Ukraine-Krieg: US-Gesandter reist nach Selenskyj-Treffen nach Russland

Kiew - US-Präsident Donald Trump (80) hat sich offen für einen Dreiergipfel mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin (74) und Chinas Staatschef Xi Jinping (73) gezeigt.

Trifft sich US-Präsident Donald Trump (80) bald mit Wladimir Putin und Xi Jinping?  © Julia Demaree Nikhinson/AP/dpa

"Ich würde es tun", sagte Trump am Montag vor Journalisten in Washington. Vereinbart sei das Treffen aber noch nicht. Nach Trumps Angaben würden bei einem solchen Gipfel Atomwaffen und die Denuklearisierung im Mittelpunkt stehen, der Ukraine-Krieg könne aber auch zur Sprache kommen.

"Ich würde es tun, aber nicht so sehr wegen der Ukraine, denn Russland hat sich, ehrlich gesagt, in Bezug auf die Ukraine gut verhalten. Sie haben nicht viel gemacht", sagte Trump ungeachtet der anhaltenden russischen Luftangriffe auf die Ukraine.

Falls der Dreiergipfel zustande komme, würden die drei Staatschefs vor allem "über Atomwaffen und die Denuklearisierung" beraten, fügte der US-Präsident hinzu. Auf die Frage, ob er mit Xi und Putin auch über die Ukraine sprechen würde, antwortete Trump, er werde "alles tun, was ich tun kann, um den Krieg zu beenden

Ukraine Ukraine-Krieg: Opferzahl steigt! 14 Tote nach russischem Angriff auf Einkaufszentrum

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20. Oktober, 20.42 Uhr: US-Gesandter reist nach Selenskyj-Treffen nach Russland

Im Ringen um Frieden in der Ukraine reist US-Unterhändler Steve Witkoff nach einem Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und europäischen Spitzenpolitikern in Oslo weiter nach Russland.

"Steve Witkoff wird morgen nach Sankt Petersburg fliegen, um dort Gespräche mit der russischen Führung zu führen", sagte der norwegische Regierungschef Jonas Gahr Støre, der mit dem finnischen Präsidenten Alexander Stubb Gastgeber der Gespräche in Norwegen war, am Dienstagabend. Dabei sollen laut Støre "die Vorschläge, die europäische und amerikanische Kollegen erarbeitet haben", vorgelegt werden.

Bei den Gesprächen in Oslo hätten die Parteien etwa Sicherheitsgarantien für die Ukraine, territoriale Fragen, Sanktionen sowie die europäische Sicherheit nach dem Krieg diskutiert, hieß es. Zugeschaltet waren bei dem Treffen neben US-Unterhändler Jared Kushner nach Angaben norwegischer Medien auch Vertreter mehrerer europäischer Länder, darunter Deutschland sowie der EU und der Nato.

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Erst traf sich Trumps Unterhändler Witkoff in Oslo mit Selenskyj. Jetzt reist er mit Vorschlägen nach Russland.  © Heiko Junge/Pool NTB/AP/dpa

20. Oktober, 20.35 Uhr: Bulgarien lehnt Beteiligung an neuer EU-Finanzhilfe für Kiew ab

Bulgarien wird sich nach den Worten von Regierungschef Rumen Radew nicht mehr an einer neuen Finanzhilfe der Europäischen Union (EU) für die Ukraine beteiligen.

Beim jüngsten EU-Gipfel forderte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj von der EU weitere 70 Milliarden Euro für das kommende Jahr, um im Abwehrkampf gegen Russlands Angriffskrieg bestehen zu können.

"Wie kommt euch das vor dem Hintergrund von all dem, das in Europa geschieht, vor? Bulgarien kann auf keiner Weise an diesen 70 Milliarden (Euro) beteiligt sein", sagte Radew vor Journalisten in der Kleinstadt Twardiza, wie die bulgarische Nachrichtenagentur BTA berichtete.

Der bulgarische Regierungschef erinnerte daran, dass die EU der Ukraine im vergangenen Jahr 90 Milliarden Euro für die Jahre 2026 und 2027 bewilligt hatte. Für dieses Darlehen hatten drei EU-Staaten – Ungarn, Tschechien und die Slowakei – ausgehandelt, nicht an den Kosten beteiligt zu werden. Bulgarien war allerdings daran noch beteiligt.

Bulgariens Regierungschef Rumen Radew will der Ukraine keine Finanzhilfe mehr zukommen lassen.  © Valentina Petrova/AP/dpa

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat nach eigenen Angaben in einem Telefonat mit US-Außenminister Marco Rubio über Probleme mit den Satelliten-Kommunikationsdiensten Starlink und Starshield sowie über die schleppende Auslieferung von Abfangraketen gesprochen.

Bei dem "substanziellen" Austausch habe er betont, dass die Kommunikationssysteme "wiederhergestellt werden müssen", erklärte Selenskyj am Dienstag im Onlinedienst Telegram.

Der Starlink-Dienst spielt eine wichtige Rolle bei der Kommunikation der ukrainischen Streitkräfte an der Front und ist auch für die Steuerung von Drohnen beziehungsweise deren Abwehr wichtig. Das System gliedert sich in den eigentlich zivilen Dienst Starlink und den militärischen Dienst Starshield. Die Ukraine nutzt beide Dienste.

20. Oktober, 12.30 Uhr: Ukraine meldet sieben Tote durch russische Angriffe

Bei russischen Angriffen in der Ukraine sind am Dienstag nach ukrainischen Angaben mindestens sieben Menschen getötet worden.

In einem Vorort von Kiew wurden demnach drei Menschen getötet und vier weitere verletzt. "Die Angaben zur Zahl der Opfer werden derzeit noch überprüft", teilte die Staatsanwaltschaft mit. Ebenfalls drei Tote gab es bei einem russischen Angriff in Kramatorsk. Die Staatsanwaltschaft veröffentlichte Bilder, auf denen zwei ausgebrannte Autos in der Ortschaft Tschabany bei Kiew zu sehen waren.

Bei den drei Toten in der Stadt Kramatorsk nahe der Front im Osten des Landes handelte es sich laut der dortigen Staatsanwaltschaft um Männer um die 40. Demnach wurden außerdem ein Mann und eine Frau durch Granatsplitter und die Druckwelle verletzt. Ein weiterer Mensch wurde bei Angriffen in Saporischschja im Südosten getötet, wie der Chef der regionalen Militärverwaltung, Iwan Fedorow, bekanntgab.

20. Oktober, 6.18 Uhr: Selenskyj wirft US-Regierung verzögerte Lieferung bezahlter Abfangraketen vor

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat der US-Regierung eine verzögerte Lieferung bezahlter Abfangraketen vorgeworfen.

Die Raketen seien von europäischer Seite im Rahmen des Purl-Programms "bereits bezahlt" worden, sagte Selenskyj am Montag vor US-Senatoren. Über den sogenannten Purl-Mechanismus können die Nato-Länder und ihre Verbündeten Waffenpakete für die Ukraine in den USA kaufen. Für eine Lieferung stehe noch die Unterschrift von US-Verteidigungsminister Pete Hegseth aus, sagte Selenskyj.

Zudem warteten europäische Staaten, die bereit seien, Patriot-Abfangraketen aus ihren Beständen an die Ukraine zu liefern, auf eine Genehmigung seitens der USA, sagte Selenskyj. "Die Raketen sind einsatzbereit. Sie könnten bereits in der Ukraine sein. (...) Aber leider ist die Genehmigung noch immer nicht erteilt worden."

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat der US-Regierung eine verzögerte Lieferung bezahlter Abfangraketen vorgeworfen.  © Michael Kappeler/dpa

19. Oktober, 21.37 Uhr: Merz beunruhigt wegen Sorglosigkeit gegenüber Russland

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat sich besorgt darüber gezeigt, dass die von Russland ausgehende Bedrohung in Deutschland nicht ernst genug genommen wird.

Der Krieg in der Ukraine sei dabei nur ein Teil des Gesamtbildes, sagte Merz in einem Bloomberg-Interview. "Das große Bild ist, dass Russland dabei ist, die gesamte politische Ordnung unseres europäischen Kontinents zu destabilisieren. Und das wird offensichtlich von vielen Menschen auch in meinem Land unterschätzt."

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) zeigt sich besorgt im Hinblick auf Russland.  © Fabian Sommer/dpa

19. Oktober, 18.18 Uhr: Tote nach russischem Drohnenangriff im Gebiet Charkiw

Bei einem russischen Drohnenangriff sind Behördenangaben zufolge im ostukrainischen Gebiet Charkiw mindestens sechs Menschen getötet worden.

"Unter den Toten sind drei Kinder", teilte der Militärgouverneur der Region, Oleh Synjehubow, bei Telegram mit. Weitere 15 Menschen, darunter sieben Minderjährige, seien verletzt worden. Getroffen wurde demnach ein zentral gelegener Park in der Siedlung Nowa Wodolaha, etwa 30 Kilometer südwestlich der Gebietshauptstadt Charkiw.

19. Oktober, 16.10 Uhr: Rubio äußert sich zu ukrainischen Anschuldigungen

US-Außenminister Marco Rubio (55) hat Anschuldigungen aus der Ukraine über zurückgehaltene Informationen zurückgewiesen.

"Es gab keine Unterbrechung", sagte er vor Reportern in Usbekistan. Er zeigte sich vom ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj (48) irritiert.

Selenskyj hatte am Montag beklagt, abermals nicht von den Partnern seines Landes vor russischen Angriffen vorgewarnt worden zu sein. Rubio zeigte sich darüber unwissend. Zugleich sagte er, es habe "vor einigen Nächten ein Softwareproblem" beim ukrainischen Frühwarnsystem gegeben. Daraufhin habe das für Europa zuständige US-Militärkommando Eucom den Sachverhalt untersucht.

US-Außenminister Marco Rubio (55) hat sich zu ukrainischen Anschuldigungen geäußert.  © Mark Schiefelbein/Pool AP/dpa

19. Oktober, 14.06 Uhr: Tote nach russischem Angriff auf Krywyj Rih

Bei einem russischen Raketenangriff sind in der südostukrainischen Industriestadt Krywyj Rih nach Behördenangaben mindestens zwei Menschen getötet worden.

Sieben weitere seien verletzt worden, teilte der Militärgouverneur des Gebiets Dnipropetrowsk, Olexander Hanscha, bei Telegram mit. Der Angriff galt demnach einem nicht näher bezeichneten Industrieunternehmen. Die Heimatstadt von Präsident Wolodymyr Selenskyj ist knapp 70 Kilometer von der russisch-ukrainischen Frontlinie entfernt.

Bei einem russischen Raketenangriff sind in der südostukrainischen Industriestadt Krywyj Rih nach Behördenangaben mindestens zwei Menschen getötet worden.  © Uncredited/Ukrainian Emergency Service/AP/dpa

19. Oktober, 12.30 Uhr: Laut Selenskyj keine Frühwarnung vor neuen Angriffen

Nach erneuten russischen Angriffen hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj beklagt, abermals nicht von den Partnern seines Landes vorgewarnt worden zu sein.

Erst am Vortag hatte Selenskyj in einem Interview erklärt, dass Washington inzwischen wieder Aufklärungsergebnisse mit Kiew teile. Eine Zeit lang seien die Frühwarndaten für den Start ballistischer Raketen ausgefallen.

Russland habe erneut Energieanlagen und Infrastruktur in mehreren Regionen im ganzen Land attackiert, schrieb Selenskyj nun in sozialen Medien. Mindestens 550.000 Familien seien ohne Strom. Moskau habe 16 ballistische Raketen eingesetzt bei einem Angriff auf die Hauptstadt Kiew und ihr Umland. Auch andere Regionen wurden demnach mit mehr als 200 Drohnen attackiert. Selenskyj sprach von Opfern. Behördenangaben zufolge kam in Kiew mindestens eine 21-Jährige ums Leben. Acht weitere Menschen wurden demnach verletzt.

19. Oktober, 11.40 Uhr: Putin schlägt Ukraine-Treffen mit Trump und Xi ohne Selenskyj vor

Russlands Präsident Wladimir Putin hat einem Medienbericht zufolge ein Treffen mit US-Präsident Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping vorgeschlagen, um über ein Ende des Ukraine-Krieges zu beraten.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj soll an den Gesprächen demnach nicht teilnehmen, wie das "Wall Street Journal" weiter berichtete.

Das Treffen könnte dem Bericht zufolge im November stattfinden. Trump, Xi und Putin sind Mitte November zu einem Gipfel der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (Apec) im chinesischen Shenzhen eingeladen. Ob die beiden anderen Staatschefs auf Putins Vorschlag eingingen, blieb zunächst offen.

19. Oktober, 6.35 Uhr: Trump verteidigt Aussetzen von Sanktionen gegen Russland gegen Kritik

US-Präsident Donald Trump hat das Aussetzen von Sanktionen gegen Russland gegen Kritik auch aus den Reihen seiner Republikaner verteidigt.

Er sei dabei, einen Frieden im Ukraine-Krieg zu verhandeln und wolle "nichts tun, was Russland törichterweise vom Verhandlungstisch wegbringen würde", schrieb Trump am Sonntag in seinem Onlinedienst Truth Social. "Große Fortschritte" würden in Gesprächen erzielt, erklärte Trump.

Der US-Präsident warf zudem dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj vor, russische Dieselraffinerien angreifen zu lassen, "im Wissen, dass diese Angriffe die weltweiten Dieselmärkte ernsthaft schädigen, einschließlich der in den Vereinigten Staaten", kritisierte Trump. Selenskyj sei das "egal", führte der US-Präsident weiter aus.

"Bei dem ganzen Geld, das Europa ihm bekanntermaßen gibt" und dem Geld, das der frühere demokratische US-Präsident Joe Biden der Ukraine gegeben habe, "will er diesen Krieg nicht beenden und wollte es wahrscheinlich nie", schrieb Trump weiter.

US-Präsident Donald Trump (80) hat seinen umstrittenen Kurs im Ukraine-Krieg verteidigt.  © Mark Schiefelbein/AP/dpa

18. Oktober, 22 Uhr: Selenskyj besorgt über US-Kurs Richtung Moskau

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) zeigt sich besorgt über den US-Kurs in Richtung Moskau.  © Geert Vanden Wijngaert/AP/dpa

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat sich tief besorgt über eine mögliche Annäherung der USA an Russland geäußert.

"Sollten sich die USA an die Seite Russlands stellen, können wir nicht überdauern", sagte Selenskyj in einem Interview des Senders NBC zu den jüngsten Schritten von US-Präsident Donald Trump (80), wie etwa der Aussetzung von neuen Sanktionen oder dem Diesel-Deal mit dem Kreml. Ein Entzug der bisherigen US-Unterstützung für Kiew wäre "ein historischer Fehler, eine große Tragödie".

Selenskyj klagte über die jüngsten Behinderungen der ukrainischen Kriegsführung gegen Russland durch die USA. In erster Linie sei die bisherige Nutzung des Starlink-Satellitennetzes eingeschränkt worden. "Das gibt den russischen Aggressoren weitere Unterstützung", sagte Selenskyj. Die dadurch erfolgte Drosselung der Reichweite ukrainischer Gegenangriffe sehe er als beabsichtigt, als "Nachricht der US-Regierung".

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