35 Millionen Euro Steuergeld für Tierversuche? Geplantes Labor sorgt für Wirbel

München/Augsburg - Wegen der geplanten Tierversuchsanlage an der neuen Augsburger Medizinfakultät haben Kritiker nach eigenen Angaben mehr als 40.300 Unterschriften gesammelt.

In der geplanten Augsburger Medizinfakultät ist auch eine Tierversuchsanlage zur Forschung vorgesehen. (Symbolbild)
In der geplanten Augsburger Medizinfakultät ist auch eine Tierversuchsanlage zur Forschung vorgesehen. (Symbolbild)  © Friso Gentsch/dpa

Die Listen seien am Mittwoch in München an Grünen-Abgeordnete des bayerischen Landtags übergeben worden, berichtete Rosmarie Lautenbacher, Vorstandsmitglied des Vereins Ärzte gegen Tierversuche.

"Anstatt Steuergelder sinnvoll in moderne, zukunftsorientierte Forschungsverfahren zu stecken, wird in Augsburg das veraltete System Tierversuch eingeführt", sagte sie.

Bayern baut derzeit in Augsburg mit einem Milliardenaufwand die sechste Medizinfakultät einer Universität im Freistaat auf. Bislang gibt es medizinische Fakultäten in Erlangen, Würzburg und Regensburg sowie an den beiden Münchner Unis.

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Neben dem früheren kommunalen Augsburger Klinikum, das bereits seit einigen Jahren als Universitätsklinik fungiert, wird derzeit der neue Medizincampus errichtet.

Laut dem Verein sind 35 Millionen Euro für das Tierversuchslabor vorgesehen.

Tierversuchsfreie Forschung boomt: Warum setzt Augsburg auf veraltete Methoden?

Eine Sprecherin der Universität verteidigte nochmals das Projekt. Die Forschung könne derzeit darauf noch nicht verzichten. "Bestimmte Fragen können momentan nur im Tierversuch beantwortet werden."

Die Hochschulsprecherin sagte, dass es strenge Auflagen für die Versuche mit den Tieren gebe. Sie würden auch nur dann gestattet, wenn nachweislich keine Alternativmethode zur Verfügung stehe.

Lautenbacher verwies darauf, dass das Labor erst 2030 in Betrieb gehen solle. "In sieben Jahren noch auf die Methode Tierversuch zu setzen, während jetzt schon weltweit die tierversuchsfreie Forschung boomt, ist ein Fehler, der jetzt noch korrigiert werden kann", meinte sie.

Titelfoto: Friso Gentsch/dpa

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