Ukraine-Krieg: Putin will Donbass in weniger als anderthalb Jahren erobern

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Kiew - Bundesaußenminister Johann Wadephul dringt einem Bricht zufolge auf eine Lösung, um wieder mehr Getreideexporte sowohl aus der Ukraine als auch aus Russland zu ermöglichen.

Johann Wadephul (63, CDU) dringt auf eine Lösung für mehr Getreideexporte übers Schwarze Meer.
Johann Wadephul (63, CDU) dringt auf eine Lösung für mehr Getreideexporte übers Schwarze Meer.  © Sebastian Christoph Gollnow/dpa

"Die Welt braucht diese Exporte dringend. Werden sie weiter von Russland verhindert, dann drohen Hunger, Destabilisierung und die resultierenden Fluchtbewegungen, auch nach Europa", sagte Wadephul. Eine partielle Waffenruhe wäre ein erster Schritt", sagte der CDU-Politiker.

Wegen des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine haben beide Länder derzeit Probleme, ihr Getreide über das Schwarze Meer zu verschiffen. "Die russische Regierung muss sehen, dass darunter auch Staaten leiden, zu denen sie ein gutes Verhältnis pflegen will", sagte Wadephul dazu.

Die Beziehungen zum globalen Süden könne Russland eigentlich nicht aufs Spiel setzen wollen. "Ich glaube daher, das Problem der Getreideexporte kann gelöst werden."

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Wadephul äußerte sich auch zu seinem jüngsten Gespräch mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow. "Wir hatten einen sehr konkreten Anlass, nämlich den Anschlag am Flughafen Halle/Leipzig", sagte Wadephul.

Alle relevanten Informationen zum Geschehen in der Ukraine und Russland gibt es hier im TAG24-Newsticker.

1. Oktober, 21.46 Uhr: Kiew verkündet ersten Einsatz eigener ballistischer Rakete

Die Ukraine hat nach eigenen Angaben erstmals eine selbst entwickelte taktische ballistische Rakete des Typs FP-7 im Krieg mit Russland eingesetzt.

"Der erste Kampfeinsatz. Ich danke für das Ergebnis", teilte Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) auf sozialen Netzwerken mit. Die nächste Aufgabe sei die Ausweitung der Raketenproduktion. Zum Ziel machte der Staatschef keine Angaben, veröffentlichte aber ein Video eines nächtlichen Raketenstarts.

1. Oktober, 21.44 Uhr: Putin will Donbass in weniger als anderthalb Jahren erobern

Kremlchef Wladimir Putin (73) hat die komplette Eroberung des ukrainischen Donbass-Gebiets in weniger als anderthalb Jahren angekündigt.

Zugleich gehe er davon aus, "dass dies angesichts des Vormarsches unserer Truppen viel früher geschehen wird", sagte Putin beim internationalen Waldai-Diskussionsforum in Moskau. Demnach verbleiben aktuell etwa elf Prozent der Region unter ukrainischer Kontrolle.

Er warf zudem Kiew vor, sinnlos Menschen für den Kampf um das ukrainische Staatsgebiet zu opfern. "Wenn der Verlust dieser Gebiete unvermeidlich ist, macht es dann Sinn, daran festzuhalten und dafür Menschen, ihre Sicherheit und ihr Leben zu opfern?", fragte der Präsident.

Kremlchef Wladimir Putin (73).
Kremlchef Wladimir Putin (73).  © Alexander Kazakov/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa

1. Oktober, 14.25 Uhr: Russische Drohne trifft Atomforschungsanlage - Reaktor unbeschädigt

Eine russische Drohne hat nach ukrainischen Angaben das Gelände einer Atomforschungsanlage in Kiew getroffen und dabei einen Brand ausgelöst.

Bei dem Angriff am Mittwoch habe es keine Verletzten gegeben, der Brand sei zudem gelöscht worden, teilte die ukrainische Atomaufsichtsbehörde am Donnerstag mit. Der kleine Reaktor, der seit 2022 außer Betrieb ist, sei nicht beschädigt, und es sei keine erhöhte Radioaktivität festgestellt worden.

Die ukrainische Atomaufsichtsbehörde teilte nicht mit, wo die Drohne einschlug und veröffentlichte kein Bildmaterial des Angriffs. Der Forschungsreaktor hat eine Leistungskapazität von rund zehn Megawatt, etwa einem Hundertstel der Erzeugungskapazität eines konventionellen Atomreaktors. Weder Moskau noch die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) äußerten sich zunächst zu dem Vorfall.

1. Oktober, 6.13 Uhr: Bulgarien fordert Gespräche mit Russland

Bulgarien hat Gespräche über ein Ende des Ukraine-Kriegs mit Russland gefordert - und dabei auf das nukleare Risiko verwiesen, das von Moskau ausgehe.

"Wir müssen anfangen mit Russland zu reden", sagte der bulgarische Regierungschef Rumen Radev am Mittwoch in Brüssel. "Das Wichtigste ist, die Bedingungen für Frieden vorzubereiten", fügte er hinzu.

Radev warnte, dass die militärische Unterstützung Kiews nicht ausreichen werde, da die Ukraine immer weniger in der Lage sei, sich vor russischen Angriffen zu schützen. "Wir sollten erkennen, dass es Grenzen dafür gibt, einfach nur Waffen zu liefern und zu unterstützen", sagte er. Frieden werde "durch Diplomatie" erreicht und "nicht durch Waffenlieferungen". Radev hatte Bulgariens militärische Unterstützung für die Ukraine nach seinem Wahlsieg im April eingestellt.

30. September, 14.23 Uhr: Mindestens vier Tote bei russischen Angriffen auf Energieinfrastruktur

Bei russischen Drohnen- und Raketenangriffen auf Energieinfrastruktur in der Ukraine sind örtlichen Behörden zufolge mindestens vier Menschen getötet worden.

Nach Angaben Kiews handelte es sich um den Auftakt einer russischen Offensive zur Lahmlegung der Strom- und Wärmeversorgung vor dem Winter. Diese Taktik hatte Moskau bereits in den vergangenen Jahren angewandt.

Bei den nächtlichen Angriffen in Kiew und Umgebung wurden den Angaben zufolge mindestens vier Menschen getötet, darunter ein kleines Kind, das aus den Trümmern eines Wohnhauses geborgen wurde. Es gab mehrere Explosionen, Luftalarm wurde ausgelöst und die Einwohner suchten in Kellern und U-Bahn-Stationen Zuflucht.

30. September, 12 Uhr: Mindestens zwei Tote und vier Verletzte bei Angriffen auf Kiew

Bei russischen Angriffen in Kiew sind nach ukrainischen Angaben in der Nacht mindestens zwei Menschen getötet worden.

Wie die Militärverwaltung der ukrainischen Hauptstadt am Mittwochmorgen im Onlinedienst Telegram mitteilte, wurden zudem vier Menschen verletzt. Die Feuerwehr rückte aus, um Brände in Wohnhäusern, Lagerhallen und Geschäftsgebäuden zu löschen.

"Die Region Kiew ist erneut von einem feindlichen Raketen- und Drohnenangriff getroffen worden", erklärte der Chef der Militärverwaltung, Timur Tkatschenko. Nach Angaben der ukrainischen Behörden verursachten die Angriffe mehrere Brände und Schäden in Kiew und Umgebung.

Ein Gebäude in Kiew steht infolge eines russischen Angriffs in Flammen.
Ein Gebäude in Kiew steht infolge eines russischen Angriffs in Flammen.  © Handout / Ukrainian State Emergency Service / AFP

30. September, 6.32 Uhr: Zwei nordkoreanische Kriegsgefangene aus Ukraine in Südkorea eingetroffen

Zwei Tage nach der Einbestellung des ukrainischen Gesandten in Seoul wegen des mutmaßlichen Verstoßes der Ukraine gegen eine vertrauliche Vereinbarung zur Übergabe von zwei nordkoreanischen Kriegsgefangenen hat ein südkoreanischer Parlamentarier die Ankunft der beiden Männer in Südkorea bestätigt.

"Auch wenn ich das genaue Datum ihrer Ankunft in Südkorea nicht nennen kann, so kann ich doch bestätigen, dass die beiden Mitte September eintrafen", erklärte der Abgeordnete Youn Kun Young am Mittwoch. Er war demnach zuvor vom südkoreanischen Geheimdienst informiert worden.

Südkoreas Außenministerium hatte am Montag mitgeteilt, dem Geschäftsträger der ukrainischen Botschaft, Andrij Wieschkin, sei "die ernste Besorgnis der Regierung im Zusammenhang mit der Übergabe nordkoreanischer Kriegsgefangener übermittelt" worden.

29. September, 22.00 Uhr: Selenskyj verspricht Abhilfe gegen russische Jetdrohnen

Angesichts massiver Probleme bei der Abwehr von russischen Drohnen mit Düsenantrieb hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) eine baldige Linderung in Aussicht gestellt.

"Derzeit werden ukrainische Abfangraketen bereits unter Kampfbedingungen eingesetzt", sagte das Staatsoberhaupt in einer Videobotschaft. Die Abfangrate sei jedoch noch zu niedrig. "Doch jede Woche soll sich die Trefferquote erhöhen", versicherte Selenskyj. Für den Oktober seien konkrete Produktionsraten festgelegt worden. "Das ist eine strategische Aufgabe", unterstrich der Staatschef.

Nach Selenskyjs Worten wurden am Dienstag bis zum Abend von 29 russischen Drohnen mit Düsenantrieb 18 abgefangen. Diese schnellen und hochfliegenden Fluggeräte werden demnach derzeit von Kampfflugzeugen abgeschossen. Belgien hat dem Staatschef zufolge die Lieferung von drei F-16-Kampfflugzeugen bis Ende des Jahres zugesagt.

29. September, 18.40 Uhr: Tote bei Absturz von russischer Militärmaschine

Beim Absturz einer Militärmaschine in der Region Amur im Osten von Russland sind mindestens sechs Besatzungsmitglieder ums Leben gekommen.

Ein weiterer Mensch sei verletzt worden, meldete die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf das Verteidigungsministerium in Moskau. Das Flugzeug vom Typ Tu-95 sei auf einem Übungsflug gewesen und in unbewohntem Gebiet abgestürzt. Munition sei nicht an Bord gewesen. Zur möglichen Ursache des Vorfalls wurden zunächst keine Angaben gemacht.

Bei der Maschine handelt es sich um einen Langstreckenbomber. Russland setzt Flugzeuge dieses Typs auch in seinem seit mehr als viereinhalb Jahren andauernden Angriffskrieg gegen die Ukraine ein.

Ein russischer Langstreckenbomber vom Typ Tu-95 ist abgestürzt. (Archivbild)
Ein russischer Langstreckenbomber vom Typ Tu-95 ist abgestürzt. (Archivbild)  © Yuri Kochetkov/EPA/dpa

29. September, 14.15 Uhr: Ukrainischer Verteidigungsminister sagt Besuch in Deutschland ab

Der ukrainische Verteidigungsminister Jewhenij Chmara hat eine für Dienstag geplante Reise nach Deutschland abgesagt.

Chmara werde "wegen der Lage in der Ukraine und der Intensivierung der russischen Angriffe" nicht wie geplant nach Deutschland und Norwegen reisen, hieß es am Dienstag aus seinem Ministerium. Die Attacken erforderten ein "sofortiges Handeln und schnelle Gegenmaßnahmen" des Ministers.

Russland hatte am Montag die Akademie der Wissenschaften im Zentrum von Kiew attackiert. Bei dem Drohnenangriff wurde ein Mensch getötet, das Gebäude wurde stark beschädigt. Auch in anderen Landesteilen gab es Todesopfer in Folge russischer Luftangriffe.

Titelfoto: Alexander Kazakov/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa

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