Jena - Rund 3000 Menschen haben nach Angaben der Polizei am Dienstag in Jena gegen einen Auftritt des Thüringer AfD-Chefs Björn Höcke (54) protestiert.
Wie die Polizei berichtet, kam es im Zuge der Proteste zu Auseinandersetzungen zwischen Demonstrierenden und der Polizei, wobei vier Beamte verletzt wurden.
Um Sitzblockaden aufzulösen und den Zugang zum Veranstaltungsort zu ermöglichen, setzte die Polizei nach eigenen Angaben auch Pfefferspray ein. Sie begründete ihr Vorgehen mit dem Schutz aller Beteiligten sowie der Gewährleistung der Versammlungs- und Meinungsfreiheit.
Das Bündnis "Rechtsruck stoppen" kritisierte laut Informationen der BILD-Zeitung dagegen einen Einsatz mit massiver Gewalt. Demonstrierende berichteten von einem aus ihrer Sicht unverhältnismäßigen Einsatz von Pfefferspray, Schlagstöcken und Tritten.
Die Polizei nahm sieben Straftaten auf, darunter einen mutmaßlichen Eingriff in die Stromversorgung am Veranstaltungsort.
Höcke hält Rede ohne Mikrofon im Halbdunkel
Vor Beginn des Bürgerdialogs war in der Veranstaltungshalle der Strom ausgefallen. Die Kriminalpolizei wertet Videoaufnahmen aus, um weitere mögliche Straftaten zu prüfen.
Höcke trat am Abend bei einem Bürgerdialog der AfD auf. Wegen der Störungen begann die Veranstaltung mit Verzögerung. Der AfD-Politiker hielt seine Rede im Halbdunkel ohne Mikrofon.
Bei den Protesten sprachen unter anderem die Linken-Landtagsabgeordnete Katharina König-Preuss und Jens Christian Wagner, Direktor der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora.