Kiew - Russlands Außenminister Sergej Lawrow hat im UN-Sicherheitsrat erneut allen Überlegungen zu einer Waffenruhe im Krieg gegen die Ukraine eine Absage erteilt. Nur Europa wolle eine solche Pause, um die Ukraine in dieser Zeit mit Waffen vollzupumpen, sagte Lawrow in New York.
Moskau suche, wie von Präsident Wladimir Putin gesagt, eine umfassende Regelung für ein Ende des Konflikts.
Wie Lawrow es darstellte, führe Russland die militärische Spezialoperation, um seine Sicherheitsinteressen und die Rechte der Russen in der Ukraine zu wahren.
Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha bekräftigte in seiner Entgegnung, dass Kiew zu einer sofortigen, vollständigen Waffenruhe ohne Bedingungen bereit sei - vorausgesetzt auch Moskau halte sie ein. Die Ukraine sei auch zu Teilwaffenruhen für Energieanlagen oder für Getreideexporte bereit.
Alle relevanten Informationen zum Geschehen in der Ukraine und Russland gibt es hier im TAG24-Newsticker.
23. September, 20.05 Uhr: Kiew unter Feuer – Tote und Dutzende Verletzte
Die russische Armee hat die ukrainische Hauptstadt Kiew den ganzen Tag über mit Kampfdrohnen angegriffen.
Mindestens zwei Menschen seien getötet worden, teilte Bürgermeister Vitali Klitschko (55) auf Telegram mit. Bis zum Abend wurden 43 Verletzte gezählt. In der Millionenstadt waren immer wieder Einschläge und das Feuer der Flugabwehr zu hören, die auf die jet-getriebenen russischen Drohnen schoss.
Zwei Internetprovider informierten über Probleme nach einem Treffer in einem Datenzentrum. Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha (51) warf Russland vor, speziell die Alarmvorrichtungen zum Schutz der Bevölkerung zu attackieren.
"Schnelle Warnungen vor Bedrohungen durch Raketen und Drohnen sind wichtig, sie retten Leben", schrieb er auf der Plattform X. Auch ein Kongresszentrum, ein Bürogebäude, eine Pharmafabrik und eine Tankstelle wurden den Angaben zufolge getroffen.
23. September, 16.43 Uhr: Lawrow und Rubio treffen sich bei UN in New York
Der russische Außenminister Sergej Lawrow (76) und sein US-Kollege Marco Rubio (55) sind am Rande der UN-Generaldebatte in New York zu einem Treffen zusammengekommen.
Das russische Außenministerium teilte Fotos davon auf der Plattform X, Angaben zu Gesprächsinhalten machte es dabei nicht. Auch seitens der USA gab es zunächst keine offiziellen Informationen.
23. September, 15.46 Uhr: Tote bei russischem Bombardement im Gebiet Donezk
Bei russischen Bombenangriffen sind im ostukrainischen Gebiet Donezk mindestens vier Menschen getötet worden.
Nach Angaben von Militärgouverneur Wadym Filaschkin (51) bei Telegram wurden vier weitere Menschen verletzt. Insgesamt seien vier Gleitbomben auf die Siedlung Olexandriwka abgeworfen worden.
Demnach wurde ein mehrstöckiges Wohnhaus komplett zerstört und elf beschädigt. Schäden habe es auch an 42 Einfamilienhäusern, einem Kindergarten, einem Geschäft und einem Verwaltungsgebäude gegeben.
Filaschkin forderte die verbliebenen Bewohner der umkämpften Region zur Flucht auf. Olexandriwka liegt etwa 40 Kilometer von der Frontlinie entfernt.
23. September, 15.14 Uhr: Russischer Militärhubschrauber dringt in EU-Luftraum ein
Ein russischer Militärhubschrauber hat nach Angaben der polnischen Armee für kurze Zeit den Luftraum über Polen verletzt.
Der Hubschrauber vom Typ Mi-8 sei aus Richtung der russischen Exklave Kaliningrad gekommen und nördlich des Ortes Braniewo in den polnischen Luftraum eingedrungen, teilte das Oberkommando mit.
Der Vorfall habe 42 Sekunden gedauert. Polen ließ Kampfjets aufsteigen und versetzte die Flugabwehr in Bereitschaft. "Die Art des Vorfalls deutet darauf hin, dass Russland erneut die Einsatzbereitschaft unserer Luftverteidigung testet", hieß es in der Mitteilung.
23. September, 10.44 Uhr: Russland überzieht Ukraine mit Angriffen - Tote und Verletzte
Bei russischen Angriffen in verschiedenen Teilen der Ukraine sind mindestens vier Menschen getötet und mehrere verletzt worden. In der Hauptstadt Kiew kam Bürgermeister Vitali Klitschko zufolge ein Mensch ums Leben.
Der Mann sei im Krankenhaus seinen Verletzungen erlegen, schrieb Klitschko bei Telegram. Zuvor sprach er von mindestens acht Verletzten infolge russischer Angriffe. Es gab demnach Schäden in mehreren Stadtteilen. Unter anderem habe es einen Drohneneinschlag in einer Tankstelle gegeben.
Russland attackierte einmal mehr auch Sumy im Nordosten der Ukraine. In der Stadt habe es Einschläge an vier Orten gegeben, teilte Militärgouverneur Oleh Hryhorow mit. Getroffen wurden demnach eine Wohngegend und zivile Infrastruktur. Es gebe einen Verletzten.
In Charkiw im Osten der Ukraine kam bei Angriffen am Abend Bürgermeister Ihor Terechow zufolge ein Mensch ums Leben, weitere wurden demnach verletzt. In der Stadt Isjum im Gebiet Charkiw wurden nach Behördenangaben bei Attacken acht Menschen verletzt. Infolge des Beschusses kam es in mehreren Stadtteilen demnach zu Stromausfällen.
Im südostukrainischen Gebiet Saporischschja wurde nach Angaben von Militärgouverneur Mychajlo Semikin ein Mensch in der Siedlung Kuschuhum getötet. Zwei weitere seien bei einem Einschlag in ein Einkaufszentrum in Saporischschja verletzt worden.
23. September, 6.32 Uhr: Kiew zu Ende von Angriffen auf Energieanlagen bereit - bei Zusage aus Moskau
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die Bereitschaft seines Landes zu einem Ende der Angriffe auf russische Energieanlagen bekräftigt - im Falle einer entsprechenden Zusage aus Moskau hinsichtlich ukrainischer Energieinfrastruktur.
"Wir sind zu jeder Art von Energie-Waffenstillstand bereit", falls Moskau zustimme, "unser Energiesystem nicht anzugreifen", sagte Selenskyj am Dienstag vor Journalisten am Rande der UN-Vollversammlung in New York.
Der ukrainische Staatschef betonte zugleich, er kenne die Haltung Moskaus zu dieser Frage nicht. Er äußerte die Hoffnung, dass die USA einen Weg finden würden, die russische Seite "zu irgendeiner Form von Verhandlungen zu bewegen".
23. September, 5 Uhr: EU verlängert Russland-Sanktionen um drei Jahre
Kurz vor dem Ablauf einer Frist haben die EU-Länder sich darauf geeinigt, ihre Russland-Sanktionen gegen rund 3000 Menschen und Organisationen um 36 Monate zu verlängern - mit zwei Ausnahmen: Die russischen Oligarchen Alischer Usmanow und Michail Fridman werden von der Sanktionsliste gestrichen, wie am Dienstag aus Diplomatenkreisen verlautete.
Kiew verurteilte die Streichung der beiden Milliardäre von der Sanktionsliste als "beschämend".
Mit der Einigung auf den Ausschluss der Oligarchen können die übrigen EU-Sanktionen nun um drei Jahre verlängert werden - anstatt der bisher üblichen sechs Monate. Die Frist für die Verlängerung der wegen des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine verhängten Strafmaßnahmen wäre um Mitternacht ausgelaufen.