Antisemitismus prägt Alltag: So viele Fälle gab es vergangenes Jahr in Thüringen

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Von Annett Gehler

Thüringen - Antisemitismus hat sich in Thüringen nach Einschätzung von Experten auf einem sehr hohen Niveau verfestigt.

Der Antisemitismus in Thüringen sei für viele Betroffene bereits alltagsprägend, so der Leiter der Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus Thüringen. (Symbolfoto)
Der Antisemitismus in Thüringen sei für viele Betroffene bereits alltagsprägend, so der Leiter der Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus Thüringen. (Symbolfoto)  © Hannes P Albert/dpa

Der Antisemitismus sei inzwischen alltagsprägend für viele Betroffene im Freistaat, sagte Timo Galki, Leiter der Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus (Rias) Thüringen bei der Vorstellung des aktuellen Jahresberichts. 

Demnach wurden im vergangenen Jahr 418 antisemitische Vorfälle im Freistaat gemeldet, und damit so viele wie noch nie seit Bestehen der Meldestelle im Jahr 2021. 2024 wurden 392 derartiger Fälle verzeichnet.

Die meisten Vorkommnisse entfielen mit 350 in die Kategorie verletzendes Verhalten - dazu zählen antisemitische Beleidigungen, Kommentare oder Schmierereien. Außerdem wurden unter anderem 45 Sachbeschädigungen, zehn Bedrohungen und vier Angriffe verzeichnet, sagte Galki. 

Der schwerste tätliche Angriff war im September vergangenen Jahres in Erfurt, als ein junger Mann mit einer Davidstern-Kette mehrfach geschlagen und verletzt wurde. 

Titelfoto: Hannes P Albert/dpa

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