Ukraine-Krieg: Tote bei russischem Luftangriff auf Industriestadt Dnipro

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Brüssel/Kiew - Die unter dem Druck einzelner EU-Staaten geplante Aufhebung von Sanktionen gegen die beiden russischen Oligarchen Alischer Usmanow und Michail Fridman hat am Abend nicht wie geplant beschlossen werden können.

Die ukrainische Industriestadt Dnipro ist immer wieder Ziel russischer Angriffe. (Archivbild)
Die ukrainische Industriestadt Dnipro ist immer wieder Ziel russischer Angriffe. (Archivbild)  © Uncredited/Ukrainian Emergency Service/AP/dpa

Wie ein EU-Diplomat mitteilte, kam die erforderliche Einstimmigkeit in dem schriftlichen Entscheidungsverfahren nicht zustande.

Nun sollen an diesem Dienstagmorgen erneut die Botschafter der Mitgliedstaaten zu Beratungen zusammenkommen. 

Alle relevanten Informationen zum Geschehen in der Ukraine und Russland gibt es hier im TAG24-Newsticker.

22. September, 17.27 Uhr: Tote bei russischem Luftangriff auf Industriestadt Dnipro

Russland hat in der Nacht die südukrainischen Industriestädte Dnipro, Krywyj Rih und Pawlohrad mit ballistischen Raketen angegriffen.

In Dnipro seien mindestens vier Menschen getötet und weitere sechs verletzt worden, teilte der Gouverneur des Gebietes Dnipropetrowsk, Olexander Hanscha, auf Telegram mit. Unter den Trümmern eines getroffenen Industriebetriebs würden noch Verschüttete vermutet.

22. September, 17.23 Uhr: Trump spricht erneut von baldiger Lösung im Ukraine-Krieg

US-Präsident Donald Trump hat vor der UN-Vollversammlung abermals ein baldiges Ende des Ukraine-Kriegs in Aussicht gestellt.

Die USA arbeiteten eng mit der Führung Russlands und der Ukraine zusammen, sagte er in New York. Man werde den Konflikt lösen – und zwar schneller als die Leute dächten, behauptete Trump.

22. September, 6.24 Uhr: Sanktionsverlängerung um 36 statt 6 Monate?

Ausgangspunkt für das neue Sanktionsdrama in der EU war nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur die Forderung der Slowakei, die Sanktionen gegen den Milliardär Usmanow aufzuheben.

Ihr hatte sich vor kurzem überraschend auch Frankreich angeschlossen. Danach forderte nach Angaben von Diplomaten Luxemburg, dass bei einer Aufhebung der Sanktionen gegen Usmanow auch die Sanktionen gegen Fridman aufgehoben werden müssten.

Wegen des Einstimmigkeitsprinzips bei Sanktionsentscheidungen müssen die anderen EU-Staaten die Forderungen akzeptieren, ansonsten droht das Auslaufen aller anderen Sanktionsbeschlüsse. Nach Angaben von Diplomaten soll aber im Gegenzug immerhin eine Sanktionsverlängerung um 36 statt um nur 6 Monate vereinbart werden. 

21. September, 20.41 Uhr: EU will Sanktionen gegen russische Milliardäre aufheben

Die EU will wegen einer drohenden Totalblockade von Russland-Sanktionen durch einzelne Mitgliedstaaten ihre Strafmaßnahmen gegen die beiden Oligarchen Alischer Usmanow und Michail Fridman aufheben.

Ein entsprechendes Beschlussverfahren sei am Abend in Brüssel eingeleitet worden, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur von Diplomaten.

Ohne diesen Schritt kann demnach die Verlängerung der Sanktionen gegen rund 3.000 Personen, Einrichtungen und Unternehmen nicht beschlossen werden. Ihnen wird vorgeworfen, Russlands Krieg gegen die Ukraine zu unterstützen oder von der Politik des Kremls zu profitieren.

Alischer Usmanow (73, r.) gilt als enger Vertrauter von Kreml-Chef Wladimir Putin (73).
Alischer Usmanow (73, r.) gilt als enger Vertrauter von Kreml-Chef Wladimir Putin (73).  © Aleksey Nikolskyi/Planet Pix via ZUMA Wire/dpa

21. September, 10.28 Uhr: Russischer Angriff zerstört Einkaufszentrum in Saporischschja

Russische Luftangriffe auf die ukrainische Stadt Saporischschja haben nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj schwere Schäden an zivilen Gebäuden angerichtet.

Ein großes Einkaufszentrum brannte lichterloh, wie Aufnahmen aus der frontnahen Großstadt im Süden der Ukraine zeigen. Auch mehrere neunstöckige Wohnblocks und ein Universitätsgebäude seien beschädigt worden, schrieb Selenskyj in sozialen Netzwerken. Er sprach von fünf Verletzten.

"Russland rückt nicht von seiner Eskalation ab und sendet viele Signale, dass es bereit ist, den Krieg zu eskalieren", erklärte der ukrainische Präsident. Um das zu stoppen, sei größerer Druck auf Moskau notwendig. Dazu gehörten ukrainische Angriffe auf das russische Hinterland. Parallel seien diplomatische Anstrengungen für Frieden notwendig, die er in dieser Woche bei der UN-Generaldebatte in New York fortsetzen wolle.

Wohnblocks, eine Universität und ein Einkaufszentrum: Russische Angriffe treffen Zivilisten.
Wohnblocks, eine Universität und ein Einkaufszentrum: Russische Angriffe treffen Zivilisten.  © Evgeniy Maloletka/AP/dpa

21. September, 6.13 Uhr: Angst vor Moskau - Nato testet Drohnen-Netzwerk in Wiesbaden

Kürzlich haben Eurofighter erstmals eine Drohne über Litauen abgeschossen. Und im August kam es zu einem Anschlagsversuch mit einer Sprengdrohne am Flughafen Leipzig/Halle.

Im Natogebiet greift die Furcht vor Drohnenattacken um sich. Das Verteidigungsbündnis reagiert darauf - etwa am Hauptquartier des US-Heeres für Europa und Afrika in Wiesbaden. Auch hier erweitert die Nato eine zentrale IT-Architektur (Data Backbone) und verbindet damit ein Netzwerk aus Drohnen, Sensoren und anderen KI-gestützten Tools, um notfalls unverzüglich auf Attacken reagieren zu können.

21. September, 6.07 Uhr: Putins Kriegsparlament - Kremlpartei zur Wahlsiegerin erklärt

Die für den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine maßgebliche Kremlpartei Geeintes Russland wird auch nach der Parlamentswahl voraussichtlich mit einer Zweidrittelmehrheit weiterregieren.

Das meldeten die Agentur Interfax und die kremlkritische Zeitung "Nowaja Gaseta" nach Auszählung von gut der Hälfte der abgegebenen Stimmen. Nach vorläufigen Schätzungen komme die Partei Geeintes Russland von Präsident Wladimir Putin mit Direktmandaten auf 309 von 450 Sitzen in der Staatsduma, berichtete "Nowaja Gaseta". Das sind neun Mandate mehr als es zur Änderung der Verfassung braucht.

Russlands Präsident Wladimir Putin (73).
Russlands Präsident Wladimir Putin (73).  © Alexander Kazakov/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa

20. September, 21.53 Uhr: Prognosen sehen Putin-Partei als Wahlsieger in Russland

Die Kremlpartei Geeintes Russland ist bei der dreitägigen Parlamentswahl erwartungsgemäß zur Siegerin erklärt worden.

Mehr dazu hier: Prognosen sehen Putin-Partei als Wahlsieger in Russland - Kremlgegner sprechen von Farce

20. September, 14.52 Uhr: Geistlicher bei russischem Angriff getötet

Bei einem russischen Drohnenangriff im südukrainischen Gebiet Cherson ist nach Regierungsangaben ein Geistlicher getötet worden.

Vier weitere Geistliche seien bei der Attacke am Vortag verletzt worden, schrieb der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in den sozialen Medien. Nach Angaben regionaler Behörden attackierte Russland das Kloster und das Dorf Tscherwonyj Majak. Es liegt am Fluss Dnipro, der dort russische und ukrainische Truppen voneinander trennt.

20. September, 14.50 Uhr: Moskauer Bürgermeister - Beispielloser Angriff am Wahltag

Der Moskauer Bürgermeister Sergej Sobjanin hat der Ukraine am letzten Tag der russischen Parlamentswahl massive Störversuche mit Drohnen vorgeworfen.

"Dieser beispiellose Angriff war offensichtlich darauf ausgerichtet, die Wahlen zu sabotieren. Dem Gegner ist dies jedoch nicht gelungen", schrieb Sobjanin auf der Plattform Telegram.

Er sprach vom "massivsten Angriff feindlicher Drohnen auf Moskau". Ihm zufolge wehrte Russland seit dem Vortag 1.600 Drohnen ab, davon 450 beim Anflug auf die Hauptstadt. Allerdings hätten einige Drohnen das Gelände einer Ölraffinerie erreicht, eine davon sei in ein Wohnhaus gestürzt, Tote habe es aber nicht gegeben. Auch an allen vier Hauptstadtflughäfen gab es Einschränkungen wegen der Angriffe.

Während die mehrtägige Wahl des russischen Parlaments am Sonntag endet, spricht der Bürgermeister in Moskau von einem massiven Drohnenangriff – und erhebt Vorwürfe gegen Kiew.
Während die mehrtägige Wahl des russischen Parlaments am Sonntag endet, spricht der Bürgermeister in Moskau von einem massiven Drohnenangriff – und erhebt Vorwürfe gegen Kiew.  © Uncredited/UGC/dpa

20. September, 7.32 Uhr: Ukraine-Krieg laut Slowakei-Premier Robert Fico "nicht unser Krieg"

Der slowakische Ministerpräsident Robert Fico hat seine Forderung erhärtet, die Nato dürfe sich nicht in einen Krieg gegen Russland hineinziehen lassen.

Obwohl Russland mit seinem Angriff "eine Verletzung des Völkerrechts" begangen habe, sei der Krieg in der Ukraine "weder unser Krieg noch ein Krieg der Nato", sagte der Linkspopulist am Samstagabend in einer Videoansprache. Schon jetzt habe der Krieg Millionen Tote und enorme Zerstörungen verursacht. Statt eine weitere Eskalation zu riskieren, müsse ein Ausweg auf dem Verhandlungsweg gesucht werden.

Titelfoto: Uncredited/Ukrainian Emergency Service/AP/dpa

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