Bundesweiter Warntag: Wenn am Donnerstag die Sirenen heulen
Von Marie-Hélèn Frech
Erfurt - Sirenen ertönen, Warnmeldungen erscheinen und Handyalarme schrillen: Am Donnerstag ist der sechste bundesweite Warntag. Dann werden auch die Warnsysteme in Thüringen auf die Probe gestellt, wie das Innenministerium mitteilte. Was es damit auf sich hat.
Was ist der Warntag überhaupt?
Bund, Länder und Kommunen wollen den Tag nutzen, um zu überprüfen, wie gut die Warnsysteme für tatsächliche Notfälle und Gefahrenlagen für die Bevölkerung – Brände und schwere Unwetter etwa – funktionieren. Getestet werden verschiedene Kanäle, auf denen vor Gefahren gewarnt werden kann.
Was passiert am Donnerstag?
Ab 11 Uhr löst das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) bundesweit Probewarnungen über das sogenannte Modulare Warnsystem aus. Damit sind wiederum Warnkanäle, darunter Handy-Apps und Rundfunksender, verbunden. Diese versenden zeitversetzt die Probewarnung auf Fernseher, Radios und Smartphones.
Über das sogenannte Cell-Broadcast-System sollte bei den meisten eingeschalteten Handys, die nicht im Flugmodus sind, ein schriller Ton ausgelöst werden – selbst wenn dort keine Warn-Apps installiert sind und das Gerät auf lautlos gestellt ist. Über keinen anderen Weg seien mehr Menschen zu erreichen, heißt es dazu beim BBK.
Zeitgleich können Länder, Landkreise und Kommunen lokale Probealarme auslösen, etwa Sirenen jaulen lassen, Lautsprecherwagen oder digitale Stadtinformationstafeln nutzen. Gegen 11.45 Uhr erfolgt die Entwarnung.
176 neue Sirenen dieses Jahr in Thüringen
Und wenn es einen tatsächlichen Notfall gibt?
Das Warnsystem bleibt auch während der bundesweiten Probewarnungen jederzeit einsatzbereit. Falls es tatsächlich zu einer Gefahrenlage kommt, können die zuständigen Behörden die Menschen wie gewohnt über das Modulare Warnsystem und seine Kanäle erreichen.
Wie verlief der Warntag in Thüringen im vergangenen Jahr?
Die Warnungen über Sirenen, Smartphones und Rundfunk erreichten damals nach Einschätzung des Innenministeriums einen großen Teil der Bevölkerung Thüringens. Landesweit wurden demnach 1.211 Sirenen ausgelöst – 475 davon digital. Auch über ihre Smartphones wurden viele Menschen gewarnt. In Jena und Erfurt habe es zudem Lautsprecherdurchsagen gegeben. Nicht alle digitalen Stadtinformationstafeln funktionierten. Auch nicht alle DAB+-Radios seien erfolgreich angesteuert worden – die Funktion sei nicht überall in Thüringen gegeben gewesen.
Wie sieht es inzwischen mit dem Sirenennetz aus?
Die Sireneninfrastruktur wird laut Innenministerium stetig aus- und umgebaut. Für dieses Jahr listet das Ministerium 176 Neubauten und 91 Umrüstungen auf.
Titelfoto: Bodo Schackow/dpa-Zentralbild/dpa
