Ukraine-Krieg: Selenskyj beklagt Tod und Zerstörung vor Verhandlungen

Kiew - US-Tech-Milliardär Elon Musk (55) wirft dem ukrainischen Militär vor, das Satelliteninternet Starlink für offensive Drohnenangriffe eingesetzt zu haben, um Menschen zu töten.

Auf das US-Satelliteninternet kann die Ukraine für ihre Luftverteidigung wieder setzen, nachdem es gedrosselt war. Tech-Milliardär Elon Musk (55) erhebt nun Vorwürfe gegen das ukrainische Militär.  © Ben Curtis/AP/dpa

Es habe gegen die Nutzungsbedingungen von Starlink verstoßen und den Dienst für Angriffe eingesetzt, bei denen Menschen getötet werden sollten, schrieb der SpaceX-Gründer Musk auf der Plattform X. Konkrete Belege oder Fälle und Zeiträume nannte er nicht.

Er schrieb weiter, dass diese Lücke in der vergangenen Woche geschlossen worden sei. Das Satelliteninternet Starlink gehört zum Raumfahrtkonzern SpaceX. Es wird laut Musk als kommerzieller Dienst nur für zivile und für Verteidigungszwecke, aber nicht für militärische Offensiven genutzt.

In den vergangenen Tagen hatte die Ukraine beklagt, dass das US-Satelliteninternet gedrosselt worden sei. Es ist unklar, wer genau für die Drosselung des Systems verantwortlich war.

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US-Tech-Milliardär Musk betonte in seinem Post, dass Starlink nach wie vor von entscheidender Bedeutung für die Verteidigung der Ukraine sei. "Würde Starlink abgeschaltet, würde die ukrainische Frontlinie sofort zusammenbrechen." Das sei "KEINE" Drohung, vielmehr eine Feststellung. 

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25. Oktober, 12.14 Uhr: Selenskyj beklagt Tod und Zerstörung vor Verhandlungen

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat vor möglichen neuen Verhandlungen mit dem Kreml unter US-Vermittlung den russischen Streitkräften die gezielte Tötung von Zivilisten vorgeworfen.

In der Region Dnipropetrowsk seien vier Menschen getötet worden. "Weitere 22 Menschen wurden verletzt, darunter ein 11-jähriges Mädchen", teilte Selenskyj bei Telegram mit. In Winnyzja habe eine Drohne ein Hochhaus getroffen. Es gebe sechs Verletzte. Insgesamt verzeichneten neun Regionen demnach Schäden.

In der Nacht seien Wärmekraftwerke, Umspannwerke, Kohlebergwerke, Getreidelager und Einkaufszentren attackiert worden. "In Charkiw griffen die Russen zunächst einen Baumarkt an und führten anschließend einen zynischen Folgeangriff auf die Rettungskräfte durch", sagte Selenskyj. Laut Behörden wurden drei Einsatzkräfte verletzt.

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Nach russischen Angriffen in der Nacht gibt es in der Ukraine erneut heftige Schäden.  © Andrii Marienko/AP/dpa

25. Oktober, 7.21 Uhr: Deutsche Stabsoffiziere und Tankflugzeuge für Ukraine-Übung

Die Bundeswehr wird sich mit rund zehn Stabsoffizieren, Tankflugzeugen und Logistik am ersten Militärmanöver der "Koalition der Willigen" zur Unterstützung der Ukraine beteiligen.

Deutschland nehme als "Zeichen der Geschlossenheit mit unseren Partnern" an der Übung teil, die im November in Polen, im Luftraum über Rumänien und im westlichen Schwarzen Meer stattfinden soll, teilte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage mit. 

Bei dem Manöver wird erstmals die Einsatzfähigkeit der multinationalen Truppe der Ukraine-Verbündeten getestet, die derzeit unter Führung von Frankreich und Großbritannien zur Absicherung eines möglichen Waffenstillstands mit Russland aufgebaut wird. Insgesamt gehören der "Koalition der Willigen" etwa 35 Staaten an.

Die Verbündeten der Ukraine bauen eine Truppe auf, um einen möglichen Waffenstillstand mit Russland abzusichern. Im November übt sie erstmals - mit deutscher Beteiligung.  © Sina Schuldt/dpa

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) hat die USA nach der Wiederherstellung der Starlink-Verbindung erneut mit Nachdruck auch zur Lieferung zugesagter Flugabwehrraketen aufgefordert.

"Es gibt Lieferpakete, auf die wir noch immer warten", sagte Selenskyj in einer Videobotschaft. "Dabei handelt es sich sowohl um Pakete aus den USA als auch von unseren europäischen Partnern. Lieferpakete, für die bereits politische Entscheidungen getroffen wurden." 

Selenskyj hatte zuletzt mehrfach beklagt, dass zugesagte und bezahlte Raketen von den USA nicht geliefert würden. Die Ukraine braucht nach eigenen Angaben vor allem Flugabwehrraketen für die Patriot-Systeme, um sich vor den russischen Angriffen mit ballistischen Raketen zu schützen.

Er dankte unterdessen den US-Kongressabgeordneten, Senatoren, Medien und dem Außenministerium sowie dem Präsidenten in Washington, dass Starlink wieder normal läuft.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) dankt den USA für Starlink, fordert jedoch Abwehrraketen.  © Ludovic Marin/POOL AFP/dpa

In der Ukraine funktioniert nach tagelangen Klagen der Führung in Kiew das für die Flugabwehr wichtige US-Satelliteninternet Starlink laut Verteidigungsministerium wieder.

Die Überwachungssysteme verzeichnen eine Wiederherstellung der Starlink/Starshield-Geschwindigkeit, teilte der ukrainische Verteidigungsminister Jewhenij Chmara mit. "Wir messen eine Geschwindigkeit von über 400 km/h, die Verbindung ist stabil", sagte er der Nachrichtenagentur Interfax-Ukraine zufolge auf Anfrage von Journalisten.

Die Ukraine beklagt seit Tagen, dass die Drosselung des US-Systems Starlink die Verteidigungsfähigkeit des Landes beeinträchtigt. Jetzt erklärt Verteidigungsminister Chmara, dass es wieder läuft.  © Christoph Soeder/dpa-ENR-Pool/dpa

24. Oktober, 12.42 Uhr: Russland meldet Tote und Verletzte nach Raketenangriff

In Russland sind bei einem ukrainischen Raketenangriff im Gebiet Orjol laut Behörden mindestens drei Menschen getötet worden. Die Leichen seien aus den Trümmern eines Werkgebäudes gezogen worden, teilte Gouverneur Andrej Klytschkow mit. Die Behörden hatten zuvor auch acht Verletzte gemeldet. Welches Werk Ziel war, wurde nicht offiziell mitgeteilt.

Der ukrainische Generalstab teilte mit, dass ein Rüstungsbetrieb für die Herstellung von elektronischen Bauteilen für Raketen und Flugzeuge getroffen worden sei. Die Angaben der Kriegsparteien sind von unabhängiger Seite nicht unmittelbar überprüfbar. 

Der Generalstab in Kiew berichtete auch, dass ein Betrieb für die Produktion von Raketentreibstoff in Toljatti im Gebiet Samara getroffen worden sei. Dort sei es zu einer Explosion und einem Brand gekommen.

Die Ukraine nimmt in ihrem Kampf gegen den Angriffskrieg weiter Ziele in Russland ins Visier.  © ukrin/dpa

24. Oktober, 7.55 Uhr: Kremlsprecher: Oleschkys Evakuierung wird einige Tage dauern

Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass zufolge, die Evakuierung Oleschkys werde mindestens einige Tage dauern. Wer wolle, könne Oleschky verlassen.

Der Fraktionsvorsitzende der Partei des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, David Arachamija, erklärte auf der Plattform Telegram, in Kürze werde eine Operation zur "Entsperrung" von Oleschky beginnen. Das Ziel sei die Schaffung eines dauerhaften humanitären Korridors für eine sichere Evakuierung der Zivilbevölkerung und die Lieferung von Hilfsgütern.

Die seit Monaten abgeriegelte Kleinstadt liegt auf russischem Besatzungsgebiet im Süden der Ukraine am Ufer des Dnipro. Die Stadt ist von der Versorgung abgeschnitten. Nach ukrainischen Angaben hält Russland dort etwa 2000 Menschen fest.

Der britische Premierminister Andy Burnham hat sich bei US-Präsident Donald Trump für einen uneingeschränkten Zugang der Ukraine zum Satellitensystem Starlink eingesetzt.

In einem Telefonat am Freitag habe Burnham die Bedeutung eines "vollen Zugangs" zu dem System betont, damit sich die Ukraine weiterhin gegen den russischen Angriffskrieg verteidigen könne, teilte das Büro des Regierungschefs in der Londoner Downing Street mit.

Burnham habe zugleich Trumps Bemühungen gewürdigt, den russischen Präsidenten Wladimir Putin an den Verhandlungstisch zu bringen, hieß es weiter.

Zuvor hatte der US-Präsident zugesichert, sich bei Problemen mit dem für militärische Zwecke entwickelten Satellitendienst Starshield mit dessen Anbieter Elon Musk zu wenden. "Falls es ein Problem gibt, werde ich es beheben", sagte Trump am Freitag im Weißen Haus. Er habe bislang nicht mit Musk gesprochen. Ihm sei mitgeteilt worden, der Zugang sei wiederhergestellt. Sollte dies nicht zutreffen, werde er mit Musk sprechen.

23. Oktober, 18.01 Uhr: Melania Trump erreicht Waffenruhe in südukrainischer Stadt Oleschky

Nach US-Angaben hat First Lady Melania Trump eine befristete Waffenruhe in einer von Russland besetzten Stadt im Süden der Ukraine erreicht.

Die Ehefrau von US-Präsident Donald Trump habe "erfolgreich eine Feuerpause zwischen Russland und der Ukraine bewirkt, die auf die Stadt Oleschky begrenzt ist", teilte ihr Büro im Weißen Haus am Freitag mit. Die Waffenruhe soll ab dem 29. Oktober gelten.

Russland und die Ukraine hätten sich bereiterklärt, alle Militäroperationen in Oleschky vorübergehend einzustellen, um den Zugang für humanitäre Hilfe zu ermöglichen und Zivilisten über einen sicheren Korridor aus der Stadt herauszubringen, hieß es weiter. "Oleschky ist eine Frontstadt, die am Rande einer Katastrophe steht", erklärte Melania Trump. Ohne ihren persönlichen Einsatz bei der russischen und ukrainischen Führung hätte keine Chance bestanden, den Menschen zu helfen.

Nach US-Angaben hat First Lady Melania Trump (56) eine befristete Waffenruhe in einer von Russland besetzten Stadt im Süden der Ukraine erreicht.  © Mark Schiefelbein/AP/dpa

23. Oktober, 16.05 Uhr: Frachter nach Drohnenvorfall im Schwarzen Meer gesunken - ein Toter

Nach einem Drohnenvorfall im Schwarzen Meer ist ein Frachter vor der rumänischen Küste gesunken. Ein Besatzungsmitglied kam dabei ums Leben, drei weitere wurden am Freitag noch vermisst, wie das rumänische Innenministerium mitteilte. Rumäniens Präsident Nicusor Dan machte Russland für den Vorfall verantwortlich.

Der unter der Flagge der Komoren fahrende Frachter "Khoryv" hatte am Freitag gegen 10 Uhr Ortszeit ein Notsignal gesendet, als er sich rund 13 Seemeilen vor dem rumänischen Hafen Konstanza befand. Er befand sich damit außerhalb der rumänischen Hoheitsgewässer.

Nach Angaben von Präsident Dan wurde das Schiff von einer Drohne getroffen und sank. Die rumänische Seebehörde hatte die Ursache des Vorfalls zunächst nicht genannt.

23. Oktober, 14.01 Uhr: Kreml - Russlands erste Diesellieferung unterwegs in die USA

Russland hat nach dem Dieseldeal mit US-Präsident Donald Trump nach Kremlangaben nun den ersten Tanker mit 40.000 Tonnen an Bord auf die Reise geschickt.

Weitere Lieferungen würden folgen, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow in Moskau. Präsident Wladimir Putin hatte den Start am Mittwoch beim Treffen mit dem US-Sondergesandten Steve Witkoff in St. Petersburg angekündigt.

Russland schließt Dieselexporte auch in andere Länder nicht aus. Das hängt jedoch von den russischen Raffineriekapazitäten ab. "Planmäßig erreichen wir erst gegen Ende des Jahres das volle Produktionsvolumen, und dann können auch andere Länder die Mengen erhalten, die sie früher erhielten", hatte der für Energiefragen zuständige Vize-Regierungschef Alexander Nowak in dieser Woche erklärt.

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