Von Sarah Knorr
Meuselwitz - Seit mehreren Monaten schwelt ein Brand unter der Erde in Thüringen nahe der Grenze zu Sachsen und Sachsen-Anhalt.
Was am 27. Juni als Waldbrand begann, hat sich zu einem schwer löschbaren, unterirdischen Schwelbrand entwickelt. Der Brand auf der stillgelegten Kohlebergbaufläche des ehemaligen Tagebaugebiets Rusendorf war an einem heißen Wochenende Ende Juni ausgebrochen.
Nachdem der oberirdische Brand auf einer Fläche von rund acht Hektar gelöscht war, wurde das Areal an die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) übergeben. Das Unternehmen ist Eigentümer der Fläche. Seitdem schwelt der Brand auf dem Areal eines sogenannten Kohletrübebeckens.
Problematisch ist laut LMBV, dass bislang vor Ort nur wenig Wasser verfügbar war und die brennende Fläche nicht betreten werden kann. Im Juli wurde testweise mit einem Hubschrauber Wasser auf einem festgelegten Areal verteilt - diese Versuche waren jedoch nicht von Erfolg gekrönt. Demnach wirbelte das Wasser die Oberfläche auf - löschte jedoch nicht die tiefer liegenden Schichten.
Auch das Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz spricht von einem "langwierigen und nur schwer zu löschenden Schwelbrand". Ein Sprecher sagte, der Behörde sei kein vergleichbares Ereignis in Thüringen aus der Vergangenheit bekannt.
Mehrere Maßnahmen zur Eindämmung getroffen
Anfang Juli wurde eine Brandschutzschneise von 30 bis 50 Metern um die betroffene Fläche gezogen und ein Sprinklersystem installiert. Dieses wird nun nicht mehr mit Trinkwasser, sondern mit Wasser aus einem vier Kilometer entfernten Bergbaurestloch gespeist. Dafür wurden zwei Rohrleitungen installiert und nach mehreren Wochen Bauzeit inzwischen in Betrieb genommen.
Damit stehen von jetzt an mehr Wasser sowie ein stärkerer Wasserdruck zur Verfügung, wodurch auch mit anderer Löschtechnik gearbeitet werden kann, wie eine LMBV-Sprecherin erklärte. Durch die Inbetriebnahme könne zudem das Trinkwassernetz der Region entlastet werden.
Des Weiteren wurde laut Unternehmen mit sogenannten Löschlanzen gezielt Wasser zu den Brandherden im Untergrund gebracht. Das habe ebenfalls zu einer Eindämmung der Rauchentwicklung geführt. Diese kommen demnach auch in den nächsten Wochen zum Einsatz.
In den vergangenen Monaten konnte der Brand laut LMBV von acht Hektar auf rund zwei Hektar eingedämmt werden. Prognosen, wann der Brand endgültig gelöscht sein wird, gibt es bislang nicht.
Seitens der Anwohner gab es Beschwerden über Rauch- und Geruchsbelästigung - und das nicht nur in Thüringen, sondern auch in Sachsen-Anhalt und Sachsen. In letzter Zeit habe es keine Beschwerden mehr von Anwohnern gegeben, hieß es vom zuständigen Thüringer Landratsamt in Altenburg.