Ukraine-Krieg: Toter bei russischem Drohnenangriff in Kiew, zahlreiche Verletzte

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Kiew - Trotz Trumps Ankündigung einer begrenzten Waffenruhe scheint Russland seine Angriffe auf ukrainische Energieanlagen fortzusetzen.

US-Präsident Donald Trump (r.) traf sich im September während der Generalversammlung der Vereinten Nationen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj.
US-Präsident Donald Trump (r.) traf sich im September während der Generalversammlung der Vereinten Nationen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj.  © Julia Demaree Nikhinson/AP/dpa

Die Ukraine beschuldigte das russische Militär, seine Attacken auf das Nachbarland fortgesetzt und ein Heizkraftwerk schwer getroffen zu haben.

Außenminister Andrij Sybiha warf dem Kreml einen klaren Verstoß gegen die begrenzte Feuerpause vor, die laut Trumps Ankündigung vom Sonntagnachmittag (MESZ) unmittelbar in Kraft treten und für beide Kriegsparteien gelten sollte.

Alle relevanten Informationen zum Geschehen in der Ukraine und Russland gibt es hier im TAG24-Newsticker.

12. Oktober, 20.22 Uhr: Ukraine-Krieg: Toter bei russischem Drohnenangriff in Kiew, zahlreiche Verletzte

Bei einem russischen Drohnenangriff ist in der ukrainischen Hauptstadt Kiew mindestens ein Mensch getötet worden.

Knapp ein Dutzend Menschen seien bei der Attacke verletzt worden, teilte Bürgermeister Vitali Klitschko auf der Plattform Telegram mit. Die Drohne schlug demnach in ein 25-stöckiges Hochhaus im Ostteil der Dreimillionenstadt ein. Mehrere Autos seien zudem in Brand geraten.

Bereits mehrfach überschatteten russische Drohnenangriffe die ukrainische Hauptstadt Kiew.
Bereits mehrfach überschatteten russische Drohnenangriffe die ukrainische Hauptstadt Kiew.  © Andreas Stein/dpa

12. Oktober, 19.21 Uhr: EU weitet Beitrittsverhandlungen mit Ukraine und Moldau aus

Die Europäische Union weitet die Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine und Moldau aus.

Vertreter der 27 Mitgliedstaaten verständigten sich in Luxemburg darauf, Gespräche zu zwei weiteren Themenblöcken aufzunehmen, wie die derzeitige irische EU-Ratspräsidentschaft mitteilte.

Konkret geht es dabei um den Binnenmarkt sowie um Wettbewerbsfähigkeit und inklusives Wachstum. Zum Binnenmarkt gehören etwa der freie Waren-, Dienstleistungs- und Kapitalverkehr sowie die Arbeitnehmerfreizügigkeit; zur Wettbewerbsfähigkeit Themen wie die Wirtschafts- und Steuerpolitik, Bildung und Forschung.

12. Oktober, 18.28 Uhr: Tote im Gebiet Donezk nach russischem Angriff

Bei russischem Raketenwerferbeschuss sind in der ostukrainischen Region Donezk Behördenangaben zufolge mindestens drei Zivilisten getötet worden.

Bei dem Angriff seien in der Siedlung Tscherkaske im Landkreis Kramatorsk weitere vier Menschen verletzt worden, teilte die ukrainische Staatsanwaltschaft auf sozialen Netzwerken mit.

Den Angaben nach wurde beim Beschuss des Wohngebiets mit dem Mehrfachraketenwerfersystem "Smertsch" mindestens ein Einfamilienhaus komplett zerstört.

Die Behörde habe Ermittlungen wegen eines möglichen Kriegsverbrechens aufgenommen. Tscherkaske ist etwas mehr als 30 Kilometer von der Frontlinie entfernt.

Russische Raketenwerfer beschossen in der Region Donezk eine Siedlung hinter der Frontlinie.
Russische Raketenwerfer beschossen in der Region Donezk eine Siedlung hinter der Frontlinie.  © Uncredited/Russian Defense Ministry Press Service/AP/dpa

12. Oktober, 14.15 Uhr: EU verhängt Rekord-Sanktionen gegen russische Kriegshelfer

Die Europäische Union hat neue Sanktionen gegen eine Rekordzahl von Unterstützern der russischen Kriegsmaschinerie verhängt.

Die EU-Außenminister beschlossen, knapp 1600 Personen, Unternehmen und andere Organisationen mit Strafmaßnahmen zu belegen, wie die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas mitteilte. Ihren Angaben zufolge ist die Gesamtzahl der Listungen im Rahmen des Sanktionsregimes zum Schutz der territorialen Unversehrtheit der Ukraine damit auf knapp 4600 gestiegen.

Betroffen von den neuen Sanktionen sind Akteure, die mit der Produktion von ballistischen Raketen zu tun haben. Zudem geht es beispielsweise um Unternehmen, die wichtige Komponenten für moderne russische Drohnen und Flugzeuge liefern. Zu diesen Bestandteilen gehören etwa Halbleiter, Radargeräte, Antennen und Sendeempfänger, Systeme für die Luftfahrt sowie Satelliten- und Raketensysteme, Sprengstoffe und Munition sowie Optik- und Navigationssysteme.

Die Strafmaßnahmen umfassen das Einfrieren von Vermögenswerten sowie das Verbot, Gelder oder andere wirtschaftliche Ressourcen bereitzustellen. Gegen Personen werden außerdem EU-Einreiseverbote verhängt.

12. Oktober, 6.07 Uhr: Trump verkündet Waffenruhe in Ukraine - Russen greifen an

Kurz nach der überraschenden Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, dass im Ukraine-Krieg alle Angriffe auf Energieanlagen sofort gestoppt werden, hat die Führung in Kiew dem Angreifer Russland einen Verstoß vorgeworfen.

Sie beschuldigte das russische Militär, seine Attacken auf das Nachbarland fortgesetzt und ein Heizkraftwerk schwer getroffen zu haben. Außenminister Andrij Sybiha warf dem Kreml einen klaren Verstoß gegen die begrenzte Feuerpause vor, die laut Trumps Ankündigung vom Sonntagnachmittag (MESZ) unmittelbar in Kraft treten und für beide Kriegsparteien gelten sollte.

Es ist nicht das erste Mal, dass der US-Präsident behauptet, die Ukraine und Russland würden ihre gegenseitigen Angriffe auf Energieanlagen einstellen - mit einer ähnlichen Äußerung war er bereits Mitte September vorgeprescht. "Beide Seiten haben dem zugestimmt. Bitte halten Sie sich daran!", schrieb er diesmal auf Truth Social.

Donald Trump (80) meldete eine teilweise Waffenruhe im Ukraine-Krieg - Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) zeigte sich überrascht.
Donald Trump (80) meldete eine teilweise Waffenruhe im Ukraine-Krieg - Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) zeigte sich überrascht.  © Julia Demaree Nikhinson/AP/dpa

11. Oktober, 22.18 Uhr: Drohnenalarm an Moskauer Flughäfen - Flugbetrieb eingestellt

Die vier Flughäfen der russischen Hauptstadt Moskau haben am Abend den Flugbetrieb wegen einfliegender ukrainischer Drohnen vorübergehend eingestellt.

Auf den Flughäfen Scheremetjewo, Wnukowo, Domodedowo und Schukowski wurden alle Landungen und Starts für kurze Zeit abgesagt, berichtete die Staatsagentur Tass. Mindestens 25 anfliegende Maschinen wurden in dieser Zeit auf andere Flugplätze umgeleitet. Der Alarm wurde am späten Abend an allen Airports aufgehoben.

Nach Angaben von Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin wurden mindestens 23 ukrainische Drohnen auf ihrem Weg in die russische Metropole noch vor den Stadtgrenzen abgeschossen. Er machte jedoch keine Angaben dazu, ob Drohnen die Flugabwehr überwunden oder Schäden angerichtet hatten.

Vier Moskauer Flughäfen mussten aufgrund ukrainischer Drohnen vorübergehend den Betrieb einstellen. (Archivbild)
Vier Moskauer Flughäfen mussten aufgrund ukrainischer Drohnen vorübergehend den Betrieb einstellen. (Archivbild)  © Pavel Golovkin/AP/dpa

11. Oktober, 17.11 Uhr: Selenskyj offen für Wahlen - Aber unter Bedingungen

Nach der von US-Präsident Donald Trump (80) verlangten Ablösung des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj (48) hat dieser mit einem Gegenangebot reagiert.

Falls Trump den russischen Präsidenten Wladimir Putin zu einer 60-tägigen, vollständigen Feuerpause bewegen könne, hätte die Ukraine Zeit, Neuwahlen zu organisieren, sagte Selenskyj in einem Interview des US-Senders ABC. Seinen Bürgern müsse während der Wahlen Sicherheit garantiert werden.

11. Oktober, 16.41 Uhr: Trump meldet "Energie-Waffenruhe" zwischen Russland und der Ukraine

Russland und die Ukraine haben nach Angaben von US-Präsident Donald Trump (80) zugestimmt, ihre Angriffe auf die Energie-Infrastruktur des jeweils anderen Staates einzustellen.

Mit "sofortiger Wirkung" gelte eine "Energie-Waffenruhe" im Krieg zwischen Russland und der Ukraine, erklärte Trump am Sonntag in seinem Onlinedienst Truth Social. Weitere Details nannte er zunächst nicht.

US-Präsident Donald Trump (80)
US-Präsident Donald Trump (80)  © Nathan Howard/AP/dpa

10. Oktober, 19.29 Uhr: Trump fordert neuen Präsidenten für die Ukraine

Während Wolodymyr Selenskyj (48) wenig erfreut über den Diesel-Deal zwischen den USA und Russland reagiert hat, forderte US-Präsident Donald Trump (80) einen neuen Präsidenten für die Ukraine.

"Ich denke, es ist Zeit, dass die Ukraine einen neuen Präsidenten bekommt", sagte Trump vor Reportern am Weißen Haus. Trump zufolge sollten sich die Ukrainer einen neuen Anführer suchen, der eine Vereinbarung zur Beendigung des Krieges schließen könne. Denn trotz vieler Möglichkeiten habe Selenskyj das "aus irgendeinem Grund nie getan."

US-Präsident Donald Trump (80).
US-Präsident Donald Trump (80).  © Nathan Howard/AP/dpa

10. Oktober, 10.30 Uhr: Sieben Tote nach russischen Angriffen im Südosten der Ukraine

Bei russischen Angriffen sind im Südosten der Ukraine mindestens sieben Menschen getötet worden. Die Gebietshauptstadt Saporischschja sei an mehreren Stellen getroffen worden, schrieb der Militärgouverneur der gleichnamigen Region. 

Unter den Todesopfern seien drei Minderjährige, außerdem gebe es zehn Verletzte. demnach an. Die Ukraine nahm bei Gegenangriffen ihrerseits das südrussische Gebiet Rostow ins Visier. Auf der Nasa-Website Firms, die weltweit Brandherde erfasst, waren mehrere Feuer dort zu sehen, wo sich ein Erdöl verarbeitendes Unternehmen befindet.

Der Gouverneur der Region schrieb bei Telegram von Bränden und Schäden an Wohnhäusern infolge ukrainischer Angriffe. Zudem sei eine Eisenbahnbrücke beschädigt worden. Sechs Menschen benötigten demnach ärztliche Hilfe. 

In der Stadt Asow seien zwei Schiffe beschädigt worden. Mehr als 100 Drohnen seien über dem Gebiet Rostow abgewehrt worden. Das Verteidigungsministerium in Moskau gab an, in der Nacht 560 ukrainische Drohnen über russischen Gebieten und der annektierten Krim abgewehrt zu haben. 

Rettungskräfte tragen eine Leiche aus den Trümmern eines Wohnhauses in Saporischschja.
Rettungskräfte tragen eine Leiche aus den Trümmern eines Wohnhauses in Saporischschja.  © Kateryna Klochko/AP/dpa

9. Oktober, 22.27 Uhr: Selenskyj kritisiert US-Deal zu russischem Diesel scharf

Eine zwischen den USA und Russland vereinbarte Aufhebung von Sanktionen für den Verkauf von russischem Diesel ist von der Ukraine stark kritisiert worden. "Die Erlaubnis für Russland, Erdölprodukte zu verkaufen, ist eine Investition in den Krieg (gegen die Ukraine), den man beenden und nicht verlängern muss", schrieb der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) bei Telegram. Moskau werde mit weiterem "Terror und Gemeinheiten" danken.

Selenskyj erneuerte dabei die ukrainische Bereitschaft, Angriffe auf russische Raffinerien einzustellen, wenn Russland im Gegenzug die Attacken auf ukrainische Energieanlagen einstellt. "Wir haben eben Amerika eine solche Vereinbarung vorgeschlagen und finden, dass die Kräfte der Vereinigten Staaten ausreichend sind, um einen derartigen Kompromiss zu erreichen", schrieb der Staatschef. Eine Abschwächung der Russland-Sanktionen sei ein Zeichen der "offensichtlichen Schwäche". Russland werde die USA noch weniger ernst nehmen.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) kann mit dem Diesel-Deal natürlich gar nichts anfangen.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) kann mit dem Diesel-Deal natürlich gar nichts anfangen.  © Kay Nietfeld/dpa

9. Oktober, 21.23 Uhr: Trump kündigt Hunderttausende Tonnen Diesellieferungen aus Russland an

US-Präsident Donald Trump (80) hat nach einem Gespräch mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin (74) Hunderttausende Tonnen an Diesel aus Russland in Aussicht gestellt.

Er habe mit Putin unter anderem vereinbart, dass "umgehend" mehr als 300.000 Tonnen Diesel für die USA und den Weltmarkt zur Verfügung gestellt würden, teilte Trump auf seiner Plattform Truth Social mit. Wegen bestehender Sanktionen gegen Russland stellte das US-Finanzministerium dafür eine temporäre Erlaubnis aus.

US-Präsident Donald Trump (80) hat Russland einen Bärendienst erwiesen.
US-Präsident Donald Trump (80) hat Russland einen Bärendienst erwiesen.  © Julia Demaree Nikhinson/AP/dpa

9. Oktober, 15.44 Uhr: Ukraine greift erneut russischen Internet-Riesen Yandex an

Die ukrainische Armee hat nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) den zweiten Tag in Folge ein Datenzentrum des größten russischen Internetkonzerns Yandex angegriffen. Das schrieb Selenskyj in sozialen Netzwerken, ohne den Ort zu nennen. 

Betroffen war eine Computeranlage in Kaluga südwestlich von Moskau. Yandex bestätigte, dass einige Teile des Rechenzentrums ausgefallen seien. Nach Angaben von Gouverneur Wladislaw Schapscha wurden neun Personen im Gebiet Kaluga verletzt. Am Tag zuvor hatte die Ukraine ein Yandex-Datenzentrum in Sassowo im Gebiet Rjasan getroffen.

Der größte russische Internetkonzern Yandex ist erneut von der Ukraine angegriffen worden.
Der größte russische Internetkonzern Yandex ist erneut von der Ukraine angegriffen worden.  © Maxim Shipenkov/dpa

9. Oktober, 6.10 Uhr: Massive Kritik am Putin-Besuch von Schröder

Nach seinem Besuch der Geburtstagsfeier des russischen Präsidenten Wladimir Putin in Moskau steht Altkanzler Gerhard Schröder massiv in der Kritik.

Die Grünen-Politikerin Katrin Göring-Eckardt und die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses des Europaparlaments, Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP), bezeichneten den Besuch als Schande. Nach Kreml-Angaben hatte Schröder am Mittwoch mit Kremlchef Putin dessen 74. Geburtstag gefeiert. 

Im Mai hatte Putin Schröder als Vermittler im Krieg zwischen Russland und der Ukraine ins Spiel gebracht. In der Bundesregierung waren Putins Äußerungen aber auf deutliche Skepsis gestoßen.

Schröder (82) traf in Moskau auf Putin (74). (Archivbild)
Schröder (82) traf in Moskau auf Putin (74). (Archivbild)  © Kay Nietfeld/dpa

9. Oktober, 6 Uhr: Ukrainer zu Verhandlungen auf dem Weg in die USA

Selenskyj zufolge ist eine ukrainische Delegation auf dem Weg in die USA für zweitägige Verhandlungen, die am Freitag beginnen sollen.

Nach örtlichen Medienberichten werden der Fraktionsvorsitzende von Selenskyjs Partei, David Arachamija, der Chef des Auslandsgeheimdienstes, Rustem Umjerow, der Chef der Präsidialkanzlei Kyrylo Budanow, und Budanows erster Vize, Serhij Kyslyzja, zum Team gehören. 

Das Weiße Haus bestätigte ein Treffen am Freitag. "Der Sondergesandte (Steve) Witkoff und Jared Kushner werden sich morgen mit ukrainischen Vertretern treffen, um einen neuen, abgestimmten Vorschlag zu erörtern, der alle Aspekte des Konflikts umfasst und darauf abzielt, den Krieg zu beenden", hieß es von einem hochrangigen US-Regierungsbeamten.

Titelfoto: Andreas Stein/dpa

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