Nächster Dämpfer für VW: Autoverkäufe drastisch eingebrochen, doch es gibt einen Lichtblick

Von Julian Weber

Wolfsburg - Europas größter Autobauer VW verliert bei den Verkäufen weiter an Boden. Weltweit lieferte der Konzern von Juli bis September 1,89 Millionen Fahrzeuge aller Marken aus. Das waren 14,3 Prozent weniger als ein Jahr zuvor, wie das Unternehmen in Wolfsburg mitteilte. Im zweiten Quartal hatte der Rückgang bei 8,6 Prozent gelegen, zu Jahresbeginn bei 4,0 Prozent.

Angesichts sinkender Verkaufszahlen sind E-Autos ein Lichtblick bei VW: In Europa wurden zwischen Januar und September 21,1 Prozent mehr E-Autos verkauft, als im Vorjahreszeitraum. (Symbolbild)  © Kay Nietfeld/dpa

In den ersten neun Monaten des Jahres kam Volkswagen den Angaben nach auf gut sechs Millionen Auslieferungen. Das waren neun Prozent oder rund 600.000 weniger als im Vorjahreszeitraum.

Zuwächse in Europa und Südamerika konnten den Einbruch vor allem in China nicht ausgleichen. Dort lieferte VW im dritten Quartal knapp 406.000 Fahrzeuge aus - 38,5 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

In den ersten neun Monaten sanken die Auslieferungen in der Volksrepublik um 30,2 Prozent auf 1,38 Millionen. Volkswagen kämpft dort mit einem rückläufigen Gesamtmarkt, starkem Preisdruck und wachsender Konkurrenz heimischer Hersteller.

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"Der deutlich rückläufige Gesamtmarkt in China bleibt eine branchenweite Herausforderung. Gleichzeitig beginnen unsere neuen, lokal entwickelten Elektromodelle ihre Wirkung zu entfalten", teilte Audi-Vertriebsvorstand Martin Sander mit, der das Ressort auch im Gesamtkonzern betreut.

Gegenüber dem Vorjahresquartal habe man in der Volksrepublik im dritten Quartal rund 30 Prozent mehr elektrifizierte Fahrzeuge übergeben können. Dazu zählen neben reinen E-Autos auch Plug-in-Hybride und Fahrzeuge mit Range Extender.

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Audi-Vertriebsvorstand Martin Sander. (Archivbild)  © Marius Becker/dpa

VW: Lichtblick bei Geschäft mit E-Autos in Europa

Weltweit ging die Zahl der Auslieferungen bei VW um rund 600.000 Autos zurück. (Symbolbild)  © Julian Stratenschulte/dpa

Ein Lichtblick ist das Geschäft mit E-Autos in Europa. "In unserem Heimatmarkt sehen wir einen deutlich beschleunigten Trend zu vollelektrischen Fahrzeugen. Hauptgründe dafür sind die derzeit hohen Kraftstoffpreise und das größere Angebot an Einstiegsmodellen", sagte Sander laut Mitteilung.

Für den ID. Polo und seine Schwestermodelle VWID. Cross, Škoda Epiq und Cupra Raval liegen demnach inzwischen fast 150.000 Bestellungen vor. Das sei ein toller Erfolg, der zeige, dass man mit den vier Modellen den Zeitgeist getroffen habe.

In Europa war von Januar bis September jedes fünfte ausgelieferte Modell ein reiner Stromer - insgesamt gut 586.000 von rund 2,96 Millionen Fahrzeugen.

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Das dürfte sich noch weiter verstärken: Die Auftragseingänge für Elektroautos auf dem Heimatkontinent stiegen im dritten Quartal um mehr als die Hälfte. Der E-Anteil am Auftragsbestand lag bei rund 40 Prozent, sagte Sander weiter.

Weltweit war aber auch die Nachfrage nach VW-Stromern rückläufig. Im dritten Quartal sanken die Auslieferungen vollelektrischer Fahrzeuge um 4,7 Prozent auf gut 240.000. In China gingen sie um 30,1 Prozent zurück, in den USA sogar um 86,4 Prozent. Von Januar bis September hat Volkswagen insgesamt rund 679.000 E-Autos ausgeliefert (minus 5,4 Prozent).

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