Zum ersten Mal nach 26 Jahren: Tonnenschwere Dinosaurier-Lady zieht um

Von Elmar Stephan

Bad Essen/Damme - Sie wiegt 11,5 Tonnen und sie hat sich seit 26 Jahren nicht von der Stelle bewegt. Das hat sich am Sonntag geändert: Mit einem großen Kran wurde die aus Stahl und Beton bestehende Dinosaurier-Dame "eLise" von ihrem bisherigen Standort im Bad Essener Ortsteil Barkhausen gehievt. Ein Schwertransporter brachte die lebensgroße Nachbildung eines Camarasaurus vom Osnabrücker Land nach Damme im niedersächsischen Landkreis Vechta.

Dinosaurier-Dame "eLise" misst von Kopf bis Boden rund 5,5 Meter und von der Schwanzspitze bis zum Kopf etwa 15 Meter.  © David Ebener/dpa

Dort wurde das Sauriermodell auf dem Gelände einer Autowaschanlage abgestellt, wo es in den nächsten Monaten bestaunt werden kann, möglicherweise sogar für bis zu zwei Jahre, wie Celina Telthörster vom Bauunternehmen "Borgerding & Heese" mitteilte. 

Das endgültige Ziel von "eLise" ist ein geplantes neues Wohnquartier in Vechta. Die Saurierdame solle aller Voraussicht nach einen Platz nahe der dort geplanten Kindertagesstätte finden, teilte das Bauunternehmen mit. 

In Bad Essen-Barkhausen finden sich rund 150 Millionen Jahre alte Saurierspuren, die vor mehr als 100 Jahren in einem inzwischen stillgelegten Steinbruch gefunden wurden.

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Zu Lebzeiten der riesigen Lebewesen befand sich hier, im heutigen Wiehengebirge, eine Küstenlandschaft an einem tropischen Meer mit üppiger Vegetation. Dinosaurierherden zogen durch die Landschaft, ihre Fußspuren blieben erhalten. 

Um zu veranschaulichen, wie die zu den Fußspuren gehörenden Tiere aussahen, sei vor rund einem Vierteljahrhundert das Sauriermodell gebaut worden. "In der Zwischenzeit wurde weiter geforscht und es hat sich gezeigt, dass nicht der Camarasaurus - das aktuelle Modell -, sondern Europasaurier die Fährten hinterlassen haben", erzählte Ricarda Hirschmeier, die stellvertretende Geschäftsführerin des Natur- und Geoparks Terra Vita.

Der Geopark möchte das Modell daher austauschen. Aber was passiert dann mit "eLise"? Nach einer spontanen Idee sei ein kurzes Video gedreht worden, in dem die Dinosaurier-Dame über Social Media angeboten wurde. "Dino in liebevolles Zuhause abzugeben!" war der Anfang Juli auf Facebook veröffentlichte Clip überschrieben. 

Der Camarasaurus sei eigentlich ein Herdentier, daher sei eine Herdenhaltung natürlich optimal, heißt es darin: "Wir können ihn uns aber auch in einer Einzelhaltung vorstellen oder als Zweitdino."

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Der Dino war schwerer als gedacht: Statt der geschätzten sechs bis acht Tonnen brachte "eLise" 11,5 Tonnen auf die Waage. Glück im Unglück: Der Transporter war für bis zu 13 Tonnen ausgelegt.  © David Ebener/dpa

Großes Interesse an Dino-Dame

Entlang der Strecke verfolgten zahlreiche Schaulustige den Dino-Transport, allein beim Start waren es rund 30 Menschen. Am Ziel auf dem Gelände der Waschanlage warteten weitere Besucher, darunter viele Eltern mit Kindern.  © David Ebener/dpa

"Wir hätten nicht erwartet, dass auch nur eine ernsthafte Anfrage kommt", sagte Hirschmeier. Aber das Video sei viral gegangen, das Interesse enorm, bislang ist es mehr als 840.000 Mal aufgerufen worden.

Um die vielen Anfragen bewältigen zu können, sei sogar eine Dino-Taskforce gegründet worden. Erst bei dieser Gelegenheit hätten sich die Terra-Vita-Mitarbeiter mit der Geschichte des Dino-Modells beschäftigt und alte Akten und Fotos herausgekramt, erzählte Hirschmeier. "Dabei stellte sich heraus, dass der Dino vor Ort erbaut und noch nie transportiert wurde."

Viele Details waren nicht klar und wurden erst bei den Vorbereitungen des Transports in den vergangenen Tagen ersichtlich. Ist der Innenraum von "eLise" hohl? Steht sie auf einem Betonfundament? All das erfuhren die Transporteure erst beim Abbau.

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Insgesamt 160 Mal stieß die Dino-Dame auf Interesse, nach Übersendung eines Faktenblatts und der Bewerbungskriterien blieben rund 20 ernsthafte Bewerbungen übrig. Diese seien von der Dino-Taskforce geprüft worden. Am Ende erhielten "Borgerding & Heese" den Zuschlag: Sie lassen den Dino auf eigene Kosten abholen, organisieren den Transport und möchten ihn in dem neuen CO2-neutralen Wohngebiet wieder aufstellen.

"Das Konzept hat uns besonders überzeugt, da es nicht nur unserem Wunsch nach weiter bestehender öffentlicher Zugänglichkeit entsprach, sondern zugleich auch seinen ursprünglichen Zweck - der Umweltbildung - behält", sagt Hirschmeier.

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