Ukraine-Krieg: Selenskyj nennt Trumps Friedensplan "gefährlich"

Ukraine - Mit mehreren Angriffswellen und zerstörerischen Raketen hat das russische Militär einmal mehr die ukrainische Hauptstadt Kiew und ihr Umland attackiert.

In der ukrainischen Hauptstadt waren am Samstagmorgen mehrere Explosionen zu hören - nun äußerte sich Vitali Klitschko (55) zu den Vorfällen.  © Sergei SUPINSKY / AFP

Im Zentrum der Millionenmetropole waren in der Nacht zu Samstag etliche Explosionen deutlich zu hören, weitere gab es laut Bürgermeister Vitali Klitschko (55) in den Außenbezirken.

Dabei seien - besonders schnell fliegende und deshalb von der Luftverteidigung kaum abzuwehrende - ballistische Raketen zum Einsatz gekommen, teilte er in den sozialen Medien mit.

Mehrere Wohnhäuser wurden demnach beschädigt. Die Militärverwaltung berichtete zudem von Schäden an einem Kindergarten und zwei Verletzten. Das genaue Ausmaß der Schäden war am Morgen noch nicht überschaubar.

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Angaben der ukrainischen Luftwaffe und militärnaher Beobachter zufolge galten die Angriffe Wärmekraftwerken im Stadtgebiet und südlich von Kiew sowie einem Umspannwerk westlich der Metropole.

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7. November, 13.26 Uhr: Selenskyj nennt Trumps Friedensplan "gefährlich"

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) sieht den US-Vorschlag zu einer neuen europäischen Sicherheitsordnung als Ausweg aus Russlands Angriffskrieg gegen sein Land skeptisch.

"Unter uns, für mich ist das nicht einfach. Und es kann sogar gefährlich sein", sagte Selenskyj in einem CNN-Interview. Der US-Sender veröffentlichte vorab einen Ausschnitt dieser Passage des Gesprächs. 

Erst müsse darüber diskutiert werden, wie der Krieg beendet wird, schrieb Selenskyj auf der Plattform X. Dann brauche sein Land Sicherheitsgarantien. In einem dritten Schritt könne über eine neue Sicherheitsarchitektur in Europa geredet werden. 

Die Ukraine sei zu einer Waffenruhe und einer Deeskalation bereit. Aber aus Moskau gebe es keine Signale des Einlenkens. "Deshalb ist es gefährlich, wenn sie nicht darüber sprechen, wie der Krieg beendet wird. Russland will mit der neuen Sicherheitsstruktur in Europa anfangen", sagte er in dem Interview.

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Wolodymyr Selenskyj (48) sieht in Trumps Friedensplan eine russische Finte.  © Sebastian Gollnow/dpa

7. November, 8.55 Uhr: Kiew kämpft mit Stromproblemen - Brücke beschädigt

Die ukrainische Hauptstadt Kiew hat nach einem russischen Raketenangriff mit schweren Problemen bei der Stromversorgung zu kämpfen.

Bürgermeister Vitali Klitschko (55) teilte mit, der Stromausfall treffe auch die Versorgung mit Fernwärme und Wasser. Seinen Angaben nach zielte der Angriff auf Energieanlagen im Umland der Hauptstadt und im Nachbargebiet Schytomyr.

Bei dem Angriff wurde auch die Kiewer Nordbrücke über den Fluss Dnipro beschädigt und musste vorläufig gesperrt werden. Klitschko drehte ein kurzes Video auf der Brücke, das Schäden an der Fahrbahn und den Leitplanken zeigt.

Seinen Angaben nach sind die Stromleitungen für Oberleitungsbusse abgerissen. Mit den Reparaturen sei bereits begonnen worden. 

7. November, 7.21 Uhr: Russland attackiert Brücke und Energieanlagen in der Region Kiew

Russische Angriffe haben Energieanlagen in der Region Kiew sowie eine wichtige Brücke in der ukrainischen Hauptstadt beschädigt, sagte Vitali Klitschko (55) am Samstag.

"Infolge eines nächtlichen Feindangriffs wurden Energieanlagen in den Regionen Kiew und Schytomyr beschädigt. Die Energieversorgungslage der Hauptstadt ist äußerst angespannt", schrieb Kiews Bürgermeister auf Telegram.

"Die Nordbrücke wurde bei einem Feindangriff beschädigt. Spezialisten ermitteln das Ausmaß des Schadens", hieß es weiter.

Rund um Kiew kam es in der Nacht von Freitag auf Samstag zu mehreren russischen Angriffen.  © Evgeniy Maloletka/AP/dpa

6. November, 20.41 Uhr: Selenskyj greift Klitschko an

Angesichts massiver Stromausfälle nach russischen Angriffen vor allem in der Hauptstadt Kiew hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) erneut Bürgermeister Vitali Klitschko (55) kritisiert.

"Das sind die Folgen nicht umgesetzter Beschlüsse auf städtischer Ebene zur Vorbereitung auf die Heizperiode sowie auf diese russische Operation gegen die ukrainische Energiewirtschaft", polterte der Staatschef auf Telegram. Die Situation sei in der Dreimillionenstadt daher besonders schwer, so der Präsident. Einwohner und Unternehmen leiden unter langen Abschaltungen von Strom und Wasser. "Die Herausforderungen sind sehr ernst", schrieb Selenskyj. 

Die Regierung ergreift demnach zusätzliche Maßnahmen, um den Betroffenen zu helfen. Mit Deutschland und Spanien gebe es zudem neue Vereinbarungen. "Ich habe dazu mit den Staats- und Regierungschefs und Unternehmen während meiner Besuche gesprochen", erklärte der Präsident. Es gehe um die Lieferung von Generatoren, Kabeln und anderer Ausrüstung.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) hat erneut Bürgermeister Vitali Klitschko (55) kritisiert.  © Efrem Lukatsky/President Of Ukraine and AP/Efrem Lukatsky/dpa

6. November, 14.45 Uhr: Trump kündigt Ukraine-Abkommen an - Kreml reagiert

Nach der Ankündigung eines großen Abkommens zur Ukraine durch US-Präsident Donald Trump (80) hat Russland die Erwartungen gedämpft. Von europäischer Seite sehe Moskau bisher keine Bereitschaft, Fragen eines künftigen Sicherheitssystems auf dem Kontinent zu erörtern, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow (59).

Zudem hätten die Europäer bisher nicht einmal einen Verhandlungsführer bestimmt, sagte er nach einem Treffen von Kremlunterhändler Kirill Dmitrijew (51) mit Trump im Weißen Haus. Trump telefonierte dazu auch mit Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU).

Nach den Zwischenwahlen gewinne der Verhandlungsprozess über ein Ende des russischen Angriffskrieges an Dynamik, es sei auch "ein neues Gefühl der Dringlichkeit entstanden", sagte Regierungssprecher Stefan Kornelius nach dem nächtlichen Telefonat von Merz und Trump in Berlin. 

Kreml-Herrscher Putin (74) hat sicher ganz andere Vorstellungen als Trump.  © Sergei Savostyanov/Kremlin/dpa

6. November, 13.31 Uhr: Schon mehr als 50 Tote nach russischem Luftangriff

Nach dem verheerenden russischen Luftangriff auf den frontnahen ukrainischen Ort Komyschuwacha sind nach Behördenangaben bislang 53 Menschen tot gefunden worden.

Die Such- und Rettungsarbeiten dauerten den fünften Tag nach dem Treffer vom Montag an, schrieb der Militärgouverneur des Gebietes Saporischschja, Mychajlo Semikin, auf Telegram. Weil die ukrainischen Behörden vorher von Dutzenden Vermissten gesprochen haben, ist mit weiteren Toten zu rechnen.

Nach ukrainischen Angaben traf eine Serie von russischen Gleitbomben den Ort, als dort Hilfsgüter verteilt wurden. Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach von einem "hinterhältigen Terroranschlag". Eine drei Tonnen schwere Bombe zerstörte eine unterirdische Schule, in die sich viele Menschen geflüchtet hatten

Rettungskräfte tragen die Leiche einer Person, die bei einem russischen Luftangriff auf eine unterirdische Schule ums Leben gekommen ist.  © Uncredited/AP/dpa

6. November, 11.58 Uhr: Wadephul verlangt vor Ukraine-Gesprächen Mitsprache Europas

Außenminister Johann Wadephul verlangt vor den geplanten Gesprächen in Abu Dhabi eine zentrale Rolle für Europa in den Verhandlungen über die Zukunft der Ukraine.

Für die Bundesregierung gelte "ein unumstößlicher Grundsatz: Über die Zukunft der Ukraine darf nicht ohne die Ukraine entschieden werden. Und über die Sicherheit Europas nicht ohne Europa", sagte der CDU-Politiker vor dem Abflug nach Warschau zu einem Treffen mit seinen Kolleginnen und Kollegen des Ostseerats.

In Abu Dhabi, der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate, sollen in der kommenden Woche die ersten dreiseitigen Gespräche zwischen Vertretern aus Kiew, Moskau und Washington seit Monaten stattfinden.

6. November, 6.59 Uhr: Trump sagt "sehr großen" Deal mit Russland zu "mehr" als der Ukraine voraus

US-Präsident Donald Trump hat einen "sehr großen" Deal mit Russland vorausgesagt, der nicht nur die Ukraine, sondern möglicherweise "ganz Europa" betreffen könnte.

"Er wird mehr als die Ukraine umfassen, und ich könnte sogar sagen, dass er ganz Europa umfassen könnte", sagte Trump am Donnerstag vor Journalisten im Oval Office. Nach eigenen Angaben hatte der US-Präsident zuvor unangekündigt Kreml-Berater Kirill Dmitrijew im Weißen Haus in Washington getroffen.

US-Präsident Donald Trump und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj.  © Alex Brandon/AP/dpa

5. November, 19.18 Uhr: Kremlunterhändler Dmitrijew spricht im Weißen Haus

Kremlunterhändler Kirill Dmitrijew (51) hat auf Einladung von First Lady Melania Trump (56) im Weißen Haus gesprochen. Im Namen von Russlands Präsident Wladimir Putin (74) bedankte er sich bei ihr für ihre "herausragende humanitäre Rolle" bei der Vermittlung einer Waffenruhe in der russisch besetzten Frontstadt Oleschky.

Die Feuerpause hatte vergangene Woche von Dienstag bis Sonntagabend gegolten - Russland und die Ukraine hatten sich bereits mehrfach bei der First Lady dafür bedankt. 

Der russische Sonderbeauftragte Kirill Dmitrijew (51) spricht während eines Treffens mit US-First Lady Melania Trump(56) sowie Vertretern Russlands und der Ukraine im Grand Foyer des Weißen Hauses.  © Alex Brandon/AP/dpa

5. November, 16.05 Uhr: Kommt russischer Diesel in den USA an?

Bei dem von US-Präsident Donald Trump (80) verkündeten Diesel-Deal mit Russland mehren sich Zweifel, ob die ersten Lieferungen tatsächlich ihr Ziel in den USA erreichen. Die "Financial Times" und die Umweltorganisation Greenpeace berichten, dass mehrere in Russland mit Treibstoff beladene Tanker nicht mehr Kurs auf die USA halten. 

Dagegen sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow in Moskau, der russische Diesel werde seine Käufer finden. "Die Lieferungen wurden durchgeführt", sagte er der staatlichen Nachrichtenagentur Tass zufolge. Details unterlägen aber dem Geschäftsgeheimnis.

Der per Telefon ausgehandelte Deal mit Wladimir Putin (74) scheint nicht zu klappen.  © Mikhail Metzel/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa

5. November, 16.01 Uhr: EU zahlt Ukraine weitere Milliardensumme aus

Die EU hat der Ukraine 4,36 Milliarden für das weitere Funktionieren des Staates und grundlegende öffentliche Dienstleistungen sowie für den Kauf militärischer Ausrüstung überwiesen.

Konkret sind 3,7 Milliarden Euro dafür vorgesehen, den Finanzierungsbedarf der Ukraine zu decken, und 658 Millionen Euro für die Beschaffung von Drohnen, Raketen, Radarsystemen, elektronischen Kampfführungssystemen sowie Munition, wie die EU-Kommission in Brüssel mitteilte.

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