Geheime Aufnahmen in der Sauna: Smart Glasses sorgen für Ärger
Von Andreas Göbel
Bad Tabarz/Jena - Als Smart Glasses bekannte Brillen mit kaum wahrnehmbaren integrierten Kameras beschäftigen derzeit Bäder, Saunen und Veranstaltungsorte in Thüringen. "Ein Badegast filmte kürzlich den Freibadbereich mit einer sogenannten Meta-Brille", sagt Wiebke Göring vom Kur- und Reiseverkehr Bad Tabarz für das Sport- und Gesundheitsbad Tabbs.
Der Stammgast habe die Aufnahmen auf einer Social-Media-Plattform geteilt und damit einen viralen Erfolg erzielt. Nur aufgrund der Einsicht des Gastes und der Löschung des Contents nach einer Kontaktaufnahme durch das Bad sei von einer Anzeige abgesehen worden.
Generell seien wegen unerlaubter Aufnahmen im Bad- oder Saunabereich schon mehrfach Hausverbote ausgesprochen worden.
Auch der Studentenclub Rosenkeller in Jena sah sich gezwungen, das Verbot von Smart Glasses in die Hausordnung mit aufzunehmen, erklärt eine Sprecherin. Dort seien seit Anfang September Smart Glasses verboten, um die Privatsphäre der Gäste zu schützen.
Seit der Entscheidung seien viele andere Veranstalter aus Jena wegen des Themas im Kontakt mit dem Rosenkeller.
Man beobachtet die Entwicklung
In anderen Einrichtungen wie den Jenaer Bädern, den Bädern der Stadtwerke Erfurt, Schmölln und Nordhausen seien in dieser Richtung bisher keine Vorfälle bekannt geworden, hieß es von den Sprechern. Auch hier beobachte man die Entwicklung aber mit großem Interesse.
"Der Schutz und die Sicherheit unserer Gäste stehen für uns selbstverständlich an erster Stelle", so Martin Fromm vom Arbeitskreis Thüringer Bäder. "Sollte sich das Thema künftig auch in Thüringen stärker entwickeln, werden wir die Situation aufmerksam beobachten und uns entsprechend damit auseinandersetzen."
Titelfoto: Christoph Schmidt/dpa
