Ukraine-Krieg: Lawrow ätzt nach Wadephul-Treffen in New York

Kiew - Die USA haben der Ukraine Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) zufolge grünes Licht für die Produktion von eigenen Patriot-Luftabwehrraketen gegeben.

Der Ukraine mangelt es sowohl an Patriot-Systemen als auch an Abwehrraketen. In Zukunft will man daher eigene Raketen herstellen.  © Heather Khalifa/FR172147 AP/dpa

"Bei unserem letzten Treffen hat Präsident Trump mir gegenüber gesagt, dass er eine endgültige Entscheidung getroffen hat: Die Ukraine wird Lizenzen für die Herstellung von Patriot-Raketen erhalten", sagte Selenskyj am Freitag in einer Sprachnachricht an Journalisten.

Bei russischen Drohnenangriffen auf Kiew am hellichten Tag wurden unterdessen sieben Menschen getötet, darunter ein 14-jähriger Junge.

Selenskyj und US-Präsident Donald Trump hatten sich am Dienstag am Rande der UN-Generaldebatte in New York getroffen. Trump hatte schon Anfang Juli angekündigt, die USA würden der Ukraine "das Recht geben, Patriots herzustellen".

Ukraine Ukraine-Krieg: Tote bei russischem Luftangriff auf Industriestadt Dnipro

Später äußerte er sich jedoch deutlich zurückhaltender. Ende Juli sagte er mit Blick auf die Luftabwehrraketen, die USA müssten "sehr vorsichtig sein, wenn wir jemandem erlauben, sie zu bauen".

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26. September, 20.33 Uhr: Für Selenskyj weiterhin keine Friedensbereitschaft im Kreml erkennbar

Die Ukraine kann nach den Worten von Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) bei Kremlchef Wladimir Putin (73) keine Bereitschaft zu einem baldigen Kriegsende erkennen.

"Offensichtlich bereiten sich die Russen nicht darauf vor, den Krieg zu beenden - zumindest derzeit nicht", sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache. "Putin hat ständig irgendeinen Vorwand parat, um sich nicht zu treffen, um kein Dreiertreffen abzuhalten, um nicht zu sprechen, um diese Morde nicht zu beenden und nicht zu stoppen." An dieser Haltung habe sich seit Jahren nichts geändert. "Er sucht nach Vorwänden, um Krieg zu führen", sagte Selenskyj. "Es klingt immer gleich, und unser jüngstes Treffen mit dem Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika zeigt dies."

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Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) erkennt bei Kremlchef Wladimir Putin (73) keine Bereitschaft zu einem baldigen Kriegsende.  © Stefan Jeremiah/FR171756 AP/dpa

26. September, 20.18 Uhr: Lawrow ätzt nach Wadephul-Treffen

Der russische Außenminister Sergej Lawrow (76) sieht keinerlei Fortschritte durch das Gespräch mit Bundesaußenminister Johann Wadephul (63, CDU).

"Wenn man Berlins tägliche öffentliche Äußerungen betrachtet, habe ich nichts anderes gehört", sagte Lawrow auf eine Frage der Deutschen Presse-Agentur in New York. Er habe dem deutschen Außenminister gesagt: "Sie hätten mich einfach anrufen und mir sagen können "Lesen Sie meine Erklärung"." 

Der russische Außenminister Sergej Lawrow (76) hätte sich das Treffen lieber erspart.  © Michael Kappeler/dpa

26. September, 19.19 Uhr: Laut Lawrow will Europa Friedensversuche vereiteln

Der russische Außenminister Sergej Lawrow (76) hat den europäischen Staaten Kriegstreiberei vorgeworfen. Die europäischen Länder täten alles, um die Aussicht auf Friedensverhandlungen zur Ukraine zu vereiteln, sagte Lawrow bei seinem Auftritt vor der Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York.

"Da man in Europa die Vergeblichkeit seiner Bemühungen erkennt, tut man alles, um eine friedliche Lösung zu verhindern und die Aussichten auf Verhandlungen zu vereiteln, an denen viele interessiert sind, darunter auch die Regierung von (US-Präsident Donald) Trump." Der Westen versorge die ukrainische Regierung mit Waffen und helfe Kiew dabei, "Drohnen und Raketen auf Zivilisten und zivile Infrastruktur zu richten".

26. September, 18.05 Uhr: Wadephul fordert von Lawrow, Weg der Eskalation zu verlassen

Außenminister Johann Wadephul (63, CDU) hat Russland beim Treffen mit seinem Kollegen Sergej Lawrow (76) aufgefordert, "den gefährlichen Weg der Eskalation gegenüber Deutschland, Europa und der Nato zu verlassen". Nach Angaben aus deutschen Delegationskreisen machte der CDU-Politiker zugleich deutlich, dass jederzeit die Möglichkeit einer Rückkehr zu einem konstruktiveren Verhältnis beider Regierungen bestehe.

Dies setze jedoch die ernsthafte Bereitschaft der russischen Führung voraus, den völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen die Ukraine zu beenden und an der Wiederherstellung einer dauerhaften Friedensordnung in Europa mitzuwirken, sagte Wadephul demnach.

Sergej Lawrow (76, l.), Außenminister von Russland, sitzt gegenüber von Johann Wadephul (63, CDU, r)., Außenminister, bei einem Treffen am Rande der Sitzung der UN Generalversammlung bei den Vereinten Nationen.  © Michael Kappeler/dpa

26. September, 17.19 Uhr: Wadephul-Lawrow-Treffen endet nach gut 20 Minuten

Das Treffen von Bundesaußenminister Johann Wadephul (63, CDU) mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow (76) am Rande der UN-Vollversammlung in New York hat gut 20 Minuten gedauert. Wadephul traf gegen 10.30 Uhr Ortszeit (16.30 Uhr MESZ) mit seiner Delegation im Besprechungsraum der russischen Delegation im UN-Gebäude ein. Lawrow und dessen Mitarbeiter erwarteten den deutschen Außenminister bereits.

Zum Abschluss des Treffens gut 20 Minuten später gaben sich die beiden Außenminister im Besprechungsraum zum Abschied die Hand. Wadephul äußerte sich beim Verlassen inhaltlich nicht zu den Ergebnissen des Gesprächs. Fragen beantwortete er zunächst nicht.

Das Treffen von Bundesaußenminister Johann Wadephul (63, CDU) mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow (76) endete sogar mit einem Handschlag.  © Michael Kappeler/dpa

26. September, 16.46 Uhr: Wadephul trifft russischen Außenminister in New York zu Gesprächen

Bundesaußenminister Johann Wadephul (63, CDU) hat sich in New York mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow (76) getroffen.

Das erste bilaterale Treffen der Außenminister der beiden Länder seit Jahren fand am Rande der UN-Generaldebatte statt.

Dass der russische Außenminister Sergej Lawrow (76) ernsthaftes Interesse an Gesprächen mit Deutschland hat, darf bezweifelt werden.  © Wadephul trifft russischen Außenminister in New York zu Gesprächen

26. September, 13.03 Uhr: Tote und Verletzte durch russische Angriffe

Russische Luftangriffe auf die Ukraine haben nach Angaben von Wolodymyr Selenskyj (48) erneut Tote und Verletzte gefordert.

In der Großstadt Saporischschja seien zwei Menschen getötet worden, schrieb der ukrainische Präsident in sozialen Netzwerken. Landesweit habe es 14 Verletzte gegeben. Er berichtete auch von Angriffen auf Kiew sowie die Gebiete Odessa, Sumy, Charkiw, Poltawa, Mykolajiw und Winnyzja. 

"Es ist wichtig, dass unsere Partner nicht vergessen: Russland eskaliert jeden Tag", erklärte er. Deshalb seien härtere Sanktionen der USA und der EU nötig. Selenskyj bestätigte ukrainische Drohnenangriffe auf die Raffinerie von Ilski im südrussischen Gebiet Krasnodar und eine Rüstungsfabrik im Gebiet Rostow.

Russische Drohnen trafen unter anderem den Zentralmarkt von Saporischschja.  © Kateryna Klochko/AP/dpa

25. September, 11.52 Uhr: Trump gibt Ukraine Erlaubnis für Herstellung von Patriot-Abwehrraketen

Die USA gewähren der Ukraine nach Angaben von Staatschef Wolodymyr Selenskyj die Lizenzen zur Herstellung von Patriot-Luftabwehrraketen in der Ukraine.

"Bei unserem letzten Treffen hat Präsident Trump mir gegenüber betont, dass er eine endgültige Entscheidung getroffen hat. Die Ukraine wird Lizenzen für die Herstellung von Patriot-Raketen erhalten", sagte Selenskyj am Freitag in einer Sprachnachricht an Journalisten.

Selenskyj und US-Präsident Donald Trump hatten sich am Dienstag am Rande der UN-Generaldebatte in New York getroffen. Der US-Präsident hatte Anfang Juli angekündigt, die USA würden der Ukraine "das Recht geben, Patriots herzustellen". Später äußerte er sich jedoch deutlich zurückhaltender. Ende Juli sagte er mit Blick auf die Luftabwehrraketen, die USA müssten "sehr vorsichtig sein, wenn wir jemandem erlauben, sie zu bauen".

Der ukrainische Präsident Selenskyj hat von US-Präsident Trump das Go zur Produktion von Patriot-Raketen bekommen. (Archivfoto)  © Jens Büttner/dpa

25. September, 11.07 Uhr: Junge bei Luftangriff auf Kiew getötet

In Kiew hat eine russische Kampfdrohne nach ukrainischen Polizeiangaben am Morgen ein Hochhaus getroffen und einen 14-jährigen Jungen getötet.

Mindestens sieben weitere Bewohner des Wohnblocks seien verletzt worden, teilte die Polizei der ukrainischen Hauptstadt auf Telegram mit. Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte die Angaben. Über dem Zentrum war Abwehrfeuer zu hören, dann der Flug der Drohne mit Jetantrieb und der Einschlag, wie ein dpa-Reporter berichtete. Luftalarm wurde in diesem Fall erst kurz darauf ausgelöst.

Die Ukraine arbeitet noch an einer wirksamen Abwehr gegen die von Russland weiterentwickelten schnellen Shahed-Drohnen mit Düsenantrieb. Nach den nächtlichen russischen Luftangriffen wurde ein weiterer Toter aus Odessa gemeldet.

Kiew geriet erneut massiv unter russischen Beschuss, ein Junge kam ums Leben.  © Evgeniy Maloletka/AP/dpa

25. September, 6.26 Uhr: Eurofighter in Lettland zum Schutz des Luftraums während Wahl

In Lettland sind vier Eurofighter der Bundeswehr zur Absicherung des Luftraums während der Parlamentswahl in dem baltischen EU- und Nato-Land Anfang Oktober eingetroffen.

Die Kampfjets des Taktischen Luftwaffengeschwaders 74 aus Neuburg an der Donau landeten auf dem Militärflugplatz Lielvarde. Sie werden für gut eine Woche in Lettland stationiert sein und Aufgaben zur Unterstützung der integrierten Luft- und Raketenabwehr der Nato übernehmen, wie das Verteidigungsministerium in Riga mitteilte.

Lettland wählt am 3. Oktober eine neue Volksvertretung. Das Nato-Land hatte vor dem Hintergrund wiederholter Verletzungen des baltischen Luftraums in jüngster Zeit seine Nato-Verbündete um Unterstützung für eine sichere Durchführung der Parlamentswahlen gebeten.

In den Luftraum der baltischen Staaten sind zuletzt wiederholt Drohnen eingedrungen. In Lettland werden deshalb deutsche Piloten den Himmel während der Parlamentswahl Anfang Oktober sichern. (Archivfoto)  © Alexander Welscher/dpa

24. September, 22.28 Uhr: Rutte sieht Nato "bereit" für Abwehr hybrider Angriffe Russlands

Die Nato ist nach Einschätzung ihres Generalsekretärs Mark Rutte (59) "bereit" für die Abwehr russischer Cyberangriffe und andere Arten der hybriden Kriegsführung.

"Wir haben all' diese Reaktionsmöglichkeiten parat,(...) wenn es um hybride Bedrohungen geht", sagte Rutte am Donnerstag bei einer Veranstaltung in New York. Er rief die Staaten zu "mehr Unterstützung" für die von Russland angegriffene Ukraine auf, wenn sie "bei jedem hybriden Vorfall (...) wirklich ein Signal geben wollen".

Nato-Generalsekretär Mark Rutte (59).  © Stefan Rousseau/PA Wire/dpa

24. September, 14.02 Uhr: Selenskyj flucht bei Frage zu Moskau-Reise - "Auf einer Rakete"

Wolodymyr Selenskyj hat auf Russlands Vorschlag eines Treffens mit Kremlchef Wladimir Putin in Moskau mit Sarkasmus und einem Fluch reagiert. Auf die wiederholte Frage eines Reporters des russischen Staatsfernsehens, wann er denn nach Moskau komme, antwortete der frühere Komiker und Schauspieler hörbar genervt: "Auf einer Rakete, verdammt!".

Ukrainische und russische Medien teilten den Clip von Selenskyjs Besuch in New York vielfach in den sozialen Netzwerken. Vor allem das kaum hörbare russische Schimpfwort "bljad" - freundlich mit "verdammt" übersetzt - sorgte für Aufsehen in den Medien beider Länder. In Russland wird das Wort zensiert. Der russische Reporter Valentin Bogdanow veröffentlichte das Video mit Selenskyjs Reaktion selbst unter anderem in seinem Telegram-Kanal.

Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte, dass er von Selenskyj bisher keine offizielle Ablehnung eines Besuchs in Moskau gehört habe. Russland sei offen für einen Friedensprozess. "Man muss nach Frieden streben, aber nicht um einen vorübergehenden Waffenstillstand", sagte er.

Moskau lehnt Selenskyjs Vorschlag einer Waffenruhe immer wieder ab und besteht darauf, dass der Konflikt zuerst von seinen Wurzeln her gelöst werde.

Wolodymyr Selenskyj (48) hat auf Russlands Vorschlag eines Treffens mit Kremlchef Wladimir Putin in Moskau mit Sarkasmus und einem Fluch reagiert.  © Stefan Jeremiah/FR171756 AP/dpa

24. September, 13.42 Uhr: Bundesregierung - "Keine Normalität im Umgang mit Russland"

Die Bundesregierung nimmt die Einladung der USA an den russischen Präsidenten Wladimir Putin zum G20-Gipfel im Dezember in Miami "zur Kenntnis".

"Wir nehmen auch zur Kenntnis, dass Präsident Putin bisher nicht über die Einladung entschieden hat", sagte Regierungssprecher Stefan Kornelius der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage.

"Für die Bundesregierung gibt es angesichts des Kriegs in der Ukraine keine Normalität im Umgang mit Russland", erklärte er. Die Vorbereitungen zum Gipfel seien im Gange, "auch zu dieser Frage". Die Bundesregierung stimme sich dazu eng mit den Partnern ab.

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