Deutschland schießt Rakete ins All: Das soll die MAPHEUS aus 300 Kilometern Höhe mitbringen

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Köln/Kiruna (Schweden) - Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat am Donnerstagmorgen eine weitere Rakete ins All geschickt, um die Forschung in der Schwerelosigkeit weiterzuentwickeln.

Am Donnerstagmorgen um 8.51 Uhr startete die DLR-Rakete vom schwedischen Esrange Space Center aus.
Am Donnerstagmorgen um 8.51 Uhr startete die DLR-Rakete vom schwedischen Esrange Space Center aus.  © SSC Space

Die MAPHEUS-17-Rakete startete um 8.51 Uhr vom Esrange Space Center im nordschwedischen Kiruna.

Der knapp zwölf Meter lange Flugkörper erreichte innerhalb kurzer Zeit eine Höhe von knapp 300 Kilometern und transportierte mehr als 360 Kilogramm wissenschaftliche und technologische Nutzlast. Für die Experimente standen während des rund siebenminütigen Flugs Bedingungen nahezu wie in Schwerelosigkeit zur Verfügung.

Das MAPHEUS-Programm wird seit 2009 regelmäßig einmal im Jahr durchgeführt. Die wiederkehrenden Flüge sollen es ermöglichen, Experimente weiterzuentwickeln und unter vergleichbaren Bedingungen erneut zu testen.

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"Nur so lassen sich Forschungsfragen systematisch beantworten und Technologien in schnellen Entwicklungszyklen weiter vorantreiben", sagt Programmleiter Prof. Thomas Voigtmann vom DLR-Institut für Frontier Materials dazu.

MAPHEUS bietet damit nach DLR-Angaben einen regelmäßigen Zugang zu Experimenten unter Schwerelosigkeitsbedingungen.

Im Inneren der Rakete befanden sich mehr als 360 Kilogramm Nutzlast.
Im Inneren der Rakete befanden sich mehr als 360 Kilogramm Nutzlast.  © Bildmontage: SSC Space, DLR

Auch Experimente von Schülerinnen und Schülern bei MAPHEUS-Start an Bord

In den Tagen vor dem Raketenstart integrieren die Forscherinnen und Forscher die verschiedenen Experimente in die Module. Diese werden dann miteinander verbunden. So wuchs Schritt für Schritt die Nutzlast zusammen, die an der Spitze der Rakete saß.
In den Tagen vor dem Raketenstart integrieren die Forscherinnen und Forscher die verschiedenen Experimente in die Module. Diese werden dann miteinander verbunden. So wuchs Schritt für Schritt die Nutzlast zusammen, die an der Spitze der Rakete saß.  © DLR

An Bord der am Donnerstag gestarteten Forschungsrakete befanden sich unter anderem Versuche zur Material- und Lebenswissenschaft. Das Experiment ARTEC untersuchte etwa, wie metallische Legierungen unter Schwerelosigkeit erstarren. Ohne den Einfluss der Schwerkraft lassen sich dabei Prozesse beobachten, die die innere Struktur und damit die Eigenschaften der späteren Werkstoffe beeinflussen.

Zehn kleinere Experimente waren zudem in den standardisierten MOSAIC-Modulen untergebracht. Dazu gehörte auch VESICOLOS, ein miniaturisiertes Mikroskop zur Untersuchung von Zellen, Biofilmen und Membranstrukturen. Der Versuch soll dazu beitragen, die Technik für einen möglichen späteren Einsatz auf einer Raumstation weiterzuentwickeln.

Auch thermoelektrische Generatoren wurden getestet, die aus vorhandener Wärme elektrische Energie gewinnen und damit Sensoren oder andere Geräte versorgen können.

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Vier weitere Experimente stammten von Nachwuchsteams. Schüler sowie Jugendliche aus der Initiative "Jugend hackt" untersuchten unter anderem das Verhalten von Flüssigkeiten in Schwerelosigkeit und entwickelten eigene Messsysteme.

Nachdem die Nutzlast mit einem Fallschirmsystem sicher gelandet war, wurde die Ladung geborgen und zurück zu den wartenden Forscherinnen und Forschern gebracht.
Nachdem die Nutzlast mit einem Fallschirmsystem sicher gelandet war, wurde die Ladung geborgen und zurück zu den wartenden Forscherinnen und Forschern gebracht.  © DLR

Testflug erprobte Verfahren für Emissionsmessungen

Vom Flughafen Kiruna aus startete auch das DLR-Flugzeug zu einer besonderen Mission: Nach dem Start der DLR-Höhenforschungsrakete MAPHEUS-17 machte sich das Flugzeug auf die Spur der Abgasfahne der Raketenantriebe.
Vom Flughafen Kiruna aus startete auch das DLR-Flugzeug zu einer besonderen Mission: Nach dem Start der DLR-Höhenforschungsrakete MAPHEUS-17 machte sich das Flugzeug auf die Spur der Abgasfahne der Raketenantriebe.  © DLR

Eine besondere Rolle spielte zudem die Untersuchung von Raketenabgasen.

Wenige Minuten nach dem Start flog dafür das DLR-Forschungsflugzeug Falcon 20E in den freigegebenen Luftraum und versuchte, die Abgasfahne der Rakete in zwei bis sechs Kilometern Höhe zu erfassen. Die Messungen sollen zeigen, wie sich Raketenemissionen wissenschaftlich untersuchen lassen.

"Unser Ziel war es, zu zeigen, dass solche Messungen möglich sind und wie man dabei am besten vorgeht", sagte DLR-Raumfahrtvorständin Dr. Anke Pagels-Kerp. Hintergrund ist die steigende Zahl von Raketenstarts und die Frage nach möglichen Auswirkungen auf die Atmosphäre.

Nach dem Flug wurde die Nutzlast mithilfe eines Fallschirms sicher geborgen. Das DLR will MAPHEUS auch künftig als Plattform für wissenschaftliche Experimente und die Erprobung neuer Raumfahrttechnologien nutzen.

Titelfoto: Bildmontage: SSC Space, DLR

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