Vom Moor zum Mord: Reinbekerin macht ihre Heimat zum Krimi-Schauplatz

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Hamburg - Vor rund einem Jahr hatte Vanessa Boldt (33) aus Glinde bei Hamburg die finale Idee zu ihrem Debütroman "Das Dorf im Moor", der am 21. Oktober erschienen ist. Das eigene Buch in einer Buchhandlung zu entdecken, sei für sie immer noch ein "ziemlich unwirkliches Gefühl", wie sie im TAG24-Interview verriet. Gar nicht fremd ist ihr hingegen das Gefühl, über einen "weichen, federnden Moorboden" zu laufen, der einen gefühlt gleich verschlucken will. Für die gebürtige Norddeutsche der perfekte Stoff für einen Krimi.

Vanessa Boldt (33) mit ihrem Hund Georgie: Vielleicht liefert der Vierbeiner auch die Inspiration für den nächsten Roman der Newcomerin. "Ideen gibt es mehr als genug, und wir drehen schließlich jeden Tag unsere Runden", verrät sie.
Vanessa Boldt (33) mit ihrem Hund Georgie: Vielleicht liefert der Vierbeiner auch die Inspiration für den nächsten Roman der Newcomerin. "Ideen gibt es mehr als genug, und wir drehen schließlich jeden Tag unsere Runden", verrät sie.  © PR

Mehrere Spaziergänge im Moor, erst während des Biologiestudiums, später dann mit ihrem Hund Georgie, festigten bei Boldt die Idee, die einzigartige Atmosphäre dieser Landschaft einzufangen.

"Tiere, die plötzlich aus dem Nichts auftauchen. Nebel, der über den Boden kriecht. Oder einfach ein Gang durch einen stockdunklen Wald, wo sich sonst niemand allein hintrauen würde, aber mit Hund macht man es trotzdem. Für eine Krimiautorin […] ist so etwas ein gefundenes Fressen", so die 33-Jährige.

In Boldts Debütroman wird der 18-jährige Bastian tot in einem Schuppen im Moor gefunden. Kriminalkommissar Jakob Seidel glaubt nicht an Selbstmord und kehrt in sein Heimatdorf Zarrenmoor zurück.

Gemeinsam mit der True-Crime-Podcasterin Nelli Grimm stößt er dabei auf eine ungelöste Mordserie aus den 1930er-Jahren.

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Das Dorf "Zarrenmoor" ist zwar frei erfunden, könnte aber durchaus irgendwo zwischen Hamburg und Lübeck liegen, denn die Inspiration dafür hat Boldt direkt in ihrer norddeutschen Heimat gefunden. "Es ist eine Mischung aus vielen norddeutschen Dörfern und Landschaften, die ich gut kenne!", so die gebürtige Reinbekerin.

Inspiriert wurden die Moorlandschaften im Buch beispielsweise durch das Brenner Moor, dem Schnakenmoor und der Bullenkuhle.

Vanessa Boldt widmet Debütroman ihren verstorbenen Großeltern

Vanessa Boldt studierte Geschichte und Biologie an der Universität Hamburg. Aufgewachsen ist die Autorin im schleswig-holsteinischen Reinbek.
Vanessa Boldt studierte Geschichte und Biologie an der Universität Hamburg. Aufgewachsen ist die Autorin im schleswig-holsteinischen Reinbek.  © PR

Eine besondere Rolle bei der Wahl des Schauplatzes spielen auch die Erinnerungen an ihre Großeltern. Ihnen hat Boldt ihren Debütroman gewidmet.

Vor allem die vergangenen Jahre seien noch einmal prägend für ihre Entscheidung gewesen, wo die Geschichte spielen sollte.

"Meine Großeltern sind leider alle nacheinander erkrankt und pflegebedürftig geworden. Dadurch habe ich noch einmal viel Zeit mit ihnen verbracht. Da schwelgt man automatisch in Erinnerungen, und mir ist bewusst geworden, wie viele gute Erinnerungen ich an die Gegend habe, in der ich aufgewachsen bin", erzählt Boldt.

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Oft habe sie ihre Großeltern zu Geburtstagsfeiern oder zum nächsten Grünkohlessen gefahren. Auch die Erinnerungen an die kleinen Dorfkrüge und Gasthöfe seien dabei in ihren Debütroman eingeflossen.

"Ich mag die Menschen hier und die Natur. Und ja, sogar die oft zitierte norddeutsche 'Freundlichkeit', die anderen manchmal etwas wortkarg vorkommt. Dieses Gefühl wollte ich unbedingt im Buch haben und deshalb sind meine Figuren auch hier verwurzelt!"

Tagsüber Uni, abends Mord: "Passt besser, als man denkt"

"Das Dorf im Moor" von Vanessa Boldt ist am 21. Oktober 2026 im Goldmann Verlag erschienen.
"Das Dorf im Moor" von Vanessa Boldt ist am 21. Oktober 2026 im Goldmann Verlag erschienen.  © Goldmann Verlag

Während Boldt abends über Mord und dunkle Geheimnisse schreibt, arbeitet sie tagsüber als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Hamburg und forscht dort zu Inklusion und Schulentwicklung.

Das passe "besser zusammen, als man auf den ersten Blick denkt", so die 33‑Jährige. "In der Forschung wie beim Krimischreiben stelle ich Fragen, recherchiere, schaue genau hin und versuche, Zusammenhänge zu erkennen, die nicht sofort offensichtlich sind!"

Für "Das Dorf im Moor" hat Boldt aber vor allem ihr Wissen aus dem Studium geholfen. Aus dem Biologiestudium brachte sie Kenntnisse über Moore mit, aus dem Geschichtsstudium die Fähigkeit, historische Verbrechen zu recherchieren.

Ihre Begeisterung für Kriminalgeschichten begleitet sie allerdings schon seit ihrer Kindheit. Früher liebte sie Detektivgeschichten, später kam die Faszination für historische Kriminalfälle hinzu. Besonders die Ermittlungsmethoden vergangener Zeiten haben es ihr angetan.

"Heute arbeiten sie mit hochtechnologischen Verfahren, damals war selbst der Fingerabdruck gerade erst am Horizont aufgetaucht. Wie kommen sie trotzdem an ihr Ziel? Das finde ich bis heute unglaublich spannend!" Diese Faszination spiegelt sich mit der ungelösten Mordserie aus den 1930er-Jahren auch in ihrem Debüt wider.

Wer die Autorin und ihren Debütroman persönlich kennenlernen möchte, hat im November gleich zweimal Gelegenheit dazu: Am 6. November liest Vanessa Boldt in der Krimiwelt in der Karpfangerstraße und am 11. November steht sie außerdem beim Hamburger Krimifestival auf Kampnagel als Newcomerin auf der Bühne.

Titelfoto: PR

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