Ukraine-Krieg: Russischer Angriff auf Wohnhaus in Charkiw - 29 Verletzte

Kiew -  Sirenen heulen, Luftalarm in Kiew, schnell der Blick aufs Handy: Gelb oder Rot? Zeigt die Warn-App Rot, dann bedrohen ballistische Raketen oder Drohnenschwärme aus Russland die Hauptstadt der Ukraine – höchste Zeit, einen Schutzraum aufzusuchen! 

Lokomotiven stehen auf den Gleisen, während in der Nähe ein städtischer Markt nach einem russischen Drohnenangriff brennt.  © Efrem Lukatsky/AP/dpa

Bei Alarmstufe Gelb sind einzelne Drohnen in der Luft. Dann versucht die Millionenstadt am Dnipro trotz Gefahr ihr Leben weiterzuleben. Betriebe müssen nicht schließen

Aber U-Bahnstationen werden zu Schutzräumen. Schulen brechen den Unterricht ab, die Kinder gehen in Bunker oder sitzen in der Metro.

Die Ampelregelung gilt seit Anfang September. Die Hauptstadt soll nicht jedes Mal zum Stillstand kommen, selbst wenn die Alarme sich häufen.

Ukraine Ukraine-Krieg: Opferzahl steigt! 14 Tote nach russischem Angriff auf Einkaufszentrum

Kiew ist seit Beginn der Großinvasion 2022 oft aus der Luft beschossen worden, war aber besser geschützt als Charkiw dicht an der russischen Grenze oder die Hafenstadt Odessa.

Doch seit dem Sommer ist die Lage gefährlicher geworden. "Der Feind hat seine Angriffe verstärkt", sagt Bürgermeister Vitali Klitschko.

Alle relevanten Informationen zum Geschehen in der Ukraine und Russland gibt es hier im TAG24-Newsticker.

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28. September, 12.46 Uhr: Russischer Angriff auf Wohnhaus in Charkiw - 29 Verletzte

Bei russischen Angriffen sind in der Ukraine erneut zwei Menschen getötet und Dutzende verletzt worden. In Charkiw im Osten des Landes wurden nach Angaben von Bürgermeister Ihor Terechow 29 Menschen bei einem russischen Angriff auf ein Wohnhaus verletzt, darunter zehn Minderjährige. Russland habe Gleitbomben eingesetzt. 

Auch die Hauptstadt und ihr Umland waren einmal mehr Ziel russischer Attacken. In der Region Kiew kamen Präsident Wolodymyr Selenskyj zufolge zwei Menschen durch russische Angriffe ums Leben. Bei einem handele es sich um einen aserbaidschanischen Staatsbürger.

Selenskyj schrieb außerdem von Drohnenangriffen und Schäden unter anderem an Wohnhäusern, Telekommunikationsinfrastruktur und Tankstellen in der Hauptstadt Kiew. In der Region Odessa sei ein Schiff unter der Flagge von Palau getroffen worden. Regionale Behörden sprachen dort von zwei Verletzten.

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Russland überzieht die Ukraine mit Krieg. Präsident Selenskyj beklagt Tote im Kiewer Umland. Auch ein Angriff auf ein Wohnhaus in der Ostukraine ist folgenschwer.  © Uncredited/Dnipro Regional Administration/AP/dpa

28. September, 6.09 Uhr: Wie schlimm wird der kommende Winter?

Trotzdem geht in diesen Septembertagen die Furcht vor einem noch schlimmeren Winter um. Im vergangenen Januar zerschoss Russland die Kiewer Energieversorgung. Hunderttausende Menschen saßen wochenlang bei strengem Frost fast im Dunkeln und froren. Die Stadtverwaltung meldet, das Heizsystem sei bereit. Kleine dezentrale Kraftwerke seien gebaut worden.

Was aber, wenn diesmal noch mehr zusammenkommt: Treffer auf Kraft- und Umspannwerke, kaum Möglichkeiten der Abwehr, dazu Probleme bei Benzin, Wasser, Lebensmitteln, Medikamenten? Vor einem "verheerenden Kriegswinter" für die Zivilbevölkerung warnen Hilfswerke wie die deutsche Diakonie. 

"Ich mag gar nicht darüber nachdenken", sagt eine zweite Händlerin auf dem Bücherbasar Petriwka. Zuversicht gibt ihr nur, dass sie und ihre ukrainischen Landsleute an Härten gewöhnt seien und improvisieren könnten. "Hier ist es eigentlich noch nie gut gewesen." Aufgeben will sie nicht, sehnt sich aber nach einem Ende des Krieges: "Es wäre gut, wenn die da oben sich schnell etwas einfallen lassen."

An der U-Bahnstation Lukjaniwka steht ein Einkaufzentrum, ausgebrannt bei einem russischen Luftangriff. Die U-Bahnstation und ein Schnellrestaurant werden weiter genutzt.  © Friedemann Kohler/dpa

28. September, 6.07 Uhr: Furcht an der Tankstelle: Schnell tanken, dann weg!

Ein neues Ziel sind Tankstellen. "Ich bin nervös", gesteht ein Tankwart an einer Tankstelle im Stadtteil Obolon. Und er merkt, dass seine Kunden keine Pause mehr einlegen.

Tanken, zahlen, schnell weg! Auch bei ihm der Blick aufs Handy: "Wenn Drohnen über Kiew sind, machen wir dicht", sagt er. Seine Sicht auf die russische Strategie: "Sie wollen uns Angst machen, damit wir auf ihre Bedingungen eingehen."

Seine Tankstelle ist noch heil. Kollegen in 200 Metern Entfernung hätten weniger Glück gehabt, erzählt er. "Das waren zwei Shahed" – so werden die russischen Drohnen aufgrund der Herkunft der ersten Modelle aus dem Iran immer noch genannt.

"Eine hat das Ziel verfehlt. Die Zapfsäulen wurden nicht getroffen." An jener anderen Tankstelle des Staatskonzerns Ukrnafta ist das Dach beschädigt, Holzplatten ersetzen die Glasscheiben. Doch der Betrieb läuft wieder.

An einer Tankstelle sind durch einen russischen Drohnenangriff das Dach beschädigt und die Fenster zerstört worden.  © Friedemann Kohler/dpa

28. September, 6.04 Uhr: Noch keine Abwehr gegen schnelle neue Drohnen

Erstens setzt die russische Armee immer mehr schnelle Kampfdrohnen mit Düsenantrieb ein. Gegen den Drohnentyp Geran-5 hat die ukrainische Flugabwehr noch kein Gegenmittel; bei Munition gegen ballistische Raketen ist sie ohnehin blank. 

Zweitens wird nicht mehr nur nachts angegriffen, die Drohnen fliegen fast den ganzen Tag. Der vergangene Freitag: 10 Mal Alarm, insgesamt fast 9 Stunden lang, mehrere Einschläge und Brände, 7 Tote und 59 Verletzte. Bilanz für Sonntag: mehr als 18 Stunden Alarm, 3 Tote und ein Dutzend Verletzte. "In Kiew ist kein Krieg, das ist Terror und Mord an der Zivilbevölkerung", sagt ein demobilisierter Armeeoffizier. 

Drittens zielen die Angriffe immer mehr auf Einrichtungen des täglichen Lebens. Zwar attackiert auch die Ukraine in Russland die Lager von Online-Händlern. Doch Russland hat in Kiew Baumärkte, Lebensmittel- und Kühllager, Arzneimittelfabriken, Datenzentren für Telefon und Internet beschossen. Ein Lager für Haustierbedarf wurde zerstört.

Ukrainische Schüler und Schülerinnen suchen während eines Luftalarms Schutz in einer U-Bahnstation.  © Friedemann Kohler/dpa

27. September, 21.54 Uhr: Tote und Verletzte nach russischem Angriff

Bei einem russischen Angriff auf einen Markt in einem Vorort der ukrainischen Hauptstadt Kiew sind nach ersten Angaben mehrere Menschen getötet und verletzt worden.

Bürgermeister Vitali Klitschko berichtete am Abend auf Telegram von zwei Toten und mindestens vier Verletzten. Andere Quellen sprachen von mindestens zehn Verletzten. Der Kiewer Militärverwalter Timur Tkatschenko sprach ebenfalls von zwei Todesopfern nach dem Drohnenangriff auf den Markt im Bezirk Butscha.

Bürgermeister Vitali Klitschko berichtete von dem Angriff.  © Aleksandr Gusev/SOPA Images via ZUMA Press Wire/dpa

27. September, 16.51 Uhr: Weitere Tote und Verletzte bei russischen Angriffen

Russische Luft- und Drohnenangriffe gegen ukrainische Städte haben unter der Zivilbevölkerung nach offiziellen Angaben erneut Opfer gefordert.

In der Hauptstadt Kiew starb ein Mensch bei der Explosion einer Kampfdrohne, weitere vier Personen wurden verletzt, wie die regionale Militärverwaltung mitteilte. Die Drohnen explodierten in verschiedenen Stadtteilen. Beim Einschlag einer Drohne im Bezirk Browary sei unter anderem ein größeres Lagerhaus getroffen und beschädigt worden.

27. September, 14.49 Uhr: Ukraine meldet fünf Tote durch russische Angriffe

Bei russischen Angriffen in der Ukraine sind ukrainischen Angaben zufolge fünf Menschen getötet worden.

Bei nächtlichen Angriffen auf die südliche Region Saporischschja seien drei Menschen getötet worden, teilte Präsident Wolodymyr Selenskyj am Sonntag mit. Zudem habe es ein Todesopfer durch einen russischen Drohnenangriff in Kiew gegeben.

Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko erklärte, dass eine Frau und zwei 16-Jährige in der Hauptstadt verletzt und ins Krankenhaus eingeliefert worden seien. "Der Feind greift die Region Kiew weiterhin unerbittlich mit Angriffsdrohnen an", erklärte die Stadtverwaltung. 16 Gebäude seien beschädigt worden, darunter zwölf Privathäuser in den Vororten sowie ein Lager und eine Produktionsstätte.

Ein Feuerwehrmann löscht nach einem Luftangriff einen Brand in einer Produktionshalle in Odessa.  © Handout / Ukrainian State Emergency Service / AFP

27. September, 7.06 Uhr: Lawrow - Russland wird Ziele in der Ukraine "egal wie" erreichen

Russland ist nach den Worten des russischen Außenministers Sergej Lawrow entschlossen, seine militärischen Ziele in der Ukraine "egal wie" zu erreichen.

"Die Ziele der speziellen Militäroperation werden erreicht, die Bedrohung der russischen Sicherheit wird beseitigt und das friedliche Leben wird zurückkehren", sagte Lawrow am Samstag vor der UN-Vollversammlung in New York. Dies werde "egal unter welchen Umständen passieren".

Gleichzeitig warf der russische Chefdiplomat Europa vor, die Friedensbemühungen der US-Regierung von Präsident Donald Trump in der Ukraine zu behindern. "Europa tut alles in seiner Macht Stehende, um die von der Trump‑Regierung gewünschten Friedensgespräche zu torpedieren", sagte Lawrow.

26. September, 20.33 Uhr: Für Selenskyj weiterhin keine Friedensbereitschaft im Kreml erkennbar

Die Ukraine kann nach den Worten von Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) bei Kremlchef Wladimir Putin (73) keine Bereitschaft zu einem baldigen Kriegsende erkennen.

"Offensichtlich bereiten sich die Russen nicht darauf vor, den Krieg zu beenden - zumindest derzeit nicht", sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache. "Putin hat ständig irgendeinen Vorwand parat, um sich nicht zu treffen, um kein Dreiertreffen abzuhalten, um nicht zu sprechen, um diese Morde nicht zu beenden und nicht zu stoppen." An dieser Haltung habe sich seit Jahren nichts geändert. "Er sucht nach Vorwänden, um Krieg zu führen", sagte Selenskyj. "Es klingt immer gleich, und unser jüngstes Treffen mit dem Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika zeigt dies."

Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) erkennt bei Kremlchef Wladimir Putin (73) keine Bereitschaft zu einem baldigen Kriegsende.  © Stefan Jeremiah/FR171756 AP/dpa

26. September, 20.18 Uhr: Lawrow ätzt nach Wadephul-Treffen

Der russische Außenminister Sergej Lawrow (76) sieht keinerlei Fortschritte durch das Gespräch mit Bundesaußenminister Johann Wadephul (63, CDU).

"Wenn man Berlins tägliche öffentliche Äußerungen betrachtet, habe ich nichts anderes gehört", sagte Lawrow auf eine Frage der Deutschen Presse-Agentur in New York. Er habe dem deutschen Außenminister gesagt: "Sie hätten mich einfach anrufen und mir sagen können "Lesen Sie meine Erklärung"."

Der russische Außenminister Sergej Lawrow (76) hätte sich das Treffen lieber erspart.  © Michael Kappeler/dpa

26. September, 19.19 Uhr: Laut Lawrow will Europa Friedensversuche vereiteln

Der russische Außenminister Sergej Lawrow (76) hat den europäischen Staaten Kriegstreiberei vorgeworfen. Die europäischen Länder täten alles, um die Aussicht auf Friedensverhandlungen zur Ukraine zu vereiteln, sagte Lawrow bei seinem Auftritt vor der Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York.

"Da man in Europa die Vergeblichkeit seiner Bemühungen erkennt, tut man alles, um eine friedliche Lösung zu verhindern und die Aussichten auf Verhandlungen zu vereiteln, an denen viele interessiert sind, darunter auch die Regierung von (US-Präsident Donald) Trump." Der Westen versorge die ukrainische Regierung mit Waffen und helfe Kiew dabei, "Drohnen und Raketen auf Zivilisten und zivile Infrastruktur zu richten".

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