Erstmals seit mehr als hundert Jahren: Forscher entdecken neue Katzenart

Bolivien - In den Bergwäldern Boliviens haben Forscher eine bislang wissenschaftlich unbekannte Katzenart identifiziert.

Das Tier ist hellbraun gefleckt und kleiner als eine Hauskatze. Es trägt den Namen "Leopardus tilcayo".  © Paola Nogales-Ascarrunz / Julie Van Collie

Die kleine Wildkatze gehört zur Gattung Leopardus und wurde auf den Namen "Leopardus tilcayo" getauft. Nach Angaben des Forschungsteams handelt es sich um die erste seit mehr als hundert Jahren neu beschriebene lebende Katzenart.

Die Entdeckung gelang bei Untersuchungen von Wildkatzen in Bolivien. Das Tier gehört zu einer Gruppe kleiner Samtpfoten, die als Tigerkatzen bezeichnet werden und in verschiedenen Regionen Südamerikas verbreitet sind.

Die genetischen Daten lieferten laut BBC den entscheidenden Hinweis darauf, dass es sich bei den untersuchten Tieren tatsächlich um eine eigenständige Art handelt.

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Das Fell ist hellbraun und von unregelmäßig geformten dunklen Flecken geprägt. Über die Lebensweise der neu beschriebenen Art ist bislang nur wenig bekannt. Erste Aufnahmen von Wildkameras deuten darauf hin, dass die Tiere zumindest teilweise nachtaktiv sind. Wie sie sich ernähren, fortpflanzen und ihr Revier nutzen, muss noch genauer untersucht werden.

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Lebensraum der Wildkatze stark bedroht

Die kleine Wildkatze gehört zur Gruppe der sogenannten Tigerkatzen.  © Paola Nogales-Ascarrunz / Julie Van Collie

Besonders relevant ist die Entdeckung vor dem Hintergrund der zunehmenden Bedrohung der bolivianischen Bergwälder. Der Lebensraum der Wildkatze ist durch Abholzung, landwirtschaftliche Nutzung, Brände und Bergbau stark bedroht.

Der Schutz dieser Wälder könnte deshalb auch für das langfristige Überleben der neu beschriebenen Katzenart von entscheidender Bedeutung sein. Die Forschenden verweisen unter anderem auf den Schutz bestehender Waldgebiete und die Wiederherstellung geschädigter Lebensräume als wichtige Maßnahmen.

Für Evolutionsbiologe Eduardo Eizirik, den leitenden Autor der Studie, hat die Entdeckung zudem eine grundsätzliche Bedeutung. Dass selbst innerhalb einer so bekannten Tiergruppe wie den Katzen noch neue Arten wissenschaftlich beschrieben werden können, zeige, wie unvollständig die Kenntnis der weltweiten Artenvielfalt noch immer ist.

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Gleichzeitig birgt diese Wissenslücke ein Problem: Arten können verschwinden, bevor die Wissenschaft überhaupt von ihrer Existenz weiß.

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