendaten." 

Die sogenannten E5-Länder arbeiteten außerdem mit der Ukraine an der Entwicklung eines Luftverteidigungssystems. "Dieses soll zusätzlich zu den Patriots und anderen Systemen die Ukrainer vor den Angriffen aus der Luft schützen", sagte Pistorius. Dem russischen Präsidenten Wladimir Putin warf er Terror gegen die Zivilbevölkerung vor.

"Wir haben im Rahmen unserer Ukraine-Unterstützung Winterpakete geschnürt", sagte Verteidigungsminister Boris Pistorius (66, SPD).  © Kay Nietfeld/dpa

26. Oktober, 15.05 Uhr: Kälte als Waffe - UN-Bericht wirft Moskau Verbrechen vor

Die russischen Angriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur sind nach Ansicht von UN-Fachleuten Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Zu diesem Schluss kommt die Ukraine-Untersuchungskommission des Menschenrechtsrates zu Beginn der kalten Jahreszeit im Kriegsgebiet.

In einem Bericht für die UN-Generalversammlung in New York spricht die Kommission von jahrelangen systematischen Angriffen auf Heizkraftwerke, Leitungen, Gasanlagen und andere Einrichtungen. Im vergangenen Winter hätten Tausende Haushalte ohne Heizung auskommen müssen, Millionen Menschen seien von Stromausfällen betroffen gewesen.

Aus Sicht der UN-Kommission hat die Kälte negative Folgen für die physische und psychische Gesundheit der ukrainischen Bevölkerung. Die unabhängigen Menschenrechtsfachleute des Gremiums wiesen darauf hin, dass russische Angriffe mit dem Einsetzen der neuen Kälteperiode wieder zugenommen hätten. 

Die Ukraine kämpft nach russischen Angriffen regelmäßig mit Stromausfällen.  © Kateryna Klochko/AP/dpa

26. Oktober, 8.15 Uhr: Russische Behörden melden Tote in Woronesch bei ukrainischem Drohnenangriff

Bei einem ukrainischen Drohnenangriff sind in der russischen Stadt Woronesch nach Behördenangaben zwei Menschen getötet worden. 17 weitere Menschen seien verletzt worden, erklärte der Gouverneur der Region Woronesch, Alexander Gussew, am Montag im Onlinedienst Telegram.

Woronesch liegt rund 500 Kilometer südlich der russischen Hauptstadt Moskau.

"Mehr als 70 Drohnen" seien in der Nacht zu Montag über der Stadt Woronesch abgeschossen worden, schrieb Gussew weiter. Russland führt seit Februar 2022 eine großangelegte Offensive in der Ukraine. Die ukrainische Armee reagiert mit Angriffen auf Ziele in Russland.

"Mehr als 70 Drohnen" seien in der Nacht zu Montag über der Stadt Woronesch abgeschossen worden.  © Evgeniy Maloletka/AP/dpa

25. Oktober, 20.29 Uhr: Ukraine-Krieg überschattet Präsidentschaftswahl in Bulgarien

In Bulgarien haben die Bürger am Sonntag bei einer vom Ukraine-Krieg überschatteten Wahl den Präsidenten oder die Präsidentin neu bestimmt.

"Ich bin der Überzeugung, dass es Frieden, Stabilität und Sicherheit geben muss", sagte die in Umfragen führende sozialistische Amtsinhaberin Ilijana Jotowa nach ihrer Stimmabgabe. Die 62-Jährige tritt für einen Dialog mit Moskau ein und ist gegen eine militärische Unterstützung der Ukraine. Ihr wichtigster Herausforderer ist der pro-westliche ehemalige Übergangsministerpräsident Andrej Gjurow.

Der Urnengang war überschattet von Sicherheitsbedenken nach einer Reihe von Drohnenangriffen auf Handelsschiffe im Schwarzen Meer. Jotowa hatte den Ukraine-Krieg zu einem der zentralen Thema in ihrem Wahlkampf gemacht. Im Falle eines Sieges wäre sie die erste gewählte Frau an der Spitze Bulgariens.

25. Oktober, 12.14 Uhr: Selenskyj beklagt Tod und Zerstörung vor Verhandlungen

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat vor möglichen neuen Verhandlungen mit dem Kreml unter US-Vermittlung den russischen Streitkräften die gezielte Tötung von Zivilisten vorgeworfen.

In der Region Dnipropetrowsk seien vier Menschen getötet worden. "Weitere 22 Menschen wurden verletzt, darunter ein 11-jähriges Mädchen", teilte Selenskyj bei Telegram mit. In Winnyzja habe eine Drohne ein Hochhaus getroffen. Es gebe sechs Verletzte. Insgesamt verzeichneten neun Regionen demnach Schäden.

In der Nacht seien Wärmekraftwerke, Umspannwerke, Kohlebergwerke, Getreidelager und Einkaufszentren attackiert worden. "In Charkiw griffen die Russen zunächst einen Baumarkt an und führten anschließend einen zynischen Folgeangriff auf die Rettungskräfte durch", sagte Selenskyj. Laut Behörden wurden drei Einsatzkräfte verletzt.

Nach russischen Angriffen in der Nacht gibt es in der Ukraine erneut heftige Schäden.  © Andrii Marienko/AP/dpa

25. Oktober, 7.21 Uhr: Deutsche Stabsoffiziere und Tankflugzeuge für Ukraine-Übung

Die Bundeswehr wird sich mit rund zehn Stabsoffizieren, Tankflugzeugen und Logistik am ersten Militärmanöver der "Koalition der Willigen" zur Unterstützung der Ukraine beteiligen.

Deutschland nehme als "Zeichen der Geschlossenheit mit unseren Partnern" an der Übung teil, die im November in Polen, im Luftraum über Rumänien und im westlichen Schwarzen Meer stattfinden soll, teilte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage mit. 

Bei dem Manöver wird erstmals die Einsatzfähigkeit der multinationalen Truppe der Ukraine-Verbündeten getestet, die derzeit unter Führung von Frankreich und Großbritannien zur Absicherung eines möglichen Waffenstillstands mit Russland aufgebaut wird. Insgesamt gehören der "Koalition der Willigen" etwa 35 Staaten an.

Die Verbündeten der Ukraine bauen eine Truppe auf, um einen möglichen Waffenstillstand mit Russland abzusichern. Im November übt sie erstmals - mit deutscher Beteiligung.  © Sina Schuldt/dpa

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) hat die USA nach der Wiederherstellung der Starlink-Verbindung erneut mit Nachdruck auch zur Lieferung zugesagter Flugabwehrraketen aufgefordert.

"Es gibt Lieferpakete, auf die wir noch immer warten", sagte Selenskyj in einer Videobotschaft. "Dabei handelt es sich sowohl um Pakete aus den USA als auch von unseren europäischen Partnern. Lieferpakete, für die bereits politische Entscheidungen getroffen wurden." 

Selenskyj hatte zuletzt mehrfach beklagt, dass zugesagte und bezahlte Raketen von den USA nicht geliefert würden. Die Ukraine braucht nach eigenen Angaben vor allem Flugabwehrraketen für die Patriot-Systeme, um sich vor den russischen Angriffen mit ballistischen Raketen zu schützen.

Er dankte unterdessen den US-Kongressabgeordneten, Senatoren, Medien und dem Außenministerium sowie dem Präsidenten in Washington, dass Starlink wieder normal läuft.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) dankt den USA für Starlink, fordert jedoch Abwehrraketen.  © Ludovic Marin/POOL AFP/dpa

In der Ukraine funktioniert nach tagelangen Klagen der Führung in Kiew das für die Flugabwehr wichtige US-Satelliteninternet Starlink laut Verteidigungsministerium wieder.

Die Überwachungssysteme verzeichnen eine Wiederherstellung der Starlink/Starshield-Geschwindigkeit, teilte der ukrainische Verteidigungsminister Jewhenij Chmara mit. "Wir messen eine Geschwindigkeit von über 400 km/h, die Verbindung ist stabil", sagte er der Nachrichtenagentur Interfax-Ukraine zufolge auf Anfrage von Journalisten.

Die Ukraine beklagt seit Tagen, dass die Drosselung des US-Systems Starlink die Verteidigungsfähigkeit des Landes beeinträchtigt. Jetzt erklärt Verteidigungsminister Chmara, dass es wieder läuft.  © Christoph Soeder/dpa-ENR-Pool/dpa

24. Oktober, 12.42 Uhr: Russland meldet Tote und Verletzte nach Raketenangriff

In Russland sind bei einem ukrainischen Raketenangriff im Gebiet Orjol laut Behörden mindestens drei Menschen getötet worden. Die Leichen seien aus den Trümmern eines Werkgebäudes gezogen worden, teilte Gouverneur Andrej Klytschkow mit. Die Behörden hatten zuvor auch acht Verletzte gemeldet. Welches Werk Ziel war, wurde nicht offiziell mitgeteilt.

Der ukrainische Generalstab teilte mit, dass ein Rüstungsbetrieb für die Herstellung von elektronischen Bauteilen für Raketen und Flugzeuge getroffen worden sei. Die Angaben der Kriegsparteien sind von unabhängiger Seite nicht unmittelbar überprüfbar. 

Der Generalstab in Kiew berichtete auch, dass ein Betrieb für die Produktion von Raketentreibstoff in Toljatti im Gebiet Samara getroffen worden sei. Dort sei es zu einer Explosion und einem Brand gekommen.

Die Ukraine nimmt in ihrem Kampf gegen den Angriffskrieg weiter Ziele in Russland ins Visier.  © ukrin/dpa

24. Oktober, 7.55 Uhr: Kremlsprecher: Oleschkys Evakuierung wird einige Tage dauern

Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass zufolge, die Evakuierung Oleschkys werde mindestens einige Tage dauern. Wer wolle, könne Oleschky verlassen.

Der Fraktionsvorsitzende der Partei des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, David Arachamija, erklärte auf der Plattform Telegram, in Kürze werde eine Operation zur "Entsperrung" von Oleschky beginnen. Das Ziel sei die Schaffung eines dauerhaften humanitären Korridors für eine sichere Evakuierung der Zivilbevölkerung und die Lieferung von Hilfsgütern.

Die seit Monaten abgeriegelte Kleinstadt liegt auf russischem Besatzungsgebiet im Süden der Ukraine am Ufer des Dnipro. Die Stadt ist von der Versorgung abgeschnitten. Nach ukrainischen Angaben hält Russland dort etwa 2000 Menschen fest.

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