Ukraine-Krieg: Selenskyj greift Klitschko an

Ukraine - US-Präsident Donald Trump hat sich nach eigenen Angaben mit Kremlunterhändler Kirill Dmitrijew in Washington getroffen. Details zu den Gesprächsinhalten nannte er nicht, legte aber nahe, dass es ein Abkommen zum Ukraine-Krieg geben werde.

US-Präsident Donald Trump (80) hat sich mit einem Kremlunterhändler getroffen.  © Alex Brandon/AP/dpa

"Es wird ein großes Abkommen sein", betonte er. "Es wird mehr als nur die Ukraine betreffen, und ich könnte sogar sagen, dass es ganz Europa betreffen könnte." Alle würden begeistert sein, behauptete er.

Trumps Schwiegersohn Jared Kushner informierte auf der Plattform X unterdessen über Gespräche, die die USA am Donnerstag in Brüssel mit Vertretern der Ukraine, der Nato und europäischen Partnern geführt hatten.

Dabei sei es um zwei Themen gegangen, die er als Grundlagen für einen dauerhaften Frieden bezeichnete: "Sicherheitsgarantien für die Ukraine und eine umfassendere europäische Sicherheitsarchitektur".

Ukraine Ukraine-Krieg: Tote bei russischem Luftangriff auf Industriestadt Dnipro

Alle relevanten Informationen zum Geschehen in der Ukraine und Russland gibt es hier im TAG24-Newsticker.

Anzeige

6. November, 20.41 Uhr: Selenskyj greift Klitschko an

Angesichts massiver Stromausfälle nach russischen Angriffen vor allem in der Hauptstadt Kiew hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) erneut Bürgermeister Vitali Klitschko (55) kritisiert.

"Das sind die Folgen nicht umgesetzter Beschlüsse auf städtischer Ebene zur Vorbereitung auf die Heizperiode sowie auf diese russische Operation gegen die ukrainische Energiewirtschaft", polterte der Staatschef auf Telegram. Die Situation sei in der Dreimillionenstadt daher besonders schwer, so der Präsident. Einwohner und Unternehmen leiden unter langen Abschaltungen von Strom und Wasser. "Die Herausforderungen sind sehr ernst", schrieb Selenskyj. 

Die Regierung ergreift demnach zusätzliche Maßnahmen, um den Betroffenen zu helfen. Mit Deutschland und Spanien gebe es zudem neue Vereinbarungen. "Ich habe dazu mit den Staats- und Regierungschefs und Unternehmen während meiner Besuche gesprochen", erklärte der Präsident. Es gehe um die Lieferung von Generatoren, Kabeln und anderer Ausrüstung.

Anzeige
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) hat erneut Bürgermeister Vitali Klitschko (55) kritisiert.  © Efrem Lukatsky/President Of Ukraine and AP/Efrem Lukatsky/dpa

6. November, 14.45 Uhr: Trump kündigt Ukraine-Abkommen an - Kreml reagiert

Nach der Ankündigung eines großen Abkommens zur Ukraine durch US-Präsident Donald Trump (80) hat Russland die Erwartungen gedämpft. Von europäischer Seite sehe Moskau bisher keine Bereitschaft, Fragen eines künftigen Sicherheitssystems auf dem Kontinent zu erörtern, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow (59).

Zudem hätten die Europäer bisher nicht einmal einen Verhandlungsführer bestimmt, sagte er nach einem Treffen von Kremlunterhändler Kirill Dmitrijew (51) mit Trump im Weißen Haus. Trump telefonierte dazu auch mit Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU).

Nach den Zwischenwahlen gewinne der Verhandlungsprozess über ein Ende des russischen Angriffskrieges an Dynamik, es sei auch "ein neues Gefühl der Dringlichkeit entstanden", sagte Regierungssprecher Stefan Kornelius nach dem nächtlichen Telefonat von Merz und Trump in Berlin. 

Kreml-Herrscher Putin (74) hat sicher ganz andere Vorstellungen als Trump.  © Sergei Savostyanov/Kremlin/dpa

6. November, 13.31 Uhr: Schon mehr als 50 Tote nach russischem Luftangriff

Nach dem verheerenden russischen Luftangriff auf den frontnahen ukrainischen Ort Komyschuwacha sind nach Behördenangaben bislang 53 Menschen tot gefunden worden.

Die Such- und Rettungsarbeiten dauerten den fünften Tag nach dem Treffer vom Montag an, schrieb der Militärgouverneur des Gebietes Saporischschja, Mychajlo Semikin, auf Telegram. Weil die ukrainischen Behörden vorher von Dutzenden Vermissten gesprochen haben, ist mit weiteren Toten zu rechnen.

Nach ukrainischen Angaben traf eine Serie von russischen Gleitbomben den Ort, als dort Hilfsgüter verteilt wurden. Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach von einem "hinterhältigen Terroranschlag". Eine drei Tonnen schwere Bombe zerstörte eine unterirdische Schule, in die sich viele Menschen geflüchtet hatten

Rettungskräfte tragen die Leiche einer Person, die bei einem russischen Luftangriff auf eine unterirdische Schule ums Leben gekommen ist.  © Uncredited/AP/dpa

6. November, 11.58 Uhr: Wadephul verlangt vor Ukraine-Gesprächen Mitsprache Europas

Außenminister Johann Wadephul verlangt vor den geplanten Gesprächen in Abu Dhabi eine zentrale Rolle für Europa in den Verhandlungen über die Zukunft der Ukraine.

Für die Bundesregierung gelte "ein unumstößlicher Grundsatz: Über die Zukunft der Ukraine darf nicht ohne die Ukraine entschieden werden. Und über die Sicherheit Europas nicht ohne Europa", sagte der CDU-Politiker vor dem Abflug nach Warschau zu einem Treffen mit seinen Kolleginnen und Kollegen des Ostseerats.

In Abu Dhabi, der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate, sollen in der kommenden Woche die ersten dreiseitigen Gespräche zwischen Vertretern aus Kiew, Moskau und Washington seit Monaten stattfinden.

6. November, 6.59 Uhr: Trump sagt "sehr großen" Deal mit Russland zu "mehr" als der Ukraine voraus

US-Präsident Donald Trump hat einen "sehr großen" Deal mit Russland vorausgesagt, der nicht nur die Ukraine, sondern möglicherweise "ganz Europa" betreffen könnte.

"Er wird mehr als die Ukraine umfassen, und ich könnte sogar sagen, dass er ganz Europa umfassen könnte", sagte Trump am Donnerstag vor Journalisten im Oval Office. Nach eigenen Angaben hatte der US-Präsident zuvor unangekündigt Kreml-Berater Kirill Dmitrijew im Weißen Haus in Washington getroffen.

US-Präsident Donald Trump und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj.  © Alex Brandon/AP/dpa

5. November, 19.18 Uhr: Kremlunterhändler Dmitrijew spricht im Weißen Haus

Kremlunterhändler Kirill Dmitrijew (51) hat auf Einladung von First Lady Melania Trump (56) im Weißen Haus gesprochen. Im Namen von Russlands Präsident Wladimir Putin (74) bedankte er sich bei ihr für ihre "herausragende humanitäre Rolle" bei der Vermittlung einer Waffenruhe in der russisch besetzten Frontstadt Oleschky.

Die Feuerpause hatte vergangene Woche von Dienstag bis Sonntagabend gegolten - Russland und die Ukraine hatten sich bereits mehrfach bei der First Lady dafür bedankt. 

Der russische Sonderbeauftragte Kirill Dmitrijew (51) spricht während eines Treffens mit US-First Lady Melania Trump(56) sowie Vertretern Russlands und der Ukraine im Grand Foyer des Weißen Hauses.  © Alex Brandon/AP/dpa

5. November, 16.05 Uhr: Kommt russischer Diesel in den USA an?

Bei dem von US-Präsident Donald Trump (80) verkündeten Diesel-Deal mit Russland mehren sich Zweifel, ob die ersten Lieferungen tatsächlich ihr Ziel in den USA erreichen. Die "Financial Times" und die Umweltorganisation Greenpeace berichten, dass mehrere in Russland mit Treibstoff beladene Tanker nicht mehr Kurs auf die USA halten. 

Dagegen sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow in Moskau, der russische Diesel werde seine Käufer finden. "Die Lieferungen wurden durchgeführt", sagte er der staatlichen Nachrichtenagentur Tass zufolge. Details unterlägen aber dem Geschäftsgeheimnis.

Der per Telefon ausgehandelte Deal mit Wladimir Putin (74) scheint nicht zu klappen.  © Mikhail Metzel/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa

5. November, 16.01 Uhr: EU zahlt Ukraine weitere Milliardensumme aus

Die EU hat der Ukraine 4,36 Milliarden für das weitere Funktionieren des Staates und grundlegende öffentliche Dienstleistungen sowie für den Kauf militärischer Ausrüstung überwiesen.

Konkret sind 3,7 Milliarden Euro dafür vorgesehen, den Finanzierungsbedarf der Ukraine zu decken, und 658 Millionen Euro für die Beschaffung von Drohnen, Raketen, Radarsystemen, elektronischen Kampfführungssystemen sowie Munition, wie die EU-Kommission in Brüssel mitteilte.

5. November, 13.46 Uhr: Sieben Tote nach ukrainischen Angriffen im Gebiet Luhansk gemeldet

Durch ukrainische Angriffe sind in der russisch besetzten Region Luhansk in der Ostukraine nach Angaben der Besatzungsbehörden mindestens sieben Menschen getötet worden.

Fünf Menschen seien bei einer Attacke auf einen Bus auf dem Weg in die Gebietshauptstadt Luhansk ums Leben gekommen, teilte der von Moskau eingesetzte Gouverneur Leonid Passetschnik bei Telegram mit. Weitere 13 seien verletzt worden. 

Bei einem anderen Angriff im Landkreis Rowenky seien zudem zwei Männer in einem Lieferfahrzeug getötet worden. Ein weiterer Mann wurde demnach bei einer Attacke auf einen Kleinbus im Landkreis Perewalsk verletzt. Zur Art der eingesetzten Waffen machte Passetschnik keine Angaben.

Russische Flaggen hängen an der Pädagogischen Universität in Luhansk.  © Uncredited/AP/dpa

5. November, 6.05 Uhr: Selenskyj zeichnet US-First-Lady Melania Trump mit nationalem Orden aus

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die US-First-Lady Melania Trump für ihre Rolle bei der Vereinbarung einer begrenzten Feuerpause in der südukrainischen Stadt Oleschky mit einem nationalen Orden ausgezeichnet.

"Hiermit verordne ich, dass der Orden der Fürstin Olga, Erste Klasse, an Melania Trump, First Lady der USA, verliehen wird", hieß es in einem am Mittwoch auf der Website des ukrainischen Präsidenten veröffentlichten Dekret.

Das Dekret würdigte Melania Trumps "bedeutenden persönlichen Beitrag zur humanitären Unterstützung für die Ukraine sowie ihr aktives Engagement für Menschenrechte und Wohltätigkeit".

Im Oktober hatte die US-First-Lady eine begrenzte Waffenruhe in der russisch besetzten ukrainischen Stadt Oleschky vermittelt, um einen humanitären Einsatz zu ermöglichen. Die Waffenruhe von Dienstag bis Sonntag vergangener Woche war die längste in dem seit gut viereinhalb Jahren andauernden Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine.

Die First Lady der USA Melania Trump (56).  © Mark Schiefelbein/AP/dpa

4. November, 17.21 Uhr: EU-Außenbeauftragte erhofft sich von neuem US-Kongress "mehr Druck" auf Russland

Nach dem Triumph der Demokratischen Partei bei den Kongresswahlen in den USA setzt die EU auf pro-ukrainische Signale aus dem Kapitol.

Sie hoffe, dass der "neue Kongress" die Ukraine "weiterhin unterstützen und außerdem mehr Druck auf Russland ausüben" werde, sagte die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas (49) am Mittwoch in Brüssel. Europa und die USA seien "gemeinsam viel stärker", wenn es darum gehe, Moskau zur Beendigung des Krieges zu drängen, betonte sie.

"Warten wir ab, was jetzt passiert, aber Wahlen haben Konsequenzen", so Kallas weiter.

Bei den Kongresswahlen eroberten die Demokraten am Dienstag (Ortszeit) die Mehrheit im Repräsentantenhaus und im Senat von US-Präsident Donald Trumps (80) Republikanern zurück. Während dies Trump vor allem innenpolitisch schwächen dürfte, ist unklar, wie es die US-Außenpolitik beeinflussen wird. In Brüssel gibt es die Befürchtung, dass der US-Präsident auf internationaler Bühne noch aggressiver auftreten könnte.

EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas (49) erhofft sich vom neuen US-Kongress "mehr Druck" auf Russland.  © Mindaugas Kulbis/AP/dpa

4. November, 16.11 Uhr: Viele Ukrainer in sechs Regionen des Landes zeitweise ohne Strom

Die Ukraine hat Russland vor dem Winter massive Angriffe auf ihre Energieinfrastruktur vorgeworfen.

Aufgrund der Attacken auf das Stromnetz mussten Kernkraftwerke ihre Leistung drosseln, teilte der stellvertretende ukrainische Energieminister Artem Nekrasow mit. Am Morgen seien aufgrund von Angriffen in sechs Regionen des Landes viele Verbraucher ohne Strom gewesen.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) warf Moskau Beschuss praktisch rund um die Uhr vor. Aufgrund wiederholter Angriffe dauerten auch die Reparaturarbeiten zur Wiederherstellung der Energieversorgung länger, sagte er. Besonders schwierig sei die Lage in der Hauptstadt Kiew, wo Menschen und Unternehmen stundenlang ohne Strom und Wasser seien. Außerdem gebe es Probleme in den Regionen Kiew, Schytomyr, Tschernihiw, Sumy, Poltawa, Charkiw, Tscherkassy, Winnyzja und Donezk. In den südlichen Regionen komme es zu Notabschaltungen.

In Kiew mussten Einwohner stundenlang ohne Strom und Wasser ausharren. (Archivbild)  © Efrem Lukatsky/AP/dpa

4. November, 6.22 Uhr: Trump optimistisch mit Blick auf Friedensgespräche

Derweil machte US-Präsident Donald Trump in der britischen "Financial Times" deutlich, er sei optimistisch, dass die Friedensgespräche zwischen der Ukraine und Russland Fortschritte machten.

"Ich glaube, beide Seiten sind an dem Punkt angelangt, an dem sie sagen: "Lasst uns eine Einigung erzielen"", sagte er. Nächste Woche Dienstag und Mittwoch finden unter Vermittlung der USA in den Vereinigten Arabischen Emiraten die ersten direkten Gespräche zwischen der Ukraine und Russland seit langem statt.

Am Dienstag hatte Bundeskanzler Friedrich Merz den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in Berlin getroffen. Beide pochten darauf, dass die Europäer an den anstehenden Gesprächen zur Beendigung des russischen Angriffskriegs beteiligt werden müssten. Deutschland ist der wichtigste Unterstützer der Ukraine.

Selenskyj schrieb am späten Abend auf der Plattform X, er habe Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier für die umfassende Unterstützung Deutschlands gedankt. Europa bezeichnete er als wichtigen Bestandsteil, den Friedensprozess voranzutreiben.

Mehr zum Thema Ukraine: