Ukraine-Krieg: Selenskyj will Friedensgespräche mit USA wieder aufnehmen

Ukraine - Nach einer Pause wegen des Iran-Kriegs setzt der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj auf neue Gespräche mit den USA über ein Ende des russischen Angriffskriegs in seinem Land ab Samstag.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj will die Friedensverhandlungen am Samstag wieder aufnehmen.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj will die Friedensverhandlungen am Samstag wieder aufnehmen.  © Ludovic Marin/POOL AFP/AP/dpa

Er habe entsprechende Signale aus den USA empfangen, sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videobotschaft aus Kiew. "Es gab eine Verhandlungspause, nun ist es Zeit, sie zu beenden."

Die Gruppe ukrainischer Unterhändler, die für den politischen Teil der Gespräche zuständig ist, sei bereits auf dem Weg in die USA. Selenskyj sagte, er habe mit dem Sekretär des Sicherheitsrates, Rustem Umjerow, seinem Stabschef Kyrylo Budanow und anderen Vertretern die Linie abgesprochen.

Der ukrainische Präsident sprach von einer Fortsetzung bestehender Verhandlungsformate, erwähnte russische Vertreter aber nicht ausdrücklich. In Moskau hatte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Mittwoch gesagt, dass die trilateralen Verhandlungen einstweilen ruhten. Am Donnerstag schloss er eine Fortsetzung nicht aus, sowie die USA einen Termin dafür hätten.

Ukraine-Krieg: Zehntausende Familien nach russischen Angriffen ohne Strom
Ukraine Ukraine-Krieg: Zehntausende Familien nach russischen Angriffen ohne Strom

Alle relevanten Informationen zum aktuellen Geschehen in der Ukraine und Russland gibt es hier im TAG24-Newsticker.

19. März, 20.50 Uhr: Lage für Ukraine verschlechtert sich

In einer Videoschalte zum EU-Gipfel in Brüssel sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj, dass sich die Ausgangslage der Gespräche für Russland durch den Iran-Krieg verbessere, für die Ukraine aber verschlechtere. Dies dürfe nicht zugelassen werden.

Moskau sehe demnach, dass am Persischen Golf Flugabwehrmunition verbraucht werde, die der Ukraine fehle. Russland profitiere zudem vom gestiegenen Ölpreis, zumal die USA Sanktionen gegen Moskau ausgesetzt hätten. Dagegen stockten neue EU-Sanktionen und ein lebenswichtiger EU-Kredit von 90 Milliarden Euro für Kiew hänge in der Luft.

19. März, 15.40 Uhr: Ungarn blockiert Hilfskredit für Ukraine

Beim EU-Gipfel sorgt Ungarns Veto gegen Ukraine-Hilfen für Empörung. Regierungschef Viktor Orban (62) knüpft seine Zustimmung an Öllieferungen.

Der in seiner Heimat um eine Wiederwahl kämpfende Rechtspopulist sagte, sein Land werde erst dann wieder pro-ukrainische Projekte unterstützen, wenn es wieder russische Öllieferungen über die Druschba-Pipeline bekomme. Er behauptete, ohne russisches Öl würden ungarische Haushalte und Unternehmen bankrottgehen.

Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) und andere Staats- und Regierungschefs kritisierten Orbans Haltung als inakzeptabel und verwiesen darauf, dass dieser dem Plan für Ukraine-Hilfen in Höhe von bis zu 90 Milliarden Euro beim Dezember-Gipfel schon zugestimmt hatte.

18. März, 20.33 Uhr: Ukrainische Angriffe treffen Flugzeugwerk in Russland

Die ukrainische Armee hat nach Angaben ihres Generalstabs mit Luftangriffen zwei Flugzeugwerke in Russland getroffen.

In der Nacht zu Montag sei die Flugzeugfabrik Aviastar bei Uljanowsk an der Wolga angegriffen worden, teilte das Militär in Kiew mit. Eine klimatisierte Halle und eine Stellfläche sowie mehrere Flugzeuge seien beschädigt worden. Die Fabrik produziere Militärtransportflugzeuge vom Typ Iljuschin Il-76, Tankflugzeuge Il-78 und warte schwere Transportflugzeuge. 

Außerdem sei in der Nacht zu Dienstag eine Wartungsfabrik für Il-76 bei Staraja Russa in Westrussland mit Drohnen attackiert worden. Ein Hangar sei beschädigt.

18. März, 19.47 Uhr: Litauen verhängt Einreiseverbote für russische Ukraine-Kämpfer

Litauen hat Einreiseverbote gegen 268 Russen verhängt, die in Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine an der Front gekämpft haben.

"Die von ehemaligen russischen Kämpfern ausgehenden Sicherheitsbedrohungen sind offensichtlich. Wir können sie nicht ignorieren", begründete Innenminister Vladislavas Kondratovicius den Schritt des baltische EU- und Nato-Landes. 

18. März, 19.46 Uhr: Ukrainische Angriffe treffen Flugzeugwerke in Russland

Die ukrainische Armee hat nach Angaben ihres Generalstabs mit Luftangriffen zwei Flugzeugwerke in Russland getroffen.

In der Nacht zu Montag sei die Flugzeugfabrik Aviastar bei Uljanowsk an der Wolga angegriffen worden, teilte das Militär in Kiew mit.

Die Fabrik produziere Militärtransportflugzeuge vom Typ Iljuschin Il-76, Tankflugzeuge Il-78 und warte schwere Transportflugzeuge. (Archivbild)
Die Fabrik produziere Militärtransportflugzeuge vom Typ Iljuschin Il-76, Tankflugzeuge Il-78 und warte schwere Transportflugzeuge. (Archivbild)  © Azhar Rahim/EPA/dpa

18. März, 19.40 Uhr: Kehrtwende eines Kriegsbefürworters - Putin gehört vor Gericht

Die abrupte Kehrtwende eines Kreml-Propagandisten sorgt in Russland für Aufregung.

Ilja Remeslo, bislang bekannt für Kampagnen gegen die russische Opposition, schrieb plötzlich auf seinem Telegram-Kanal, dass Wladimir Putin (73) als Präsident illegitim sei und vor ein Kriegsgericht gehöre. Putin habe das Land in die Sackgasse des Ukraine-Kriegs geführt, heißt es in einer Art Manifest. Der Kremlchef schade der Wirtschaft, er erdrossele die Freiheit der Medien und des Internets.

18. März, 19.39 Uhr: Merz erhöht Druck für Umsetzung von Ukraine-Darlehen

Kurz vor dem EU-Gipfel erhöht Bundeskanzler Friedrich Merz (70) den Druck für die Umsetzung eines milliardenschweren EU-Darlehens für die Ukraine.

Der bereits vereinbarte Kredit über 90 Milliarden Euro müsse dringend auch ausgezahlt werden, sagte der CDU-Chef in einer Regierungserklärung im Bundestag. "Wir dürfen dabei auch keine Rücksicht nehmen auf ein einziges Land aus der Europäischen Union, das jetzt aus innenpolitischen Gründen und eines dort geführten Wahlkampfes diese Blockade in Europa gegenwärtig aufbaut", verlangte er, ohne Ungarn direkt zu nennen. 

18. März, 19.55 Uhr: Spanien sagt Ukraine eine Milliarde Euro Militärhilfe zu

Spanien wird die Ukraine im laufenden Jahr mit weiterer bilateraler Militärhilfe im Umfang von einer Milliarde Euro gegen den russischen Angriffskrieg unterstützen.

Ein großer Teil dieser Hilfen werde über den EU-Rüstungsfonds SAFE finanziert, sagte Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez bei einer gemeinsamen Presskonferenz mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in Madrid. "Wir stehen fest an der Seite der Ukraine, heute und in Zukunft", betonte der Sozialist.

Pedro Sánchez (r., 54), Ministerpräsident von Spanien, empfängt Wolodymyr Selenskyj (48), Präsident der Ukraine im Regierungspalast La Moncloa.
Pedro Sánchez (r., 54), Ministerpräsident von Spanien, empfängt Wolodymyr Selenskyj (48), Präsident der Ukraine im Regierungspalast La Moncloa.  © Alejandro Martínez Vélez/EUROPA PRESS/dpa

17. März, 14.58 Uhr: Wadephul - Keine Lockerung von Russland-Sanktionen

Außenminister Johann Wadephul (63) sieht in Russland einen Profiteur der aktuellen Krise im Nahen Osten.

"Russland ist ein Kriegsgewinnler der aktuellen Krise", sagte der CDU-Politiker bei einer Pressekonferenz mit seinem griechischen Amtskollegen Giorgos Gerapetritis in Berlin. Das Land profitiere von höheren Öl- und Gaspreisen, das fülle seine Kriegskasse.

17. März, 14.03 Uhr: Brüssel schickt Unterstützung in die Ukraine

Im Streit zwischen Kiew und Budapest um die Ölpipeline "Druschba" stellt die Europäische Union technische Unterstützung und finanzielle Mittel zur Reparatur zur Verfügung.

Die Ukraine habe ein entsprechendes Angebot angenommen, teilten EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (67) und EU-Ratspräsident António Costa (79) mit. "Europäische Experten stehen sofort zur Verfügung."

Über die "Druschba" floss bis zuletzt Öl von Russland über Belarus und die Ukraine nach Ungarn und in die Slowakei.

Nach einer Beschädigung der Pipeline infolge russischer Angriffe Ende Januar fordert die kurz vor einer kritischen Parlamentswahl stehende Regierung in Budapest Kiew zur schnellen Reparatur und Wiederaufnahme des Transits auf.

Wegen der Ölpipeline "Druschba" herrscht derzeit ein Konflikt zwischen Ungarn und der Ukraine.
Wegen der Ölpipeline "Druschba" herrscht derzeit ein Konflikt zwischen Ungarn und der Ukraine.  © Zsolt Szigetvary/MTI/epa/dpa

17. März, 13.52 Uhr: Selenskyj wirbt in London um Unterstützung

Vor dem Hintergrund nachlassender Aufmerksamkeit für den Krieg in seinem Land ist der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) nach London gereist.

"Unsere Prioritäten sind klar: mehr Sicherheit und Möglichkeiten für die Ukraine", schrieb Selenskyj auf sozialen Netzwerken. Geplant seien Treffen mit König Charles (77), Ministerpräsident Keir Starmer (63) und Nato-Generalsekretär Mark Rutte (59).

Zudem werde er im britischen Parlament eine Rede halten. Die britische Regierung kündigte auch eine neue Rüstungskooperation mit Kiew an.

Titelfoto: Ludovic Marin/POOL AFP/AP/dpa

Mehr zum Thema Ukraine: