Paukenschlag bei Volkswagen: Fast alle Tarifverträge gekündigt

Von Julian Weber

Hannover - Im Ringen um schärfere Sparmaßnahmen hat Volkswagen eine Reihe von Tarifverträgen gekündigt - darunter auch den wichtigen Manteltarifvertrag.

VW kündigt eine Reihe von Tarifverträgen.  © Julian Stratenschulte/dpa

Aus Sicht des Unternehmens seien verschiedene Regelungen in diesen Verträgen mit Blick auf den aktuellen Kostendruck anzupassen, teilte VW nach einem Überprüfungsgespräch mit Arbeitnehmervertretern in Hannover mit.

Ein Sprecher wollte sich zur genauen Zahl der gekündigten Verträge nicht äußern. Der IG Metall zufolge handelt es sich um zehn.

Das wirtschaftliche Umfeld hat sich nach Angaben des Personalvorstands der Marke Volkswagen, Arne Meiswinkel, für die Autoindustrie und damit auch für Volkswagen gravierend verschärft.

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"Diese Marktveränderungen sind strukturell und tiefgreifend. Unter anderem drängen chinesische Hersteller mit günstigen Exporten nach Europa", teilte Meiswinkel mit. Das erhöhe den Preis- und Wettbewerbsdruck enorm.

Die Maßnahmen aus dem Zukunftsplan 2030 müssten daher schnell und konsequent umgesetzt werden.

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Gewerkschaft rechnet mit "heftigen Auseinandersetzungen"

Daniela Cavallo (51), Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats der Volkswagen AG, rechnet nach der Kündigung mit heftigen Auseinandersetzungen.  © Julian Stratenschulte/dpa

Mit der fristgerechten Kündigung zum 31. Dezember 2026 will das Unternehmen einen Verhandlungsraum öffnen.

Der Manteltarifvertrag bündelt zahlreiche grundlegende Regelungen für die mehr als 100.000 Beschäftigten in Deutschland. Insgesamt besteht der VW-Haustarif aus 13 einzelnen Verträgen. Sie regeln unter anderem Arbeitsbedingungen, Arbeitszeit und Zulagen. Nicht betroffen ist der Zukunftstarifvertrag 2024 und die darin vereinbarte Beschäftigungssicherung bis Ende 2030. 

Erste Folgen könnten VW-Beschäftigte nach Angaben der Arbeitnehmer von Januar 2027 an spüren. Gewerkschaft und Betriebsrat kündigten Widerstand an.

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"Das ist ein übles Foul an der Belegschaft und erneut ein schamloser Versuch, in die Geldbeutel der Beschäftigten greifen zu wollen", teilte Niedersachsens IG-Metall-Chef Thorsten Gröger mit. Das werde man nicht hinnehmen. VW-Betriebsratschefin Daniela Cavallo (51) rechnete mit einer "heftigen Auseinandersetzung zum Jahreswechsel". 

Das Überprüfungsgespräch war das erste offizielle Treffen von Unternehmen und Arbeitnehmervertretern in größerer Runde seit dem Aufsichtsratsbeschluss Anfang September. Die Aufseher hatten sich angesichts der Probleme in der Branche auf einen "Zukunftsplan" des Vorstands geeinigt, der Volkswagen deutlich profitabler machen soll.

Originalmeldung von 15.23 Uhr, zuletzt aktualisiert um 15.31 Uhr.

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